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Erholung im Wald (Methodenentwicklung)

Die Waldfunktionenkartierung (WFK) erfasst und stellt Waldflächen dar, die eine besondere Bedeutung für den Schutz und die Erholung haben. In Baden-Württemberg wurden diese Waldflächen erstmals 1975 erhoben und in Karten dargestellt.
Die Systematik für diese erste Erholungswaldkartierung in Baden-Württemberg wurde von der FVA in den 1970er Jahren auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse- der 1960er Jahre erarbeitet. 1989/90 erfolgte eine inhaltliche Überarbeitung der Waldfunktionenkartierung. Einen Schwerpunkt bildete dabei u.a. die Neuausweisung der Erholungswälder der Stufe 1 und Stufe 2. Seit 1990 wurde die Erholungswaldkartierung in Baden-Württemberg nicht mehr aktualisiert.
Zudem gab es in Deutschland seither nur noch punktuell Forschungsansätze bezüglich der Walderholung. Gleichzeitig haben sich in den letzten Jahrzehnten der Bevölkerungsaufbau, die Lebens- und Freizeitgewohn-heiten und damit vermutlich auch das Besucherverhalten bzw. die Interessen der unterschiedlichen Erholungs-Nutzergruppen des Waldes (= gesellschaftlichen Ansprüchen) verändert.
Ziel des Projektes ist es, neue Erkenntnisse bezüglich der Besuchermotivation zu gewinnen und darauf auf-bauend ein neues Konzept für die Kartierung bzw. Modellierung der Erholungsfunktion des Waldes zu entwi-ckeln, das die Herausforderungen der Zukunft erkennt und diese somit frühzeitig berücksichtigen kann.

Die Veränderungen der Gesellschaft bewirken eine veränderte Inanspruchnahme des Waldes für die Erholung: eine sich ändernde demographische Struktur, neue Lebensstile und neue Freizeitaktivitäten kennzeichnen heute die Erholung im Wald. In diesem Zusammenhang können verschiedene Fragen oder Themen angesprochen wer-den:
- Alterung der Gesellschaft und die Frage des Zugangs zum Wald für die ältere Schicht der Bevölkerung bzw. für alle Menschen mit Behinderungen.
- Urbane Gesellschaft mit urbanem Lebensstil: Erholung der städtischen Bevölkerung
- Ausdehnung der Städte: Auswirkungen auf die Erholungsfunktionen der stadtnahen Wälder (Randeffekte)
- Zuwanderungsgesellschaft: Berücksichtigung der verschiedenen kulturellen/ ethnischen Minderheiten der Gesellschaft und deren Lebensstile und damit verbundenem Freizeitverahlten
- Neue Trends im Tourismus, Sport und Outdoor-Aktivitäten: Konfliktpotential, Integration dieser Aktivitäten untereinander und mit der Forstwirtschaft
- Neue Erkenntnisse bezüglich der (landschaftsbezogenen) Erholung im Kontext "Erholung und Gesundheit", "Work-Life-Balance"

Parallel zur Entwicklung eines Kartierungskonzeptes sollen verschiedene Nutzungskonzepte erarbeitet werden, wie z.B. die Ausweisung verschiedener Erholungswaldtypen nach Zielgruppen oder Nutzungskonzepte in sen-siblen Bereichen (z.B. Tourismus und Wild). Zudem sollen Finanzierungsmöglichkeiten für die Ausweisung und Pflege von Erholungswäldern erarbeitet werden.

Langfristig soll ein „soziokulturelles Waldmonitoring“ (in Anlehnung an den schweizerischen Begriff) entwi-ckelt werden, das die soziale Funktion des Waldes und die gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald kontinuierlich ermittelt.

Beginn: 2008 - Ende: 2017
Leitung: Wurster - Abteilung: Wald und Gesellschaft
Beteiligte Abteilungen: Biometrie und Informatik      
Arbeitsbereich: Erholung und Tourismus im Wald
Forschungsschwerpunkt: Nachhaltigkeit und Multifunktionalität



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