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Gesellschaftliche Ansprüche an Wald und Forstwirtschaft und Entwicklung eines soziokulturellen Waldmonitorings

Laut BWaldG und LWaldG obliegt dem Wald gleichrangig die Erfüllung der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion. Im Rahmen der Waldbewirtschaftung soll gewährleistet werden, dass die genannten Waldfunktionen dauernd und uneingeschränkt (nachhaltig) erbracht werden. Diese Definition impliziert, dass Waldfunktionen gesellschaftlich begründete Ansprüche an den Wald sind. Die Ansprüche, Wahrnehmungen und Einstellungen der Bevölkerung hinsichtlich einer künftigen Waldentwicklung unterliegen einem Wandel, der durch ökologische, ökonomische, soziale und institutionelle Aspekte die Werthaltungen, Präferenzen und das Verhalten von Menschen beeinflussen: So führen veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen zu einem veränderten Freizeitverständnis und -verhalten, die Globalisierung des Forstsektors Holz zu veränderten Produktions- und Einkaufspraktiken, der Klimawandel zu steigenden Durchschnittstemperaturen, einer höheren Wahrscheinlichkeit von länger anhaltenden Hitzeperioden und sich verändernder Niederschlagsverteilung, wodurch Wälder als Rückzugsräume für die Naherholung der Menschen insbesonder in Ballungsgebieten zunehmen werden. Zusätzlich ist unklar, ob ein durch Klimawandel veränderter Waldaufbau Auswirkungen auf die Erholungsnutzung von Wäldern hat und wenn ja, welche.
Bisher wurde in Deutschland keine systematische Erhebung der gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald durchgeführt. Im FVA-Projekt "Erholung und Tourismus im Wald" werden bis 2013 die gesellschaftlichen Ansprüche bezüglich der Erholungsunktionen des Waldes untersucht. Daraus abgeleitet wird eine neue landesweite Erholungswaldkartierung erstellt. Die Ergebnisse dieses Projektes zeigen, dass auch im Wald Gestaltungsansätze sowie Leitlinien erforderlich sind, um den differenzierten Erholungsansprüchen der Gesellschaft angemessen begegnen zu können (Wurster et al. 2012).
Im Rahmen des Projektes "Soziokulturelles Waldmonitoring" soll darauf aufbauend untersucht werden, welche Ansprüche seitens der Bevölkerung derzeit an den Wald, Natur und Raum bestehen. Diese Betrachtung soll alle Waldfunktionen (Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion) abbilden. Es werden auf wissenschaftlicher Grundlage Einstellungen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zum Wald und zur Forstwirtschaft untersucht. Die Erhebungen sollen mit Hilfe von Methoden der sozialempirischen Forschung durchgeführt werden. Die Entwicklung, Durchführung und Auswertung der Befragungen soll mit qualitativen Vorstudien, Expertenworkshops und wissenschaftlichen Begleitkreisen unterstützt werden.
Die Projektergebnisse werden im Frühjahr 2018 im Rahmen einer internationalen Tagung präsentiert und veröffentlicht.
Projektziel ist die Entwicklung eines Monitorings, mit dessen Hilfe die jetzigen und zukünftigen gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald zeitnah erkannt und dementsprechend auf politischer Ebene und von der Praxis berücksichtigt werden können. Neben ökologischen und ökonomischen Interessen können somit auch die sozialen Interessen wirksam von Politik und Akteuren beachtet werden.

Beginn: 2014 - Ende: 2018
Leitung: Wurster - Abteilung: Wald und Gesellschaft
Beteiligte Abteilungen: Waldnutzung  Biometrie und Informatik  Direktion        
Arbeitsbereich: Multifunktionale Waldwirtschaft & Nachhaltigkeitsnormen
Forschungsschwerpunkt: Nachhaltigkeit messen und bewerten



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