Forstliches Management und Ökosystemleistungen

Der Name der neu konzipierten Abteilung ist Programm. Hier sind künftig die Themen zusammengeführt, die unmittelbar mit dem Management von Forstbetrieben in Verbindung stehen. Hauptzielgruppen sind die verantwortlichen Akteure im Wald, angefangen bei einzelnen Waldbesitzenden, über Kommunen und Forstpersonal, auch die Unterstützung von ForstBW als Anstalt des öffentlichen Rechts gehört zu unseren Aufgaben. Das Spektrum der Themen reicht damit von der Bereitstellung des nachhaltigen Rohstoffs Holz, als historische Wurzel der Forstwirtschaft, bis zum aktiven Management der vielfältigen Ökosystemleistungen des Waldes. Beispielhaft seien die Erholungsnutzung und Sicherung der Biodiversität genannt. Im Vordergrund der Beratungs- und Forschungstätigkeit stehen die Optimierung und der Ausgleich der verschiedenen Waldfunktionen unter den Rahmenbedingungen eines rasch voranschreitenden Klimawandels, der in zunehmendem Maße alle Leistungen der Forstwirtschaft und Wirkungen des Waldes beeinflusst. Die Gliederung in drei Arbeitsbereiche bildet dieses Spannungsfeld ab.

Unter dem Namen Forstökonomie werden finanzielle Themenstellungen bearbeitet. Dazu zählen klassische betriebswirtschaftliche Themen, Fragen der Waldbewertung aber auch monetäre Wechselwirkungen zwischen Forstwirtschaft und der Bereitstellung von Ökosystemleistungen.

Der Arbeitsbereich Nachhaltigkeit und Ökosystemleistungen nimmt sich der Fragestellung aus der gesellschaftlich immer wichtigeren nichtmonetären Perspektive an. Welche Ökosystemleistungen werden von Bürgern nachgefragt, wie gleicht man die oft konkurrierenden Ansprüche aus? Hier sind auch Fragen der Strategieentwicklung, der Entscheidungsunterstützung und der Außendarstellung der Tätigkeit im Wald angesiedelt. Alltagskommunikation der Forstbranche, Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlberichterstattung ergänzen das Spektrum.

Die hoch aktuellen Themen Risiko- und Krisenmanagement bilden den dritten, fast schon selbst erklärenden Arbeitsschwerpunkt. Hier stehen die Methodenentwicklung, aber auch die praktische Beratung der Akteure vor Ort im Vordergrund, um sich besser auf die zunehmenden Unsicherheiten einzurichten. Hier spielt die Zusammenarbeit mit nationalen und europäischen Partnern in Netzwerken eine herausgehobene Rolle.

Arbeitsbereiche

Die Abteilung stellt die gesamte Bandbreite forstökonomischer Themen bereit. Wenn es dabei um die eher klassischen Aufgabenfelder geht, ist der Arbeitsbereich Forstökonomie die richtige Adresse. Dazu zählen die traditionelle forstliche Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling, Waldbewertung, Organisations- und Strategieforschung sowie die Kalkulation von Förderprogrammen.

Verstärkt geraten auch neuartige Kostenstrukturen in den Blick. Hierbei geht es um die ökonomischen Auswirkungen von Naturschutz, Erholung und anderen externen Einflüssen auf den Wald, die mit den derzeitigen betrieblichen Rechnungssystemen nicht abgebildet werden können.

Als wesentliche Datengrundlage für ökonomische Berechnungen betreibt der Arbeitsbereich zwei forstbetriebliche Monitoringnetze. Sie garantieren einen tiefen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe des privaten und öffentlichen Waldbesitzes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Testbetriebsnetze.

Projekte im Arbeitsbereich

Aktuell kein Projekt vorhanden.

Was wäre wenn? Das ist die entscheidende Frage mit der sich das forstliche Risiko- und Krisenmanagement befassen. Während Risikomanagement das Erkennen und Steuern von zumeist unerwünschten Abweichungen von betrieblichen Zielen im Blick hat, widmet sich das Krisenmanagement dem systematischen Umgang mit Krisensituationen, sowohl präventiv, als auch reaktiv. Potentielle Krisen gibt es in der Forstwirtschaft viele: Stürme, Kalamitäten, Klimaveränderungen oder auch gesellschaftliche Umbrüche.

Dabei braucht es Informationen aller forstwissenschaftlichen Disziplinen, damit Forstbetriebe sich anpassen können, im Wald und im Betrieb als Ganzes. Damit es gelingt, die Summe an Informationen in betriebliche Entscheidungen einzubinden, ist der Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis von hoher Bedeutung. Welche Methoden und Kooperationen am besten geeignet sind, Bewusstsein für die Risiken und Herausforderungen zu schaffen, ist zentrales Forschungsfeld dieses Arbeitsbereichs.

