FutMon - Further Development and Implementation of an EU-Level Forest Monitoring SystemWälder erfüllen vielfältige Funktionen, die dem Gemeinwohl dienen. Luftreinhaltung und Trinkwasserproduktion sind neben der Holzproduktion die wichtigsten aber bei weitem nicht die einzigen Themen. Wälder sind jedoch vielfältigen Störungen ausgesetzt, die diese Leistungen gefährden. So sind z.B. Luftverschmutzung und Klimaänderung ernst zu nehmende Gefährdungen dieser Funktionen. Um angemessen auf diese Gefahren reagieren zu können, bedarf es einer soliden wissenschaftlichen Grundlage. Aus diesem Grund gibt es bereits seit vielen Jahren in den meisten europäischen Ländern Programme, welche den Zustand und die Veränderung der Waldökosysteme genau unter die Lupe nehmen. So wurde auch in Baden-Württemberg bereits 1982 damit begonnen ein Waldbeobachtungsnetzwerk aufzubauen.
Die Aufgabe des FutMon-Projektes ist es, die vielfältigen fachspezifischen Beobachtungssysteme unter einen Hut zu bringen, um so eine einheitliche europäische Datengrundlage zu erhalten. Es werden bestehende Systeme harmonisiert aber auch neue Methoden entwickelt um neue Problemfelder, wie z.B die Folgen des globalen Klimawandels zu berücksichtigen. FutMon läuft in den Jahren 2009 und 2010 und wird durch das Finanzierungsinstrument Life+ der Europäischen Union unterstützt.
Die Beobachtungen werden auf zwei verschiedenen Ebenen durchgeführt. Es gibt ein Intensives Beobachtungsprogramm, das auf einzelne Versuchsflächen fokussiert und ein flächenbezogenes Rasternetz.
In dem extensiven Beobachtungsprogramm wird europaweit auf 7000 Flächen der Waldzustand anhand des Entlaubungs- sowie des Laubverfärbungsgrades, aufgenommen. Diese Aufnahmen sind relativ kostengünstig durchzuführen und erlauben es, einen flächendeckenden Einblick in den Waldzustand zu bekommen.
Auf den Versuchsflächen des intensiven Beobachtungsprogramms werden Ökosystemprozesse, wie z.B. Stoffflüsse in ihrer Dynamik beobachtet um ihre Abhängigkeit von verschiedenen Einflussfaktoren, z.B. Witterungsereignissen zu verstehen. Auf diese Weise gelangt man zu einem tiefgreifenden Verständnis der Dynamik zwischen Stoffeinträgen bzw. -kreisläufen, Waldwachstum, Bodenvegetation, Wasserhaushalt und Meteorologie.
Sekretariat
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt
Abteilung Boden und Umwelt
79100 Freiburg
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Artikel-Datum: 30.09.2009