Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2017
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Lage

07.07.2017
Das war nur eine kurze Wetterberuhigung. Die neuerliche trockene Hitze stresst die Bäume und fördert die Borkenkäfer, vor alle, Weißtannen und Fichten zeichnen derweil stark.
Überall wurde schon die zweite Buchdrucker-Generation angelegt, noch fliegen Käfer der ersten Generation aus, dies verstärkt sich schon bald durch die ausfliegenden Geschwisterbruten.
Es soll heiß bleiben, es kann derzeit überall zu Stehendbefall kommen. Gerade in schattigen Lagen, so in sonst kühlen Bachtälern, kann es auch zu Befall kommen, weil der Käfer sich bei über 30 Grad C in klimatisch gemäßigte Bestandesbereiche zurückzieht.

Folgerungen für die Praxis

Bitte kontrollieren Sie nun immer wieder WÖCHENTLICH Ihre Bestände auf Käferbefall: Folgende Merkmale sind zu beachten:

- braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation
- Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, v. a. am Kronenansatz
- Helle Flecken, sogenannte „Spiegel“ auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und das helle Splintholz sichtbar wird
- Charakteristische Fraßbilder unter der Rinde
- Rötung
- Abfall grüner oder roter Nadeln


Kontrollen Sie Ihre Wälder, zu kontrollieren sind:
Alle stehenden Fichtenbestände.
Nach Schadereignissen, Hiebsmaßnahmen und Pflegeeingriffen liegengebliebenes, bruttaugliches Material.
Aufgearbeitetes in der Nähe gefährdeter Bestände lagerndes Nadelholz.

WANN UND WIE HÄUFIG?
Beginn im Frühjahr nach dem ersten Flug, JETZT! bis September.
Je nach Gefahrenlage im ein- bis zweiwöchigen Turnus.
Kontrollen aussetzen bei starken Wind oder Regen, da Bohrmehl weggeweht bzw. abgewaschen werden kann.

WO?
Kontrollen gezielt im Bereich vorjähriger Befallsorte
Südexponierte Lagen und aufgerissene Bestandesränder
An Rändern von Windwurf- und Schneebruchnestern
Alle Fichtenbestände bei entsprechender Gefahrenlage
Jungwüchse bei der Gefährdung durch Kupferstecher

WIE?
In älteren Beständen einzeln, d.h. Baum für Baum
Anlage einer Befallskarte für die Organisation einer raschen Aufarbeitung und Abfuhr. Sie dokumentiert und dient für weitere Kontrollen im Jahresverlauf und in den Folgejahren.
Befallene Bäume für den Einschlag auffällig markieren

Und dann reagieren:

KÖNNEN SIE DAS HOLZ NICHT RECHTZEITIG AUS DEM WALD BRINGEN, SIND FOLGENDE VERFAHREN ZU ÜBERLEGEN:

Stämme entrinden
oder notfalls
berindete Stämme mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel behandeln.
Bei akuter Gefährdung durch Kupferstecher ist zusätzlich das Hacken oder kontrollierte Verbrennen (Landeswaldgesetz beachten!) des schwachen Materials zu überlegen. Aus Gründen der Nährstoffnachhaltigkeit wird empfohlen, das Hackmaterial zurück in den Bestand zu verblasen.

EINZUHALTENDE FRISTEN VOM ERKENNEN BIS ZUR HOLZABFUHR:
April bis etwa September:
je nach Entwicklungsphase der Käferbrut 2 bis 5 Wochen, werden Jungkäfer gefunden, dann so schnell wie möglich

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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