Wildunfälle

Wildunfälle haben gravierende Auswirkungen sowohl auf Tiere als auch auf die Verkehrssicherheit. Durchschnittlich wird alle zwei Minuten in Deutschland ein größeres Säugetier durch Straßenverkehr getötet. Gleichzeitig sterben jedes Jahr rund 15 Personen durch Wildunfälle und 2.000 – 3.000 Personen werden leicht bis schwer verletzt. Die Sachschäden liegen bei mehr als 750 Millionen Euro, die jährlich reguliert werden.

Um Wildunfälle zu vermeiden, kommt eine Reihe von Maßnahmen zur Anwendung. Neben elektronischen Wildwarnanlagen und Grünbrücken als Querungshilfen für Wildtiere werden vor allem Wildschutzzäune und Wildwarnreflektoren in wildunfallträchtigen Bereichen eingesetzt. Wildwarnreflektoren werden seit vielen Jahrzehnten genutzt und am häufigsten in der Wildunfallprävention verwendet, obwohl es widersprüchliche Aussagen zur Wirksamkeit von Reflektoren gibt.

Aufgaben & Ziele

Gewinnung von Erkenntnissen zu verschiedenen Maßnahmen in der Wildunfallprävention, um letztendlich Lösungsansätze und Konzepte zu entwickeln, die eine nachhaltige Reduzierung der hohen Wildunfallzahlen erreichen sowohl im Hinblick auf die Verkehrssicherheit als auch tierethische und naturschutzrechtliche Aspekte.

Forschung zu Wildunfällen

Die FVA Baden-Württemberg forscht umfassend zum Thema Wildunfallprävention, mit dem Ziel langfristige Lösungsstrategien zur Verhinderung von Wildunfällen zu entwickeln. Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf verschiedenen Präventionsmaßnahmen wie z.B. elektronischen Wildwarnanlagen, Grünbrücken, Wildschutzzäunen und Wildwarnreflektoren. Letztere stehen in der aktuellen Forschung im Zentrum, um wissenschaftliche Ergebnisse zu gewinnen, ob Wildwarnreflektoren tatsächlich zur Wildunfallvermeidung beitragen. In einem ersten Schritt konnte gezeigt werden, dass blaue Halbkreisreflektoren keine Verhaltensänderungen bei Rehen hervorrufen die zur Verhinderung von Wildunfällen führen.

Zurzeit erfolgt die Durchführung eines dreijährigen Forschungsprojektes. Neben der Untersuchung der Wirksamkeit weiterer Wildwarnreflektoren auf unterschiedliche Wildtierarten sowie einer Kartierung der Straßenabschnitte in Baden-Württemberg, an denen Wildwarnreflektoren montiert sind, steht die Bildung eines Arbeitskreises im Zentrum, der sich aus unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren des Landes Baden-Württemberg zusammensetzt. Gemeinsam sollen neue Wege in der Wildunfallprävention beschritten werden, um die Verkehrssicherheit zu verbessern, aber auch Wildtieren ein gefahrloses Queren zu ermöglichen.

Weiterführende Informationen

Projekte
  • Elektronische Wildwarnanlage B292 bei Aglasterhausen
  • 1032 Effektivität von optischen Wildunfallpräventionsmaßnahmen - Untersuchung zur Wirksamkeit von Wildunfallpräventionsmaßnahmen mit Fokus auf dem blauen Halbkreisreflektor (Abschlussbericht in Arbeit)
  • 1554 Auswertung von Wildunfalldaten zur Berechnung von Wildunfallschwerpunkten sowie Evaluierung und Bewertung von Wildschutzzäunen; BASt-Projekt: FE 03.0525/2013/FRB (Abschlussbericht befindet sich im Veröffentlichungsprozess)

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