Borkenkäfer-Monitoring

Fallenstandorte der Borkenkäferüberwachung in Rheinland-Pfalz
[ Aktuelle Flugzahlen ]   [ Fallenstandorte in Baden-Württemberg ]  

LVermGeo RLP (Herausgeber: Orthobilder, UEK250, TK25)

nach oben

In den Forstämtern Hochwald und Kaiserslautern wird die Flugaktivität des Buchdruckers mit einem Monitoringsystem beobachtet. Dazu wurden in beiden Forstämtern jeweils vier Standorte auf unterschiedlichen Höhenlagen als Monitoringflächen ausgewählt und mit jeweils vier Theysohn-Schlitzfallen bestückt. Die Fallen wurden mit einem Mindestabstand von 100 Meter untereinander und zum nächsten Fichtenbestand nach Möglichkeit in einem Quadratverband aufgestellt. Dabei wurden je zwei Fallen in Nord-Süd- beziehungsweise in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Jede Falle wurde mit einer Pheroprax-Ampulle als Lockstoff ausgestattet. Als Fallenstandpunkte wurden Freiflächen oder besonnte Bestandeslücken in Laubholzbeständen, ohne störende, den Anflug der Käfer behindernde Verjüngung beziehungsweise Bodenvegetation, ausgewählt.

Aus Gründen der Praktikabilität wurde das Monitoringsystem auf den Buchdrucker Ips typographus beschränkt. Die Art kann auch als Indikatorart für den Kupferstecher Pityogenes chalcographus dienen und ist auf Grund ihrer Individuengröße leichter zähl- und damit auswertbar.

Grundlage des Monitorings sind die Fangzahlen der Pheromonfallen. Mit ihnen kann die Schwärmflugaktivität als ein Parameter der Populationsdynamik von Ips typographus erfasst und damit die Generationsfolge sowie die Anzahl der Geschwisterbruten abgeschätzt werden. Gleichzeitig können auf dieser Grundlage in Kombination mit Untersuchungen zur Brutentwicklung effektive Bekämpfungszeitpunkte festgelegt werden. Die absolute Fangzahl dagegen ist kein Hinweis auf die aktuelle Populationsdichte der Käfer. Vielmehr bestimmt das Brutraumangebot und dessen höhere Attraktivität gegenüber der Falle die Fangzahlen wesentlich, daher wurden die Fallen auch nicht in unmittelbarer Nähe von Fichtenbeständen aufgestellt. Zur Einschätzung der Populationsdynamik und damit zur Prognose des Waldschutzrisikos müssen weitere Parameter berücksichtigt werden; dazu zählen neben den Witterungsverhältnissen auch der Umfang des Stehendbefalls, die Brutbilddichte, die Brutentwicklung und die Käferholzmenge. Entsprechende Angaben werden im Rahmen des Monitorings mit erhoben.

Fallenstandorte

Forstamt Hochwald

 

Forstamt Kaiserslautern

 

Standort

Höhe [m ü. N N]

Standort

Höhe [m ü. N N]

Stw. Züsch

680-730

Stüterhof

480

Stw. Hohe Wurzel

615-635

Geigerhof

350

Gde. Geisfeld

520-545

Waldleiningen

340-350

Gde. Beuren

415

Neubau

235

Die Fallen werden von März bis Ende September wöchentlich kontrolliert und die Fangzahl durch Auszählung oder qualifizierte Schätzung (mittels Messzylinder) ermittelt. Neben der Ermittlung des Fangergebnisses wird bei der Fallenkontrolle auch der Füllstand des Pheromondispensers und damit die Lockwirkung der Falle überprüft. Die Fallenkontrolle wird vom jeweiligen Monitoringforstamt durchgeführt. Zur besseren Vergleichbarkeit der Fangergebnisse wurden die Fangintervalle synchronisiert, so dass die Fallenkontrolle jeweils am gleichen Tag in beiden Monitoringforstämtern erfolgt.

Die Terminierung effizienter Waldschutzmaßnahmen setzt Kenntnisse über die aktuelle Schwärmflugaktivität und den Brutfortschritt voraus, die nur durch ein repräsentatives Monitoring und örtliche Beobachtungen gewonnen werden können. Das Monitoring ist als langfristiges Überwachungsmodell konzipiert. Erst durch den Vergleich mehrerer Fangjahre können wichtige Informationen über die Populationsdynamik der Borkenkäfer und damit für den präventiven Waldschutz gewonnen werden.

Autor:

Abt. Waldschutz

Aktuelle Borkenkäfer-Flugzahlen