Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2016
[ Wetterdaten ]  [ Vergleich Flugzahlen - Wetterdaten ]  [ Fallenstandorte der Borkenkäferüberwachung ]
[ Bundesland ]    [ Käferart ]    [ Jahr ]      [ Jahresvergleich ]   
 

Lage

18.08.2016

In milderen Lagen gibt es eine dritte Buchdrucker-Generation, sie befindet sich idR im ersten Larvenstadium. Im Schwarzwald, in mittleren und höheren Beständen, da finden sich vor allem Vertreter der zweiten Generation, hier gibt es alle weißen Phasen, vom Ei bis zur Puppe, hier und da sind auch Jungkäfer nicht auszuschließen. Im Ravensburger Raum beginnt der Ausflug der zweiten Generation. Es soll nach kurzer Unterbrechung wieder sommerlich, ja sogar heiß werden. Ausfliegende Käfer können immer noch zu Stehendbefall führen, derzeit wird allerdings wenig Käferholz gefunden, gleichwohl alles liegende Holz im Wald rasch besiedelt wird.

Folgerungen für die Praxis

ERKENNEN, EINSCHÄTZEN, HANDELN – KENNZEICHEN EINES KÄFERBEFALLS SIND:
• Braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation
• Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, v. a. am Kronenansatz
• Helle Flecken, sogenannte „Spiegel“ auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und das helle Splintholz sichtbar wird
• Charakteristische Fraßbilder unter der Rinde
• Rötung
• Abfall grüner oder roter Nadeln

Wo soll kontrolliert werden?

• derzeit muss weiter verstärkt nach stehendbefallenen Fichten vor allem auch im Bestandesinneren gesucht werden
• gezielt im Bereich vorjähriger Befallsorte
• an südexponierten Lagen und aufgerissenen Bestandesrändern
• an Rändern von Windwurf- und Schneebruchnestern
• in allen Fichtenbeständen bei entsprechender Gefahrenlage
• an Jungwüchsen bei der Gefährdung durch Kupferstecher


Wie soll kontrolliert werden?

• Jetzt, gegen Ende der Hauptsaison, kennen Sie Zweifel- und Verdachtsfälle, diese nochmals gezielt anlaufen und kontrollieren. Harztropfen, aber kein Bohrmehl? Zur Not lieber mal eine Fichte mehr umschneiden im Pufferstreifen!

• durch auffällige Markierung befallener Bäume für den Einschlag; da hat eine Jede/ein Jeder seine eigene Methode. Nicht zu bunt treiben, bitte.

Was ist dann zu tun?

• Die Suche nach Bohrmehl wird gerade erschwert durch den verzettelten und halbherzigen Ausflug. Augen und Ohren auf von Sonntag an. Die Sonne wird den Flugbetrieb wieder ein wenig ankurbeln
• Befallene Fichten müssen rasch aus den Beständen entfernt werden, um damit den Bruterfolg der Borkenkäfer frühzeitig zu mindern. Dies gilt auch, wenn es sich dabei nur um den Befall von Einzelbäumen oder um sehr kleine Befallsherde handelt.
• Sollte die Abfuhr eines Stammes nicht möglich sein, so sollte dieser grundsätzlich entrindet werden.
• Kronenmaterial sollte unverzüglich gehackt werden.
• Nicht rechtzeitig aufgearbeitete, aber bereits eingeschlagene Bäume, aus denen die Jungkäfergenerationen des Buchdruckers bzw. des Kupferstechers bereits sicher ausgeflogen sind, sollten nun noch mindestens vier Wochen in den Beständen belassen werden. Dadurch wird auch den sich langsamer entwickelnden Gegenspielern der Ausflug im Befallsgebiet ermöglicht.

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
(Zum Vergößern bitte klicken)



 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
(Zum Vergößern bitte klicken)



 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
(Zum Vergößern bitte klicken)