Warum ist der Wald so trocken?

Projekt 1718: Y4DRY - Waldschäden besser verstehen

Die Wälder in Baden-Württemberg befinden sich nach den heißen und trockenen Jahren 2018, 2019 und 2020 in einem besorgniserregenden Zustand. Die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Waldzustandserhebung, welche den Vitalitätszustand der Wälder Baden-Württembergs beschreiben, belegen für 2020 das höchste mittlere Schadniveau seit Beginn der Datenaufnahme 1985. (Waldzustandsbericht 2020, PDF 8,9MB) Fast die Hälfte aller erhobenen Bäume in Baden-Württemberg weist deutliche Schäden auf. Immer mehr dieser Schäden sind bedingt durch Trockenstress und den damit verbundenen nachfolgenden Herausforderungen wie Insekten- oder Pilzbefall. Längst ist nicht mehr nur die häufigste Baumart Baden-Württembergs, die flachwurzelnde und für Borkenkäferbefall anfällige Fichte, betroffen. Auch die anderen Hauptbaumarten Tanne, Buche und Eiche weisen in den letzten Jahren ein erhöhtes Schadgeschehen auf.

 

Zielsetzung

Deshalb ist das Ziel des Notfallplanprojekts Y4DRY (Why are forests dry?), die Ursachen für Trockenschäden sowie das Absterben der Hauptbaumarten aufgrund von extremer Witterung besser zu verstehen. So sollen unter anderem überlebenskritische Grenzwerte der Wasserversorgung abgeleitet werden, die für viele Baumarten noch nicht genau bekannt sind. Durch ein verbessertes Verständnis des baumartenspezifischen Schadgeschehens soll eine zusätzliche Grundlage für Empfehlungen hinsichtlich des klimaangepassten Waldumbaus und der Wiederbewaldung nach Schadjahren geschaffen werden.

 

Vorgehensweise

Dafür werden in statistischen Modellen Zusammenhänge zwischen berichteten Schäden und standortspezifischen Informationen zu Witterung/Klima, Boden-, Nährstoff- und Wasserhaushalt untersucht. Witterung beschreibt kurzfristige Ereignisse/Extreme, Klima die langjährige Dynamik.
Die Zielgrößen sind der Nadel-/Blattverlust, welcher die prozentuale Kronenverlichtung eines Baumes in Bezug zu einem gesunden Referenzbaum beschreibt, sowie die jährliche Mortalität, welche Aufschluss über den Anteil jährlich abgestorbener Bäume gibt. 

Des Weiteren soll ein besonderer Fokus auf das Schadgeschehen der letzten Jahre gelegt werden. Die Identifizierung besonders betroffener Schadflächen mittels Fernerkundung ist ein Ziel des Notfallplan-Projekts 1704 - Fernerkundungsbasierte Waldschadenskarten. An besonders betroffenen Standorten, wie z.B. in der Modellregion Landkreis Waldshut, sollen auf den identifizierten Schadflächen intensive Ursachenanalysen durchgeführt werden. Im Gegenzug können die Fernerkundungsergebnisse mit den terrestrischen Aufnahmen der Waldzustandserhebung validiert werden („groud truth“).

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