Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2019
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Lage

9.4.2019

Während die kühl-feuchte Witterung den Beginn der Schwärmphase in den höheren Lagen des Schwarzwaldes (>700 m ü.NN.) derzeit noch komplett verhindert, beginnen in den tiefen und mittleren Lagen bereits seit Anfang des Monats vereinzelt überwinternde Käfer auszufliegen und sich an sonnenbegünstigten Standorten, z.B. in liegendes Sturmholz, einzubohren. Im Vergleich zu 2018 sind aktuell an den entsprechenden Fallenmonitoring-Standorten im Südschwarzwald (400-600 m ü.NN.) bereits deutlich mehr Buchdrucker gefangen worden, die Hauptschwärm- und Befallsphase lässt aber auch hier noch auf sich warten.

Laut Wetterprognosen werden Schwärmbedingungen (>16°C) bis Ostern in weiten Landesteilen nicht erwartet; vielmehr sorgt Kaltlufteinfluss aus dem Norden auch in der kommenden Woche für kühle Temperaturen und Niederschlag.

Folgerungen für die Praxis

Generell führen 2 Faktoren zu einer zu erwartenden sehr kritischen Buchdrucker-Situation im Jahr 2019 (siehe dazu auch WALDSCHUTZ-INFO 1/2019 unter http://www.fva-bw.de/publikationen/wsinfo/wsinfo2019_01.pdf):

(1) die guten thermalen Entwicklungsbedingungen in 2018, bis weit in den Herbst hinein, führten zu einem weitgehenden Erreichen überwinterungsfähiger Stadien der 3. Generation. Durch die folglich geringe Wintermortalität konnte sich die Populationsdichte kaum reduzieren, so dass zumindest für das II. Quartal 2019 (wohl auch für III/2019) ein sehr hoher Befallsdruck zu erwarten ist. Der Großteil der überwinternden Individuen befindet sich nun im ausflugsfähigen Stadium und wartet lediglich auf den temperaturgesteuerten Startschuss zum Schwärmen.

(2) Die Sturmereignisse in den Wintermonaten (z.B. Sturm „Eberhard“ Mitte März) plus Schnee- und Eisbruch hinterließen große Mengen an liegendem und gebrochenem Holz in weiten Landesteilen, welche ohne rechtzeitige Aufarbeitung perfektes Brutmaterial für die überwinternden Buchdrucker darstellen. Der Befall des geworfenen und gebrochenen Holzes reduziert zwar zunächst den Stehendbefall, führt aber letztlich in den Folgegenerationen zu einer nochmals erhöhten Population, welche dann gesunde Fichten befällt.

Stehendbefall ist aufgrund des ausbleibenden Schwärmfluges noch nicht zu erwarten, das Management sollte sich derzeit neben der Identifizierung und Entfernung der stehenden Überwinterungsbäume auf die Entfernung des liegenden und gebrochenen potentiellen Brutmaterials (Windwürfe, Gipfelbrüche) sowie noch stehender abgebrochener Stämme konzentrieren. Abgebrochene Stämme gelten dabei als unproblematisch und können belassen werden, wenn mindestens etwa ⅔ der Krone noch vorhanden ist. Bei dünnem Stammholz bzw. Gipfelbrüchen besteht neben der Abfuhr zudem die Möglichkeit der Hackung zur Reduzierung des Befallsrisikos, insbesondere auch durch den Kupferstecher (WALDSCHUTZ-INFO 1/2019).

Ausblick: Mit Beginn des Schwärmfluges ist dann das routinemäßige Management auf Befall an stehenden Fichten zu beginnen. Aufgrund der besonders dringlichen Situation sind in diesem Jahr wöchentliche Kontrollen anzuraten!

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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