Projekte im Arbeitsbereich

Adaptionsbarrieren erkennen und durch optimierte Didaktik überwinden

1505 Das Projekt BARDI befasst sich mit Adaption an den Klimawandel und identifiziert zielgruppenspezifische Barrieren, die dem entgegenstehen. Es untersucht außerdem den Zusammenhang zwischen der didaktischen Aufbereitung von Veranstaltungen und ihrem Erfolg, diese Barrieren zu überwinden. 2019 2021 Klimafolgenforschung Risiko- & Krisenmanagement Forstökonomie (Projektleitung und Durchführung) Simone Herpich

WiKi4KoNeKKTiW

1450 Das Projekt Wiki4KoNeKKTiW unterstützt die Risikovorsorge und das Risikomanagement von privaten Waldbesitzern und ihrer Zusammenschlüsse über die Schaffung einer modernen Plattform, dem WALD-WIKI. Diese offene, partizipative Wiki-Plattform soll die Kommunikation unter Waldbesitzern und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen erleichtern und den Zugang zu regionalen Informationen verbessern. 2015 2020 ohne Schwerpunkt Risiko- & Krisenmanagement Waldschutz (Zulieferung von Informationen zumThema Waldschutz) Forstökonomie (Projektbearbeitung als mitwirkender Projektpartner in einem Verbundprojekt des Fraunhoferinstituts Magdeburg, der AGDW und zwei derer Landesverbände. Forstfachliche Begleitung des Gesamtprojektes) Julia Schmitt

Überwindung von Adaptionshemmnissen bei der Weiterentwicklung von Waldökosystemen durch Netzwerkbildung, soziales Lernen und Risikomanagement - Kompetenz-Netzwerk Klimawandel, Krisenmanagement und Transformation von Waldökosystemen (KoNeKKTiW)

1378 Das Projekt KoNeKKTiW steht für Kompetenz-Netzwerk Klimawandel Krisenmanagement und Transformation in Waldökosystemen. Es vernetzt und qualifiziert Akteure rund um den Wald, um den Herausforderungen des Klimawandels gemeinsam zu begegnen. Die Hauptziele des Projekts sind: (1) Ein Kompetenznetzwerk aufbauen und etablieren. (2) Eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis bauen. (3) Bewusstsein für die Themen Klimawandel und Risiko schaffen. 2014 2020 Klimafolgenforschung Risiko- & Krisenmanagement Waldschutz (Zulieferung von Beiträgen und stellvertretende Projektkoordination) Forstökonomie (Gesamtprojektleitung) Jakob Hörl Verena Quadt

Wald war schon immer mehr als die Produktionsstätte von Holz. Er erfüllt viele weitere wichtige Leistungen, wie zum Beispiel Lärmschutz, Luftreinhaltung, Senkung der Lufttemperaturen (was insbesondere in urbanen Räumen wichtig ist) sowie Trinkwasser-, Boden- und Hochwasserschutz. Wälder stellen zudem wichtige Habitate für Pflanzen und Tiere dar und tragen zum Wohlbefinden, Gesundheit und Lebenszufriedenheit der Bevölkerung bei. Die Bedeutung der einzelnen Leistungen des Waldes war und ist jedoch einem permanenten Wandel unterworfen und nicht frei von Zielkonflikten. In diesem Arbeitsbereich geht es darum, Nachfrage und Bereitstellung dieser vielfältigen Ökosystemleistungen „im Auge zu behalten“ und Methoden zu entwickeln, diese dauerhaft zu sichern. Anders formuliert, die Nachhaltigkeit im Wald in einem umfassenden und dynamischen Verständnis zu sichern. Dabei spannt sich der Betrachtungsraum von einer Waldstrategie auf Landesebene bis hin zu Entscheidungen unmittelbar für die einzelne Waldfläche im Rahmen der Forsteinrichtung.
Bei der Vielfalt der Interessen am Wald, braucht es hierzu Verfahren, die diese verschiedenen Ansprüche transparent machen und die eine faire Beteiligung der Akteure ermöglichen. Wo Ziele nicht miteinander vereinbart werden können, braucht es nachvollziehbare Methoden, die Entscheidungen unterstützen, welche Priorität im Einzelfall verfolgt wird. In diesem Arbeitsbereich steht die Entwicklung und Anwendung solcher Verfahren, oft in Pilotprojekten im Mittelpunkt.
Die im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen oft beispielhaft nachhaltige Erbringung dieser Leistungen im Wald reicht heute nicht mehr aus. Das Handeln im Wald muss erklärt werden und Erfolge, aber auch erkannter Verbesserungsbedarf glaubhaft kommuniziert und vermittelt werden. Themen wie das Kommunikationsverhalten der Forstwirtschaft, moderne didaktische Wege zur Wissensvermittlung aber auch neue Formen der Berichterstattung runden daher den Arbeitsbereich ab. Beispiele hierfür sind Nachhaltigkeitsberichte und Gemeinwohlbilanzen.

Projekte im Arbeitsbereich

Aktuell kein Projekt vorhanden.

Aktuelle Forschungsergebnisse

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