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Der Lebensbaum
Thuja plicata Donn ex D. Don
Die Baumart
Die Heimat der Thuja plicata Donn ex. D. Don ist das westliche Nordamerika. Sie
wächst hier entlang der Pazifik-Küste von Nord-Kalifornien bis Süd-Alaska (39° bis 57 °
nördliche Breite). Östlich reicht ihre Verbreitung bis zu den Rocky Mountains, ohne deren
Hauptkamm jedoch zu überschreiten.
Im Naturwald ist T. plicata von Meeresniveau bis auf 1.500 m ü. NN (Kaskaden,
Rocky Mountains), im Wuchs ausklingend auch bis 2.100 m, anzutreffen. Sie erreicht Baumhöhen
von 40-65 m und ein Alter von 800-1.000 Jahren. Die Brusthöhendurchmesser liegen bei alten
Exemplaren zwischen 2 und 6 m.
Der Stamm ist in der Regel geradschaftig, abholzig und im untersten Teil auf
charakteristische Weise flaschenförmig verdickt. Der Riesenlebensbaum wird als
flachwurzelnde Schattbaumart beschrieben. Er tritt selten in Reinbeständen auf, dann
allerdings auch nur kleinflächig. Typisch ist das Vorkommen in ungleichaltrigen Hochwäldern,
in denen Tsuga heterophylla (Raf.) Sarg. vorherrscht. Im Vergleich mit den
zahlreichen vergesellschafteten Laub- und Nadelbäumen ihrer Heimat ist T. plicata
weniger raschwüchsig. Sie besitzt jedoch ein langanhaltendes Wachstum. Als Charakteristikum
ist der kräftige Ananas-Duft der schuppenförmigen Nadeln zu erwähnen.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Baumart ist geprägt durch hohe Niederschläge
(Hauptniederschlag im Winter) und hohe Luftfeuchte. Typische Standorte sind Flußniederungen
und feuchte Ebenen. Seltener besiedelt T. plicata mäßig trockene, wärmere Standorte.
Dort zeigt sie sich dann meist schlechtwüchsig.
Innerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes bestehen z.T. erhebliche
Herkunftsunterschiede, insbesondere hinsichtlich der Frosthärte. In Versuchen zeigten sich
Inlandsherkünfte wesentlich frosthärter als Küstenherkünfte.
T. plicata liefert eines der leichtesten Nadelhölzer. Bis zu 25 m nutzbare
Schaftstücke sind erzielbar. Die Hauptverwendung des Holzes liegt im Bereich der
Schindelproduktion. Aufgrund des hohen Thujaplicin-Gehaltes werden außerdem dauerhafte
Stangen, Pfosten und Masten sowie Kisten und Bauholz (für Schalungen und Verkleidungen) aus
T. plicata hergestellt. Weitere Verwendung findet das Holz als Schälfurnier im
Innenausbau.
Der Riesenlebensbaum-Bestand
Lage und Standort
Der ca. 0,4 ha große T. plicata-Bestand im Liliental liegt im Distrikt I/Abteilung 19
(Krummtal; Staatswald Breisach) in einer Höhe von ca. 350 m Höhe ü. NN. Nach der
Standortkartierung von 1975 handelt es sich um die Standorteinheit:
Buchenwald auf mäßig trockenem Lößhang
Mäßig trocken bis trocken, selten kleinflächig auch mäßig frisch, flach- bis tiefgründig,
wenig entwickelter Lößboden;
Silene nutans-, Mercurialis perennis-, Milium effusum-, Chrysanthemum corymbosum-, (Carex glauca-, Lamium galeobdolon-) Gruppe;
Mull; Pararendsinen
Bestandesgeschichte und bisherige waldbauliche Behandlung
Der Bestand wurde im Frühjahr 1960 mit 1.500 Pflanzen im Verband 1,5 x 1,5 m auf Lücke
versetzt unter einem Pappelvorwald (Verband 5 x 5 m) begründet. Die 2+3jährigen,
wurzelerdigen, 40 bis 70 cm großen Thujen waren von der Landespflanzschule Nagold 1955 gesät
und angezogen worden. Die Lieferung an die FVA erfolgte zum Preis von 250 DM proTsd.
Stück.
Die Herkunft ist leider nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich um Nachkommenschaften
von europäischen Parkbäumen, da ein gewisser Anteil von Pflanzen mit auffallendem
Säulenwuchs (gärtnerische Selektion?) und gleichzeitig geringem Höhenzuwachs zu beobachten
war. Diese Pflanzen wurden in den Jahren des Dickungsschlusses rasch überwachsen und
herausgedunkelt. In einem Schreiben der Staatsklenge Nagold vom 10.09.1992 heißt es: "Die
Landespflanzschule hat der FVA im Frühjahr 1960 1.525 Tuja plicata 2/3, 40-70 geliefert.
Das Saatgut stammt entweder aus einem Zukauf der Fa. Hess, Mosbach (8761 Kirchzell) im WJ
1955/56, oder von der Staatsdarre Wolfgang aus dem WJ 1953/54. Die genaue Herkunft des
Saatgutes ist aus unseren Unterlagen nicht ersichtlich. Weitere Nachforschungen müßten ggf.
bei den oberen Firmen angestellt werden". Genauere Auskünfte über die Herkunft waren bei
den genannten Firmen jedoch leider nicht mehr zu erhalten.
