Welche Bäume stehen künftig im Wald?

Projekt 1698: Dynamische ­Vegetationsmodelle zur klima-dynamischen Eignungsprüfung von Haupt- und Nebenbaum­arten (DynaVeg)

Fragestellung

Aufgrund des Klimawandels wird erwartet, dass sich unsere Wälder in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Zuverlässige Prognosen darüber, wie die Wälder der Zukunft aussehen dürften, gibt es kaum. In diesem Kontext lautet die zentrale Fragestellung im Projekt: Welche Bäume werden unter zukünftigen Klimabedingungen bestehen können, gut wachsen und gegenüber anderen Baumarten konkurrenzfähig sein?

Projektziel

Das Projekt hat zum Ziel, das Zukunftspotential der aktuell bedeutenden Arten in unseren Wäldern unter prognostizierten Klimabedingungen einzuschätzen und das Potenzial von Alternativbaumarten zu erkunden. Im Fokus des Projekts stehen einerseits diejenigen Baumarten, die in der Vergangenheit und aktuell große Bedeutung in den Wäldern Baden-Württembergs haben und andererseits Baumarten, die eventuell besser an die veränderten Klimabedingungen angepasst sind, aber noch keine große Rolle spielen. 

Zu den untersuchten Baumarten gehören unter anderem die Baumhasel, Edelkastanie, Elsbeere, Fichte, Flaumeiche, Rotbuche, Steineiche, Stieleiche, Traubeneiche, Waldkiefer und die Weißtanne.

Vorgehensweise

Konkret wird in diesem Projekt mit dem Simulationsmodell "LandClim" die Baumartenzusammensetzung je bis 2050 und 2100 für zwei verschiedene Klimaszenarien (RCP 4.5 und RCP 8.5) simuliert. Das heißt eine Simulation für das Szenario einer moderaten Entwicklung (Erwärmung um + 2,6 °C gegenüber der vorindustriellen Temperatur) und eine Simulation für das "weiter-so-wie-bisher"-Szenario (Erwärmung um +4,8 °C gegenüber der vorindustriellen Temperatur). Das Simulationsmodell rechnet z.B. unter anderem mit pflanzendemografischen Prozessen wie Vermehrung, Ausbreitung, Wachstum, Konkurrenz und Mortalität.

Der Vorteil dieser dynamischen Modellierung besteht darin, dass nicht nur Durchschnittsklimawerte in die Berechnung mit eingehen, sondern auch Extremereignisse. Auch die prognostizierte Änderung der Auftrittswahrscheinlichkeiten von Extremereignissen – beispielsweise Dürreperioden und Erhöhung der Feuergefahr wird berücksichtigt.

Ebenfalls lässt sich die Auswirkung von unterschiedlichen forstlichen Managementverfahren simulieren. Dadurch wird es möglich, den Effekt geplanter Maßnahmen abzuschätzen.

Projektübergreifende Antworten

Die Fragestellung, wie der Wald der Zukunft aussehen kann, wird projektübergreifend mit unterschiedlichen Ansätzen bearbeitet. Als Synthese wird eine Abschätzung der Baumartenzusammensetzung in Baden-Württemberg erarbeitet, die neben (a) der dynamischen Vegetationsmodellierung (dieses Projekt) auf (b) der potentiell natürlichen Vegetation und (c) Artverbreitungsanalysen mit Berücksichtigung von (d) standortsensitiven Anbauvoraussetzungen fußen. Aus der Analyse dieser Ergebnisse werden Anbauempfehlungen abgeleitet.

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