Windenergieanlagen im Wald

 
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Planungsgrundlage Windenergie und Auerhuhn

(Stand: 01.03.2016)

Der Aktionsplan Auerhuhn

Bei der Planung von Windkraftanlagen im Schwarzwald ist unter anderem das Auerhuhn zu berücksichtigen. Die rechtlichen Hintergründe und eine Zusammenfassung der Thematik sind in einer Präsentation dargestellt (siehe Downloads). Der ungünstige Erhaltungszustand der Auerhuhnpopulation veranlasste die Landesregierung dazu, den "Aktionsplan Auerhuhn" (APA) erarbeiten zu lassen. In diesem 2008 verabschiedeten Plan sind alle Rahmenbedingungen und Handlungsfelder dargestellt, die für die Erhaltung des Auerhuhns im Schwarzwald von Bedeutung sind (siehe Downloads). Auf den Seiten 48 -51 des APA ist das Handlungsfeld Infrastrukturelle Projekte, Windkraftnutzung detailliert erläutert.

Anwendung der Planungsgrundlage

Die von der FVA erarbeiteten Grundlagen sind eine fachliche Einschätzung, die auf der Basis des APA, sowie langjähriger wissenschaftlicher Arbeiten und vorhandener Monitoringdaten (siehe Links) erarbeitet wurde. Sie bieten damit eine Orientierung bei der Planung von WEA, stellen aber keine rechtlich verbindliche Festlegung dar. Zudem wird besonders darauf hingewiesen, dass sich die hier dargestellten Grundlagen nur auf das Auerhuhn beziehen und diese sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Vogelschutzgebiete eine Differenzierung der auerhuhnrelevanten Flächen ermöglichen. Alle anderen Arten und Belange sind unabhängig davon zu berücksichtigen.

Bei der Erstellung von Flächennutzungsplänen und Einzelfallgenehmigungen ist entsprechend den "Hinweisen für den Untersuchungsumfang zur Erfassung von Vogelarten bei Bauleitplanung und Genehmigung für Windenergieanlagen" der LUBW zur Betroffenheit des Auerhuhns auf die Monitoringdaten der FVA zurückzugreifen (siehe auch Links). Dies bedeutet, dass bei der Erstellung von Flächennutzungsplänen i.d.R. keine auf das Auerhuhn bezogenen Geländeerhebungen mehr notwendig sind, da die notwendigen Daten bei der FVA vorliegen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens sind dagegen Geländeerhebungen in den Kategorien 1 bis 3 in Abstimmung mit der FVA erforderlich.

Fachliche Einschätzung der Thematik Windkraft und Auerhuhn

Zur fachlichen Einschätzung der Thematik Windkraft und Auerhuhn wurden die windhöffigen Waldflächen (5,25 m/s in 100m über Grund) im Schwarzwald in die auf S. 50 des APA beschriebenen 4 Kategorien eingeteilt (siehe Tabelle unten). Hauptkriterium für die Beurteilung der Flächen ist ihre Bedeutung für den Erhaltungszustand der Auerhuhnpopulation. Dabei werden aus den in Zusammenarbeit mit den Auerwildhegegemeinschaften und Ornithologen erarbeiteten Monitoringdaten die aktuelle Besiedlung und die Balz-, Brut und Aufzuchtgebiete herangezogen. Aus den in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Radolfzell und der Universität Freiburg durchgeführten genetischen Untersuchungen und Landschaftsanalysen (siehe Downloads: Braunisch et. al 2010) wurden Verbundkorridore und Trittsteinflächen abgegrenzt, die für den genetischen Austausch zwischen den einzelnen Teilpopulationen existentiell sind.

Aus-
schluss
    Kategorie 1 (rot): Ausschluss von Windkraftanlagen
  • Kernlebensräume von der Auerhuhnverbreitung: Reproduktionsbereiche (Balz-, Brut- und Aufzuchtgebiete)
  • Existentielle Biotopverbundbereiche: Trittsteinbiotope und Korridorbereiche höchster Priorität
Prüf-
bereich
    Kategorie 2 (orange): sehr problematisch
  • Bereiche die von Auerhühner besiedelt sind und/oder für den Populationsaustausch zwischen den Teilpopulationen sehr wichtig sind.
    Kategorie 3 (gelb): weniger problematisch
  • Diese Bereiche werden aktuell oder potentiell von Auerhühnern genutzt, gehören jedoch nicht zu den Schwerpunkten der Besiedlung.
  • Biotopverbundbereiche untergeordneter Priorität.
Keine
Restriktionen
durch
Auerhhuhn-
schutz
    Kategorie 4 (braun): keine Restriktionen durch Auerhuhnschutz bekannt, Einzelfallprüfung für andere Belange erforderlich
  • Diese Bereiche werden von Auerhühnern aktuell und mit großer Wahrscheinlichkeit auch künftig nicht genutzt. Eine Bebauung durch Windkraftanlagen ist aus Sicht des Auerhuhnschutzes unbedenklich.

Downloads

Links

 

Potentialkarte windhöffiger Waldflächen

(Stand: 23.08.2012)







Das Ziel der Landesregierung bis 2020 mindestens 10 % der Energie aus Windkraftanlagen bereitzustellen, erfordert die Errichtung von ca. 1200 neuen Anlagen in Baden-Württemberg. Waldgebieten kommt für die Sicherstellung dieser Ausbauziele eine entscheidende Rolle zu. Wesentliche Grundlage für die Planung von Windenergieanlagen ist der Windatlas sowie der Windenergieerlass vom 09. Mai 2012. Auf dieser Basis wurde an der FVA eine landesweite Potentialstudie für die windhöffigen Waldflächen durchgeführt.

Die Übersichtskarten sollen als Planungshilfe dienen. In den Kartendarstellungen werden die verschiedenen Ausschluss- und Prüfkriterien in drei Kategorien zusammengefasst:

    Ausschluss von Windkraftanlagen
    Windkraftanlagen unterliegen besonderen Restriktionen
    Windkraftanlagen möglich, reguläre Einzelfallprüfung

Die im Folgenden dargestellte Karte ist als Ergänzung des Windenergieerlasses Baden-Württemberg vom 09.05.2012 zu verstehen. Die Bestimmungen des Erlasses sind in der kartographischen Übersicht teils in vereinfachter Form wiedergegeben. Maßgeblich bleiben jedoch die Ausführungen im Erlass, welcher bei der Nutzung des Kartenwerkzeugs entsprechend heranzuziehen ist.

Die Herleitung der einzelnen Kriterien sowie deren Zuordnung zu den drei Kategorien sind im Kriterienkatalog aufgeführt. Für die Kartendarstellung wurden naturschutz- und forstrechtliche Kriterien herangezogen.
Puffer zu Naturschutzgebieten und europäischen Vogelschutzgebieten, zu Kernzonen von Biosphärengebieten und zu Bann- und Schonwäldern - diese Puffer sind Empfehlungen für die Regionalplanung, in der Bauleitplanung und Einzelgenehmigung ist eine Einzelfallprüfung erforderlich.
Die beiden dargestellten Windhöffigkeitsschwellenwerte beziehen sich auf die im Windenergieerlass genannten Referenzertragsschwellenwerte.
Weitere Planungshilfen sind bei der LUBW unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/216927 zu finden.

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