Invasive Arten im Wald, 30.11. - 02.12.2016

Messe / Fachtagung

Veranstaltungsort
Tagungscenter der Energieagentur
Solar Info Center
Emmy-Noether-Straße 2
79110 Freiburg

Programm
Das Programm zum Herunterladen.

Exkursionen

A: Invasive Pflanzen in geschützten Waldlebensräumen des oberrheinischen Tieflands

Leitung: Dr. Hans-Gerd Michiels, FVA-Abt. Waldnaturschutz
Beteiligte : UFB Rhein-Neckar-Kreis
Zeit: 8.30 Uhr – 17.00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 40 Personen

Das Regionale Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt liegt im mittleren Teil des Oberrheinischen Tieflands zwischen Mannheim und Karlsruhe. Mitten in einem urbanen Ballungsraum gelegen, bedient es sehr unterschiedliche menschliche Ansprüche an den Wald und unterliegt dabei auch vielfältigen Belastungen, insbesondere durch Stoffeinträge aus Verkehr und Landwirtschaft. Bedingt durch die Form seiner historischen Waldnutzung beherbergt es in Süddeutschland seltene, naturschutzfachlich wertvolle und geschützte Kiefern-Waldlebensräume auf Dünensanden und kiesig-sandigen Böden der eiszeitlichen Niederterrasse. Die charakteristischen Artengemeinschaften dieser Wälder werden zunehmend durch eindringende invasive Pflanzen bedroht und verdrängt. Mit hoher Frequenz und Deckung treten dabei vor allem die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) und die Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana) auf. Die Biologie dieser Arten, das Monitoring ihrer Ausbreitung sowie Techniken und Aufwand einer Bekämpfung mit dem Ziel des Erhalts der Kiefern-Waldlebensräume werden bei der Exkursion vorgestellt und diskutiert.

B: Eschentriebsterben in Baden-Württemberg

Leitung: PD Dr. Berthold Metzler/Dr. Rasmus Enderle, FVA-Abt. Waldschutz
Beteiligte : UFB Emmendingen, Revier Weisweil
Zeit: 8:30 Uhr – 14.15 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 25 Personen

Eschentriebsterben in Baden-Württemberg
Die Oberrheinische Tiefebene zählt zu den Brennpunkten des Eschentriebsterbens in Baden-Württemberg. Der vor etwa 20 Jahren aus Asien zunächst nach Nordosteuropa eingeschleppte Pilz Hymenoscyphus fraxineus (Eschen-Stengelbecherchen) hat auch in Südwestdeutschland bereits große Schäden bis zum Ausfall ganzer Flächen verursacht. Große Hoffnungen werden auf resistente Eschen gesetzt, die allerdings nur einen kleinen einstelligen Prozentsatz ausmachen.
Die Exkursion in den Landkreis Emmendingen nahe Freiburg führt zunächst zu einem Eschen-Provenienzversuch an dem man seit 2009 die Entwicklung des Triebsterbens detailliert verfolgt. Anschließend wird eine periodisch überflutete Fläche im Rheinauewald besucht, die wegen des starken Befalls teilweise geräumt werden musste und nun mit Ersatzbaumarten bepflanzt wird. Im Randbereich sind befallene ältere Eschen zu besichtigen.
Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.
Voraussichtlicher Zeitplan:
8:30 Abfahrt am Konzerthaus Freiburg
9:15 Eschen-Provenienzfläche
10:30 Weitere forstliche Informationen zur Esche im Forstbezirk und in Baden-Württemberg (Saatschule)
11:00 Auewald, geräumte und wiederbepflanzte Fläche
12:30 Picknick bei der Saatschule
13:30 Rückfahrt
Ca. 14:15 Konzerthaus Freiburg

C: Asiatischer Laubholzbockkäfer und Buchsbaumzünsler

Leitung: PD Dr. Jörg Schumacher/Dr. Reinhold John, FVA-Abt. Waldschutz
Beteiligte : FVA (WS)
Zeit: 8:30 Uhr – 14.00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 30 Personen

Asiatischer Laubholzbock, Buchsbaumzünsler und Buchsbaumtriebsterben in Südwestbaden
Der im äußersten Südwesten Baden-Württembergs im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz gelegene Landkreis Lörrach ist in besonderem Maße von invasiven Schadorganismen betroffen. Im Jahr 2007 ist im Buchswald bei Grenzach-Wyhlen erstmals der pilzliche Erreger des Buchsbaum-Triebsterbens (Cylindrocladium buxicola) festgestellt worden. Im selben Jahr wurde auch der aus Südostasien stammende Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) über den Binnenhafen von Weil am Rhein eingeschleppt. Von der drei Jahre später stattgefundenen Gradation konnte sich der seit 1939 unter Naturschutz stehende Buchswald bis heute nicht erholen. Ebenfalls über den Binnenhafen in Weil gelangte mit Verpackungsholz von Granitware auch der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) nach Baden-Württemberg, der sich dort zum ersten Mal im Jahr 2012 an mehreren Bäumen in Rheinufernähe festsetzte. Inzwischen wird der invasive Laubholzschädling im Landkreis Lörrach nicht nur in der Quarantänezone von Weil, sondern auch im nahegelegenen Grenzach durch aufwendige Monitoringmaßnahmen intensiv überwacht.
Die Exkursion führt zunächst in das Hafengelände von Weil, wo im Zentrum der Quarantänezone über die Ursachen der Verschleppung invasiver Schadorganismen diskutiert wird. Nach einer kurzen Kaffeepause schließt sich eine ca. 20-minütige Fußwanderung (etwa 1 km) durch das Waldgebiet des Grenzacher Hornfelsens an, wobei an verschiedenen Stationen die Methoden und Ergebnisse der aktuellen Monitorings zum Asiatischen Laubholzbock und Buchsbaumzünsler erläutert werden.
Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen. Die Wanderung am Hornfelsen beinhaltet eine Steigung.

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