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Lage23.11.2011/ KW 47
Mit einem Schwellenwert von 16,5° C bzw. 17° C für ihre Flugaktivität zählen Buchdrucker bzw. Kupferstecher zu den Spätschwärmern. Das trocken-warme Frühjahr 2011 hat die Entwicklung beider Arten zunächst beschleunigt, die Flugaktivität der überwinterten Buchdrucker und Kupferstecher begann an der Wonnhalde Anfang April. Ein Aktivitätsmaximum erreichten die Parentalkäfer beider Arten dort bereits Mitte April (16. KW) mit 2.082 Buchdruckern und 4.400 Kupferstechern pro Falle. In dieser Woche wurde eine mittlere Temperatur von 15,6° C und Maximaltemperaturen bis 22,1°C gemessen, die deutlich über dem langjährigen Mittel liegen.
Über 60 % aller Einbohrungen von Buchdruckern und Kupferstechern im Fangbaum wurden entsprechend im Monat April gezählt. Anfang Juni (22. KW) wurden am Fangbaum die ersten Jungkäfer beobachtet. Demnach begann die Flugaktivität der neuen Generation Ende Juni/Juli zur Anlage der 2. Generation. Der kühl-feuchte Witterungsverlauf ab Juni hat die Populationsdynamik der Borkenkäfer gebremst. Im August sank die Flugaktivität der Buchdrucker und Kupferstecher auf unter 5 % der Gesamtaktivität. Der August war mit mittlerer Temperatur von 19,3° C der wärmste Monat im Zeitraum des Monitorings. Die mittlere Niederschlagsmenge betrug in diesem Monat 10,35 mm. In den unteren und mittleren Lagen wurden so zwei Generationen angelegt, eine dritte Generation wurde demnach kaum noch angelegt. Das Borkenkäfer-Monitoring wurde Ende Oktober beendet. Seitdem ist es überdurchschnittlich warm, es fallen keine bis geringe Niederschläge. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Entwicklung der Käfer unter der Rinde bei diesen Temperaturen lokal weiterläuft.
Folgerungen für die PraxisEs ist davon auszugehen, dass die Jungkäfer der ersten Generation im Juli und August erfolgreich Bruten angelegt haben. Der Stehendbefall, der damit einherging, kann teilweise übersehen worden sein. Die Bohrmehlsuche wurde durch die trocken-warme Witterung ab Mitte August bis einschließlich September erleichtert. Allerdings zeichneten die befallenen Fichten nicht entsprechend durch Nadelverluste oder -verfärbung. Die Kronen der Fichten sind vielmehr trotz des erfolgreichen Brutgeschehens weiterhin grün und werden erst im Laufe des Winters bzw. im nächsten Frühjahr durch Nadelverluste und -verfärbungen bzw. Rindenabfall deutlich erkennbar werden. Teilweise können befallene Bäume auch durch den Spiegelschlag der Spechte erkannt werden.
Der Buchdrucker überwintert sowohl in den befallenen Bäumen als auch in der Bodenstreu und in Baumstümpfen. Der warme Witterungsverlauf im Herbst hat den Käfern in den vergangenen Jahren regelmäßig ermöglicht, ihre Entwicklung vollständig abzuschließen, die Brutbäume zu verlassen und im Boden zu überwintern. Ab diesem Zeitpunkt sind die Tiere nicht mehr zu bekämpfen. In den kommenden Wochen gilt es daher weiterhin befallene Bäume mit überwinternden Käferstadien zu erkennen, einzuschlagen und entsprechend den integrierten Waldschutzstrategien zu behandeln. Eingeschlagene Stämme müssen bis zum Frühjahr abgefahren werden, es soll in der Zeit der Vegetationsruhe kein bruttaugliches Material im Bestand bleiben, weil es im Frühjahr gleich vom Buchdrucker angenommen werden kann.
Von März 2012 an werden wir Ihnen an dieser Stelle wieder die aktuellen Fangzahlen der drei Borkenkäferarten von unseren drei Monitoringflächen mit den entsprechenden Empfehlungen für die Praxis präsentieren. Wie gewohnt werden die Fangzahlen den aktuellen Witterungsdaten (Niederschläge, Temperatur, Globalstrahlung) gegenübergestellt.
Ihre Kommentare, Verbesserungsvorschläge oder Anregungen zum Borkenkäfermonitoring schreiben Sie bitte an reinhold.john@forst.bwl.de
Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.  Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen (Zum Vergößern bitte klicken)
Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Ochsenschlag" 700m ü.N.N.  Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen (Zum Vergößern bitte klicken)
Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.  Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen (Zum Vergößern bitte klicken)
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