Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Gestreiften Nutzholzborkenkäfers (Xyloterus lineatus ) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2019
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Lage

4.6.2019

Mit den seit Ende Mai landesweit warmen Temperaturen hat der Hauptschwarm der Überwinterer bis in die Hochlagen der Mittelgebirge eingesetzt und wird sich auch in den kommenden Tagen fortsetzen. Hinzu kommt in den Tallagen sowie den besonnten Bereichen der mittleren Lagen, wo bereits ab Mitte April verstärkt F1-Bruten angelegt wurden, der Schwärmflug zur Anlage von Geschwisterbruten. Diese aktuell intensive Schwärmaktivität spiegelt sich in den nun seit 2 Wochen deutlich erhöhten Fangzahlen an den Monitoring-Standorten im Süd- und Nordschwarzwald wider (ca. 500-4000 Käfer / Falle / Woche). Am Feldberg (Monitoring-Standort auf ca. 1200 m) fliegen die Käfer seit Ende Mai, und zwar sehr intensiv (9100 Käfer / Falle in KW 21).

Damit besteht flächendeckend ein hohes Risiko für frischen Stehendbefall! Es ist aufgrund der Kalamitätssituation davon auszugehen, dass dieses hohe Risiko über die Sommermonate weiterhin anhält. Die F1-Generation wird je nach Höhenlage und Sonnenbegünstigung voraussichtlich ab Mitte Juni ausfliegen.

Insgesamt hängt damit die Buchdruckerentwicklung in 2019 zwar deutlich hinter den letztjährigen Rekordwerten zurück (z.B. in tiefen und mittleren Lagen etwa um 2 Wochen verzögert, in Hochlagen bis 4 Wochen verzögert), liegt aber im langjährigen Mittel. Die kühlen Frühjahrsmonate haben eine weitere Eskalation der Befallssituation in 2019 bisher weitgehend verhindert, eine generelle Entwarnung bzw. Prognose zur Abschwächung der Kalamität in Richtung 2020 kann aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben werden.

Folgerungen für die Praxis

Die volle Konzentration gilt nun den frisch befallenen stehenden Fichten! Wichtig sind wöchentliche Kontrollgänge, um bereits die ersten Anzeichen des Befalls (z.B. Harztröpfchen am Kronenansatz, Spechtspiegel und braunes Bohrmehl am Stammfuß oder hinter Rindenschuppen) zu entdecken und die Befallsbäume rechtzeitig aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen. Priorität bei der Stehendbefallssuche haben zunächst besonnte aufgelockerte Bestände, Bäume in der Nähe zu (saniertem) Vorjahresbefall sowie an freigestellten Bestandesrändern. Auch bereits durch Vorschädigung betroffene Bäume (Kupferstecher: abgestorbener Gipfel; Sturm: Kronenbruch) werden durch den Buchdrucker bevorzugt befallen.

Die Aufarbeitung der befallenen Wind-, Eis- und Schneebrüche aus dem Winter und Frühjahr sollte, soweit noch nicht geschehen, bis spätestens Mitte Juni abgeschlossen werden, da ansonsten ausflugfähige F1-Stadien zu Neubefall im Umfeld führen können. Bei der Hackung von befallenem Gipfelmaterial bitte darauf achten, dass die Hackschnitzel nicht im Wald verblasen werden, um dem Risiko der weiteren Brutentwicklung von Kupferstechern in größeren Hackschnitzeln vorzubeugen. Hier empfiehlt sich die thermische Verwertung bzw. das Lagern auf abgedeckten Haufen.
Gleichermaßen sind im oder am Wald lagernde Polter mit besiedeltem Holz unbedingt rechtzeitig vor dem Ausflug der F1-Käfer abzufahren oder unschädlich zu machen.

Ein sorgfältiges Management im Frühjahr lohnt sich ganz besonders, da man damit die F1-Generation möglichst klein halten und somit der Potenzierung des Befallsrisikos durch die folgende(n) Generation(en) frühzeitig und effektiv begegnen kann. Zur Erinnerung: ein übersehener Befallsbaum kann in der Folgegeneration bis zu 20 weitere Befallsbäume verursachen.

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Gestreiften Nutzholzborkenkäfers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Gestreiften Nutzholzborkenkäfers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Gestreiften Nutzholzborkenkäfers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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