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Standortsensitive Empfehlungen für Alternativbaum­­arten

Blick an einem Baumstamm nach oben in die Krone eines Laubbaums. Muhidin Šeho

Baumhasel

Ein Online-Werkzeug, das eine Einschätzung zur Eignung von Alternativbaumarten an verschiedenen Standorten gibt – das ist das Ziel des Projekts "Standortsensitive Empfehlungen für Alternativbaumarten". Was ist der Stand des Projekts? Ein Überblick in den wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sind Alternativbaumarten und welche Rolle spielen sie im Projekt?

Unter dem Begriff "Alternativbaumarten" werden Baumarten zusammengefasst, die an die in unserer Region erwartbaren Klimabedingungen angepasst und somit zukunftsfähig sind. Einen Überblick über mögliche Alternativbaumarten bieten die Artensteckbriefe 2.0 der FVA. Sie basieren auf einer umfangreichen Literaturauswertung und sollen Optionen im Waldbau aufzeigen. Um Forstleuten ein praktisches Werkzeug bei der Entscheidung für Baumarten zu geben, entwickelt das Projekt eine Baumarteneignungstabelle für 27 Alternativbaumarten für verschiedene regional-zonale Standortseinheiten. Daraus entstehen spezifische Anbau-Empfehlungen, auch für bisher weniger etablierte Baumarten. Ob diese Arten absolut besser geeignet sind, soll der Vergleich mit den derzeitigen Hauptbaumarten (Buche, Fichte, Traubeneiche, Tanne) zeigen – sowohl mit den klimatischen Bedingungen von heute und für die Zeitpunkte 2050 sowie 2100 unter den Klimaszenarien RCP4.5 und RCP8.5.

Welche Baumarten stehen im Projekt im Fokus?

Geprüft werden folgende Arten:

Küstentanne Schwarznuss Ungarische Eiche
Nordmannstanne Japanlärche, japanische Lärche Flaumeiche
Spitzahorn Europäische Hopfenbuche Roteiche
Sandbirke, Hängebirke Schwarzkiefer Robinie, Falsche Akazie
Hainbuche, Weißbuche Gelbkiefer, Ponderosa-Kiefer Elsbeere
Edelkastanie, Esskastanie Ahornblättrige Platane Winterlinde
Atlaszeder Zitterpappel Sommerlinde
Libanonzeder Vogelkirsche, Süßkirsche Silberlinde
Baumhasel Zerreiche Flatterulme

Wie wird die Eignung der Alternativbaumarten bestimmt?

Er werden sowohl die bodenkundliche als auch die klimatische Standortsbindung bestimmt. Die Ergebnisse werden auf das südwestdeutsche Standortskundliche Verfahren übertragen, um zusätzlich die Gesamteignung zu erhalten.

 

Was ist der aktuelle Stand des Projekts?

Das Projekt "Standortsensitive Empfehlungen für Alternativbaum­­arten" ist abgeschlossen und die digitalen Karten werden vorbereitet. Bis Mitte Juli 2024 wurden 6.010 Standortseinheiten bearbeitet und damit 600.000 Hektar (60 Prozent) der standortskartierten Waldfläche in Baden-Württemberg. Der Praxistest wurde in sieben forstlichen Organisationseinheiten durchgeführt. Dazu zählte das Ausfüllen von Standortsdatenblättern und die Möglichkeit, generelles Feedback zur angedachten Funktionalität des künftigen Online-Werkzeugs einzuholen.

Es ist bereits jetzt absehbar, welche Baumarten eine zunehmende oder abnehmende Gesamteignung aufweisen sowie welche Arten keine deutliche Änderung zeigen. Zum Beispiel:

Zunehmende Gesamteignung

Abnehmende Gesamteignung

Ohne deutliche Änderung

Esskastanie Birke Aspe
Elsbeere Japanlärche Hainbuche
Flaumeiche Küstentanne Kirsche
Robinie Winterlinde Roteiche
Schwarzkiefer   Spitzahorn
Zerreiche   Sommerlinde
Ungarische Eiche    
Hopfenbuche    
Atlaszeder    
Schwarznuss    

Wer war an den Praxistests beteiligt?

ForstBW nahm mit den Forstbezirken Hardtwald, Schwäbisch-Frankischer Wald und Unterland an den Praxistests teil.

Die Landesforstverwaltung Baden-Württemberg war mit den Unteren Forstbehörden Karlsruhe Land, Sigmaringen und Waldshut beteiligt.

Welches Werkzeug wird Forstleuten künftig zur Verfügung stehen?

Ziel des Projekts ist das Erstellen von interaktiven Karten, die bei der Baumartenwahl im eigenen Waldstück unterstützen können.

Wann werden die digitalen Karten verfügbar sein?

Die Veröffentlichung der Karten findet voraussichtlich im Winter 2024/2025 statt.

Wo gibt es mehr Informationen?

ALBRECHT, A.T.; DE AVILA, A.L.: 2019. Ein Vorschlag zur literaturbasierten Ermittlung möglicher Alternativbaumarten im Klimawandel am Beispiel der Artensteckbriefe in Baden-Württemberg. Allgemeine Forst und Jagdzeitung 189, 129-143.

Kontakt

Dr. Axel Albrecht

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