Der Wald in Baden-Württemberg im Jahr 2002 und seine Entwicklung seit 1987 - Die wichtigsten Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur

Holzzuwachs


Abb. 5: Zuwachs und Nutzung (einschließlich im Wald verbliebenem ausgeschiedenen Vorrat) nach Waldeigentumskategorien

Der Holzzuwachs liegt auf einem hohen Niveau und übertrifft alle bisherigen Erwartungen (Abb. 5). Im Durchschnitt lag in der Periode 1987 bis 2002 der Zuwachs über alle Baumarten bei 13,8 Vfm/ha/a (einschließlich Nebenbestand). Dieser Wert ist bundesweit am höchsten und liegt knapp über dem Zuwachs in Bayern. Zu beachten ist, dass es sich um einen periodischen laufenden Zuwachs handelt. Ob dieses Zuwachsniveau weiterhin beibehalten wird, ist eine offene Frage. Zwischen den Waldeigentumsarten variiert der Zuwachs zwischen 13.0 Vfm/ha/a im Staats- und Körperschaftswald und 15,3 im Kleinprivatwald, 15,5 im mittleren Privatwald sowie 14,5 im Großprivatwald. Die Baumarten(gruppen) zeigen sich ebenfalls Unterschiede (Abb. 6). Besonders interessant ist die Gegenüberstellung von laufendem Zuwachs und Vorratsentnahme. Die jährliche Vorratsentnahme (Nutzung zuzüglich im Wald verbliebener ausgeschiedener Vorrat durch natürliche Mortalität) liegt im Mittel über alle Baumarten bei 13,1 Vfm/ha/a . Im Landesdurchschnitt erreicht der ausscheidende Vorrat somit 95% des Zuwachses. Zwischen den Waldeigentumsarten bestehen jedoch Unterschiede: Im Staatswald und im Großprivatwald liegt die Vorratsentnahme mit 14,8 bzw. 16,7 Vfm/ha/a deutlich über dem Zuwachs von 13,0 bzw. 14,5 Vfm/ha/a , im Körperschaftswald ist das Verhältnis nahezu ausgeglichen (Zuwachs 13,0 Nutzung 12,9 Vfm/ha/a), im kleinen und mittleren Privatwald erreicht die Vorratsentnahme lediglich gut 2/3 des Zuwachses (Kleinprivatwald: Zuwachs 15,3, Nutzung 10,0; Mittlerer Privatwald: Zuwachs 15,5, Nutzung 10,5 Vfm/ha/a).


Abb.6: Zuwachs und Nutzung (einschließlich im Wald verbliebenem ausgeschiedenen Vorrat) nach Baumarten(gruppen) im Gesamtwald Baden-Württemberg

Der Anteil der Nutzung (= geernteter Vorrat) am gesamten ausgeschiedenen Vorrat ("Nutzungsquote") liegt im Landesdurchschnitt bei 94%, 6 % des ausgeschiedenen Vorrats ist im Wald verblieben. Dieser Anteil variiert nach Baumart und Waldeigentumsart. So erreicht die Fichte mit 96% den höchsten Anteil der Nutzung am gesamten ausgeschiedenen Vorrat, während Kiefer und Eiche (jeweils etwa 88%) sowie die sonstigen Laubbäume (80%) deutlich geringere Nutzungsquoten erzielen. In den verschiedenen Waldeigentumsarten finden sich ebenfalls Unterschiede: am höchsten ist sie im Großprivatwald (knapp 97%), am niedrigsten (91%) im Kleinprivatwald. Staatswald und Körperschaftswald liegen mit 95 bzw. 94% dazwischen, der mittlere Privatwald erreicht rund 92%. Diese Werte drücken zum einen die unterschiedliche Nutzungsintensität und zum anderen die Baumartenzusammensetzung aus (höhere Laubbaumanteile führen zu niedrigeren Nutzungsanteilen).

Autoren:

Gerald Kändler, Matthias Schmidt, Johannes Breidenbach
Abt. Biometrie und Informatik

Artikel-Datum: 01.01.2005

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