Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Rheinland-Pfalz im Jahr 2019
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Lage

9.4.2019

Aufgrund der kühl-feuchten Witterung der letzten Wochen erfolgt aktuell noch kein nennenswerter Ausflug der überwinternden Buchdrucker. Dies belegen die Daten des Fallenmonitorings sowohl im Hochwald (noch keine Käfer in den Fallen) als auch im Pfälzerwald (jeweils Ø 8 Käfer pro Falle in 13. und 14. KW). Dementsprechend sind an den liegenden Brutbäumen auch erst ganz vereinzelte Einbohrungen erkennbar, ausschließlich an sonnenbegünstigten Standorten (14. KW, nur Pfälzerwald).

Kaltlufteinfluss aus dem Norden bringt Rheinland-Pfalz auch in der kommenden Woche kühle Temperaturen und Niederschlag, d.h. ungünstige Schwärmbedingungen für den Buchdrucker. Es wird daher bis Ostern voraussichtlich nicht zum Beginn des Schwärmfluges kommen, welcher also in diesem Jahr im Vergleich zu den beiden Vorjahren etwas verspätet starten wird. Der Schwärmbeginn ist erst dann zu erwarten, wenn an einigen Tagen am Stück die kritische Schwärmschwelle von 16°C überschritten wird.

Folgerungen für die Praxis

Generell führen 2 Faktoren zu einer zu erwartenden sehr kritischen Buchdrucker-Situation im Jahr 2019 (siehe dazu auch WALDSCHUTZ-INFO 1/2019):

(1) die guten thermalen Entwicklungsbedingungen in 2018, bis weit in den Herbst hinein, führten zu einem weitgehenden Erreichen überwinterungsfähiger Stadien der 3. Generation. Durch die folglich geringe Wintermortalität konnte sich die Populationsdichte kaum reduzieren, so dass zumindest für das II. Quartal 2019 (wohl auch für III/2019) ein sehr hoher Befallsdruck zu erwarten ist. Der Großteil der überwinternden Individuen befindet sich nun im ausflugsfähigen Stadium und wartet lediglich auf den temperaturgesteuerten Startschuss zum Schwärmen.

(2) Die Sturmereignisse in den Wintermonaten (z.B. Sturm „Eberhard“ Mitte März) hinterließen große Mengen an Windwurf und –bruch in weiten Landesteilen, welche ohne rechtzeitige Aufarbeitung perfektes Brutmaterial für die überwinternden Buchdrucker darstellen. Der Befall des geworfenen Holzes reduziert zwar zunächst den Stehendbefall, führt aber letztlich in den Folgegenerationen zu einer nochmals erhöhten Population, welche dann gesunde Fichten befällt.

Stehendbefall ist aufgrund des ausbleibenden Schwärmfluges noch nicht zu erwarten, das Management sollte sich derzeit neben der Identifizierung und Entfernung der stehenden Überwinterungsbäume auf die Entfernung des liegenden potentiellen Brutmaterials (Windwürfe, Gipfelbrüche) sowie noch stehender abgebrochener Stämme konzentrieren. Abgebrochene Stämme gelten dabei als unproblematisch und können belassen werden, wenn mindestens etwa ⅔ der Krone noch vorhanden ist. Bei dünnem Stammholz bzw. Gipfelbrüchen besteht neben der Abfuhr zudem die Möglichkeit der Hackung zur Reduzierung des Befallsrisikos, insbesondere auch durch den Kupferstecher (WALDSCHUTZ-INFO 1/2019).

Ausblick: Mit Beginn des Schwärmfluges ist dann das routinemäßige Management auf Befall an stehenden Fichten zu beginnen. Aufgrund der besonders dringlichen Situation sind in diesem Jahr wöchentliche Kontrollen anzuraten!

 Fangzahlen Hochwald, 380-650 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im submontanen bis montanen Gebiet. Summe von 3 Fallenstandorten von 380-650m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Pfälzer Wald, 370-510m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet. Summe von 3 Fallenstandorten von 370-510m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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