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Projektdatenbank der FVA
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Erhalt und Entwicklung naturnaher Bachläufe im Wald im Rahmen der Waldbewirtschaftung

Untersuchungen der FVA in den Jahren 2002 und 2003 an kleinen Fließgewässern im Wald in verschiedenen Naturräumen Baden-Württembergs haben gezeigt, dass die verbreitete Auffassung nicht zutrifft, Fließgewässer im Wald seien überwiegend in einem ökologisch intaktem Zustand. Defizite zeigten sich vor allem bei der Durchgängigkeit und Durchwanderbarkeit. Sie sind in der Art der Ausführung von Gewässerquerungen für Waldwege begründet. Da die Anzahl der Gewässerquerungen durch den hohen Erschließungsgrad im Wald ca. dreimal höher ist als im Offenland, wirken sich Unterbrechungen der Durchgängigkeit bzw. Durchwanderbarkeit sehr viel stärker aus. Weiterhin wurden Beeinträchtigungen der Uferbereiche mit direkten Auswirkungen auf das Gewässer selbst festgestellt. Der Grund sind hohe Nadelholzanteile in ufernahen Waldbeständen.

Ausgehend von diesen Vorarbeiten hat das beantragte Vorhaben zum Ziel, den ökologischen Zustand kleiner Fließgewässer im Wald zu verbessern und hierfür in Frage kommende Maßnahmen auf ihre Eignung zu überprüfen. An zwei Fallbeispielen wird untersucht, wie Beeinträchtigungen beseitigt werden können. Es werden unterschiedliche Maßnahmen erprobt, um Aussagen über die Kosten-Nutzen-Relation zu gewinnen.

Untersuchungsgebiete sind der Stadtwald Nürtingen (Landkreis Esslingen) und das Gebiet des Naturschutzgroßprojektes Feldberg – Belchen – Oberes Wiesental im Südschwarzwald (Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach). Es werden Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit und Durchwanderbarkeit und waldbauliche Maßnahmen durchgeführt. Gewässerquerungen, die Wanderhindernisse sind, werden unter ökologischen Gesichtspunkten umgestaltet. Waldbauliche Maßnahmen haben zum Ziel, standortsfremde Nadelholzbestände in standorttypische Au- und Feuchtwälder umzuwandeln und den Totholzanfall zu erhöhen.

Die Erfolgskontrolle wird mit einem Monitoring der Gewässerfauna und der bachbegleitenden Vegetation geleistet. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen zur Beseitigung der Defizite an Fließgewässer im Wald abgeleitet. Maßstab ist der im Sinn der EU-WRRL an Fließgewässern bis 2015 herzustellende „gute Zustand“.

In wie weit die vorgeschlagenen Maßnahmen ökokontofähig sein können wird dargestellt, damit Anreize für Unterhaltspflichtige geschaffen werden, Entwicklungsmaßnahmen an kleinen Fließgewässern zukünftig auch verstärkt im Wald durchzuführen.

Die erwarteten Ergebnisse des Vorhabens sind repräsentativ für viele kleine Fließgewässer im Wald. Sie sollten deshalb auf Regionen außerhalb Baden-Württembergs übertragbar sein.

Beginn: 2005 - Ende: 2008
Leitung: Dr. Schaber-Schoor - Abteilung: Wald und Gesellschaft
Beteiligte Abteilungen:             
Arbeitsbereich: Waldnaturschutz und Landespflege
Forschungsschwerpunkt: ohne Schwerpunkt

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Kurzfassung des Beitrages zum FVA - Kolloquium

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