Insgesamt war der Anwuchserfolg auf der gesamten Fläche so gut, daß eine Nachbesserung
nicht erforderlich war. Folgende waldbauliche Eingriffe fanden bisher statt:
| 1965: | Durchforstung des Pappelvorwaldes |
| 1967: | Räumung der restlichen Pappeln |
| 1969/70 (Winter): | 1. Jungbestandspflege (Alter 15); Stammzahlreduktion um ca. 30% |
| 1971 (Herbst): | 2. Jungbestandspflege (Alter 17); Aushieb abgängiger Exemplare |
| 1975/76 (Winter): | 3. Jungbestandspflege (Alter 21); der Bestand ist vollständig geschlossen, so daß Höhenmessungen nicht möglich sind. Das im Zuge der Jungbestandspflege umgesägte Material bleibt liegen. |
| 1979/80 (Winter): | 1. Durchforstung (Alter 25); Entnahme von ca. 15 % der noch vorhandenen Stammzahl. Der Eingriff erfolgt mit Schwerpunkt im tiefstgelegenen Teil der Fläche (in Wegnähe), damit dort einige Individuen Solitärcharakter behalten. Einige wenige Bäume werden auf 3 bis 4 m geästet. Das anfallende Derbholz wird durch die FVA als Palisaden genutzt. Die umgesägten Bäume aus der Jungbestandspflege 1975/76 sind bislang nicht verrottet. Sie sind noch hart und können als Stangen und Pfosten verwendet werden. |
| 1989/90 (Winter): | 2. Durchforstung (Alter 35); Auswahl und Markierung von 28 Z-Bäumen (entspricht 83 Stück pro ha); Entnahme von Z-Baum-Bedrängern und zusätzlich "Entrümpelung" in den Zwickeln (Entnahme von 130 Bäumen; 26,1 Efm); Ästung der Z-Bäume auf 7 bis 9 m sowie Anbringen eines weißen Farbringes in 1,3 m Höhe; Numerierung der Z-Bäume. Das Durchforstungsmaterial wird als Kranlängen ausgehalten und gerückt. Die Wipfel verbleiben im Bestand. Eine Vermarktung des Durchforstungsmaterials (ca. 30 Efm) scheitert an der geringen Menge, der Astigkeit und einem fehlenden lokalen Markt für exotische Schwachhölzer. Zum Teil werden einzelne Stangen durch das Forstamt Breisach und die FVA genutzt. |
| 1993 und 1996: | Erhebung weiterer Zuwachsdaten |
Wuchsleistungen
In den Jahren 1971 und 1980 wurden sowohl die Höhen als auch die Brusthöhendurchmesser
der Thujen als Stichproben gemessen. 1989 erfolgte dann eine erste Vollaufnahme (BHD) des
Bestandes. Die waldwachstumskundlichen Daten dieser Aufnahme wurden durch die Abt.
Waldwachstum der FVA (Dr. H. SPIECKER) mit dortigen Programmen berechnet. Der
Volumenermittlung liegt aufgrund fehlender spezieller Massentafeln die Massentafel für
Douglasie zugrunde. Die Ergebnisse sind in Tabelle 6 dargestellt. Vergleiche mit anderen
Versuchsanbauten in Mitteleuropa sind aufgrund unterschiedlicher Bestandesbehandlungen nicht
möglich. Ohne Berücksichtigung der Vornutzungen bis 1989 ergibt sich ein dGz35 von 16,5 Vfm
D.m.R./J/ha. Bei diesem erstaunlich hohen Wert ist jedoch zu berücksichtigen, daß die
auffallende Abholzigkeit der Thujen mit der Massentafel Douglasie nicht entsprechend
berücksichtigt wird.
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| Aufnahme(Alter) | Höhe (m) | Durchmesser (cm m.R.) | Grundfläche | Volumen ***) Vfm D.m.R. | Formzahl | Stammzahl | Z-Bäume | Bemerkungen |
| | | | ab-solut *) | pro ha | ab-solut *) | pro ha | | ab-solut *) | pro ha | ab-solut *) | pro ha | |
| 1971(17)) | 5,9 | 7,4 | **) | **) | **) | **) | **) | ca. 1050 | ca. 3100 | - | - | Höhe und Durch-messer: Stichprobe von 72 Bäumen |
| 1980(26) | 14,5 | 21,7 | **) | **) | **) | **) | **) | ca. 470 | ca. 1400 | - | - | Höhe: geschätzt; Durchmesser: Stichprobe von 31 Bäumen |
1989 vor Df nach Df (35) | 19,8 20,2 | 25,9 27,5 | 24,3 19,7 | 71,9 58,3 | 194,9 157,6 | 577,5 467,0 | - 0,426 | 461 331 | 1366 980 | 28 28 | 83 83 | Höhe und Durchmesser bezogen auf Grundflächenmittelstamm |
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*) Versuchsfläche: 0,3375 ha
**) nicht berechnet
***) Berechnung mit extrapolierter Massentafel Douglasie (Derbholz)
Tabelle 6: Wuchsleistung des Thuja plicata-Bestandes im Liliental
Ausblick
Für die Zukunft sind weitere Z-Baum orientierte Durchforstungen geplant. Der sich mit
zunehmendem Auflichtungsgrad einstellende natürliche Laubbaum-Unterstand wird übernommen.
In Wegnähe sollen einzelne Bäume mit Solitärcharakter, d.h. mit schöner, tiefer Beastung
erhalten bleiben, um Besuchern das Betrachten von Zweigen aus der Nähe zu ermöglichen.
Literaturhinweise
SCHENK (1939), QUERENGÄSSER (1957), FOWELLS (1965), FORSTAMT DER STADT KÖLN (1972), MITCHELL (1975), BEYSE (1990), DIEZ & BÜRGI (1991)
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