Klimakarten

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Baumarteneignung Fichte, Buche, Traubeneiche und Tanne bei Klimawandel

Übersichtskarten 1:50.000

Die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg beschäftigt sich im Rahmen des Projektes Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder Baden-Württembergs intensiv mit der Frage der zukünftigen Eignung der Hauptbaumarten Südwestdeutschlands bei sich ändernden klimatischen Bedingungen.

Ein erstes Zwischenergebnis dieses Projektes sind Karten, die eine Neueinschätzung der Eignung der Baumarten Fichte, Buche, Traubeneiche und Tanne in Baden-Württemberg im Maßstab 1:50.000 auf Landkreisebene darstellen.

Unterstellt wurde eine Erhöhung der Jahresmitteltemperatur bis zum Jahr 2050 von 1,95°C und eine Verringerung des Jahresniederschlages von rund 25mm (IPCC – Szenario B2), mit einer höheren Abnahme der Niederschläge in der Vegetationszeit, somit eine deutliche Veränderung der Umweltbedingungen.

Diese Karten wurden in drei Schritten erstellt:
  1. Die Grundlage dieser Karten sind statistische Modelle, die das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein der Baumarten mit Hilfe eines europaweiten Datensatzes aus langfristig beobachteten Umweltüberwachungsflächen und Daten für Temperatur und Niederschlag auf diesen Flächen vorhersagen.
  2. Auf der Basis der Ergebnisse dieser Modelle wurden mittels einer vegetationskundlichen Einschätzung vier Klassen des klimabedingten Risikos, so genannte Teilräume regionalklimatischer Angepasstheit, für die Baumarten ausgeschieden. Diese Teilräume reichen vom ökologischen Optimum, über das ökologische Suboptimum und die innere Arealrandzone bis zur äußeren Arealrandzone.
  3. Auf der Basis dieser Modellierung des klimabedingten Risikos für die drei Baumarten Buche, Fichte und Traubeneiche wurden in einem dritten Schritt aktualisierte Baumarteneignungskarten für Baden-Württemberg entwickelt.

Aus der Kombination der Kriterien „Konkurrenzstärke“, „Standortspfleglichkeit“, „Schadresistenz (Betriebssicherheit)“ und „Ertragsleistung“ ergibt sich eine Bewertung für Anbau und Bewirtschaftung der Baumarten in vier Stufen (mit jeweils einer Zwischenstufe) von „geeignet“ (d.h. die Baumart ist ohne Einschränkung für Anbau und Bewirtschaftung geeignet) über „möglich“, „wenig geeignet“ bis „ungeeignet“ (d.h. die Baumart sollte allenfalls einzeln beigemischt und nur zeitweise in den Wäldern vorhanden sein).

Mit Hilfe der oben beschriebenen Einschätzung des klimabedingten Risikos wird nun das Kriterium „Schadresistenz / Betriebssicherheit“ der derzeit festgelegten Baumarteneignung verändert. Wenn z.B. die Fichte nach dem oben beschriebenen Modell aufgrund der zu erwartenden Klimaänderung bis zum Jahr 2050 aus dem derzeitigen ökologischen Optimum in das ökologische Suboptimum oder gar die innere Arealrandzone fällt, so wird die Schadresistenz und damit die Betriebssicherheit der Baumart als geringer eingestuft. Dies führt dazu, dass die Eignung dieser Baumart von derzeit „geeignet“ nach „möglich“ oder gar „ungeeignet“ herabgestuft wird. Die Karten im Maßstab 1:50.000 stehen als pdf für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg für die Waldflächen, die über eine digitale Standortskartierung verfügen, hier zum Download bereit. Sie stellen die derzeitige (2010 heutiges Klima) und die neue Einschätzung (2050 – Szenario B2 – Temperaturerhöhung um 1,95°C) der Baumarteneignung für die Baumarten Fichte und Buche dar.

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