Der Wald in Baden-Württemberg im Jahr 2002 und seine Entwicklung seit 1987 - Die wichtigsten Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur

Fazit

Die Steigerung der Laubbaumanteile und die Sicherung der Tanne bestätigen den Erfolg der von der Landesforstverwaltung verfolgten waldbaulichen Strategien im Rahmen der Naturnahen Waldwirtschaft (Waldbauliches Sonderprogramm, Förderung des Privatwalds). Der Erfolg dieses Konzepts zeigt sich auch bei der Entwicklung der Verjüngungsvorräte: auf 28% der Holzbodenfläche sind Verjüngungsvorräte vorhanden, die zu 65 % aus Laubbäumen bestehen. Der Rückgang von Fichte und Kiefer ist zum einen Folge natürlicher Ereignisse, aber auch eines konsequenten standortsbezogen Waldumbaus und einer natürlichen Sukzessionsdynamik.

Trotz hoher Vorratsverluste durch säkulare Sturmereignisse 1990 und 1999 ist der Vorrat im Gesamtwald leicht angestiegen. Vorratsabnahmen im Staatswald und Großprivatwald steht ein erheblicher Vorratsanstieg im kleinen und mittleren Privatwald gegenüber. Die Vorratsentwicklung ist zugleich von einer deutlichen Zunahme des Starkholzanteils geprägt. Vor allem bei Fichte, Tanne und Buche sind verstärkte Anstrengungen notwendig, das Starkholz zu mobilisieren. Im Privatwald stehen die größten Nutzungsreserven. Diese Rohstoffquelle dem Markt verfügbar zu machen, stellt eine forstpolitische und logistische Herausforderung dar. Die geringe Bewirtschaftungsintensität bedeutet gerade für die Fichte ein erhöhtes Kalamitätsrisiko: die hohen Vorräte sind prinzipiell für Sturmschäden anfällig und außerdem drohen unter ungünstigen Bedingungen massive Borkenkäferschäden. Die Totholzvorräte sind überraschend hoch, wobei die Zunahme wesentlich auf den Sturm von 1999 zurückzuführen ist.

Autoren:

Gerald Kändler, Matthias Schmidt, Johannes Breidenbach
Abt. Biometrie und Informatik

Artikel-Datum: 01.01.2005

 

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