Der Wald in Baden-Württemberg im Jahr 2002 und seine Entwicklung seit 1987 - Die wichtigsten Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur

Waldfläche und Baumartenzusammensetzung

Die Waldfläche hat nur geringfügig zugenommen. Baden-Württemberg gehört mit einem Waldanteil von 38,1 % immer noch zu den waldreichsten Bundesländern: einen höheren Waldanteil haben nur Rheinland-Pfalz (42,1 %), Hessen (41,7 %) und das Saarland (38,3 %). Das durchschnittliche Bewaldungsprozent liegt im Bundesgebiet bei 31%. Bezüglich der gesamten Waldfläche von 1,36 Mio. ha steht Baden-Württemberg im Bundesvergleich nach Bayern an zweiter Stelle.


Abb. 2: Entwicklung der Baumartenanteile von 1987 bis 2002 im Gesamtwald Baden-Württemberg

Die Baumartenzusammensetzung (Abb.2) des Waldes hat sich zugunsten der Laubbäume entwickelt. Ihr Anteil an der Landeswaldfläche hat um 7%-Punkte zugenommen. Wichtigste Laubbaumart ist die Buche mit einem landesweiten Anteil von 21 % sowie die Gruppe der Hartlaubhölzer Esche, Ahorn, Hainbuche, welche zusammen 9% der Waldfläche einnehmen. Die Eichenarten haben ihren Anteil bei etwa 7% halten können. Mit 37,7% Flächenanteil ist die Fichte zwar nach wie vor die häufigste und wirtschaftlich bedeutendste Baumart, sie hat allerdings deutlich an Fläche verloren (um ca. 6%-Punkte). Ursache hierfür sind die Stürme von 1990 und 1999 und deren Folgeschäden (Borkenkäfer), aber auch gezielte waldbauliche Maßnahmen mit dem Ziel, Fichten auf ungeeigneten Standorten durch andere Baumarten, vor allem Laubbäume, zu ersetzen. Außer der Fichte ist auch die Kiefer von einem Rückgang ihrer Fläche betroffen. Landesweit sank ihr Anteil von 8,2 auf 6,8 %. Der Anteil der Tanne als prägender Baumart des Bergmischwalds und als Charakterbaumart des Schwarzwalds konnte bei 8% gehalten werden. Die Entwicklung der Baumartenanteile ist in allen Waldeigentumsarten gleichgerichtet, allerdings in unterschiedlicher Intensität. Die Fichte ist nach wie vor die prägende Baumart des Privatwalds, wo ihr Anteil von 53 auf 48% abgenommen hat, während sie im Körperschaftswald nur noch 30 % Anteil erreicht (1987: 36%). Im Körperschaftswald nehmen 2002 die Laubbäume 50% der Waldfläche ein (1987: 42%).

 

Autoren:

Gerald Kändler, Matthias Schmidt, Johannes Breidenbach
Abt. Biometrie und Informatik

Artikel-Datum: 01.01.2004

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