Überlebenswahrscheinlichkeiten von ­Douglasie, ­­­­Fichte, ­Weißtanne, Buche und Eiche modelliert

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Douglasien
Douglasien / Foto: FVA

Wie beeinflussen Klimawandel, Waldbau und weitere Faktoren die Überlebenszeit von Waldbäumen? Expertinnen und Experten der FVA haben gemeinsam mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) sowie der Universität Göttingen Modelle auf Daten von langfristigen waldwachstumskundlichen Versuchsflächen für fünf Baumarten angepasst und den Einfluss verschiedener Faktoren überprüft. Die Ergebnisse im Paper können Sie hier herunterladen.

Ziele und Vorgehen

Das Ziel der Anpassung von Wäldern an den Klimawandel ist der Erhalt ihrer Ökosystemleistungen und die Abmilderung ökonomischer Verluste in Wirtschaftswäldern. Daher ist es wichtig abzuschätzen, wie anfällig die einzelnen Baumarten sind. Gemeinsam mit der WSL sowie der Universität Göttingen hat die FVA im Rahmen einer Studie Daten von fast 500.000 einzelnen Bäumen in Baden-Württemberg gesammelt. So konnten baumartenspezifische intervallzensierte Modelle für beschleunigte Ausfallzeiten (accelerated failure time models) auf Daten von langfristigen waldwachstumskundlichen Versuchsflächen für fünf Baumarten angepasst werden. Dadurch konnten die Expertinnen und Experten den Einfluss klimatischer, bodenkundlicher und dendrometrischer Faktoren sowie waldbaulicher Maßnahmen auf die Überlebenszeiten von Waldbäumen überprüfen.

Ergebnisse

Es wurden stark unterschiedliche Überlebenswahrscheinlichkeiten zwischen den Baumarten gefunden, wobei die Douglasie die niedrigsten Werte aufwies, gefolgt von Fichte und Weißtanne. Buche und Eiche wiesen deutlich höhere Überlebenswahrscheinlichkeiten auf. Klimatische Faktoren wirkten sich am stärksten auf die Wahrscheinlichkeiten aus. Höhere Sommertemperaturen verkürzten die Überlebenszeiten bei Buche, Weißtanne und Eiche, wohingegen Fichte unter wärmeren und feuchteren Wintern stärker litt. Die Basensättigung hatte Einfluss auf die Überlebenszeit aller Baumarten, abgesehen von der Fichte. Bei ihr zeigte eine höhere Kationenaustauschkapazität eine Verkürzung der Überlebenszeit an. Zusätzlich wirkten Durchforstungseingriffe kurzfristig überlebenszeitverkürzend.

Folgerungen

Um störungsbedingtes Absterben von Waldbäumen in bewirtschafteten Wäldern zu vermeiden, sollten

  • Laubbäume gegenüber Nadelbäumen bevorzugt,
  • starke Durchforstungen in älteren Beständen vermieden und
  • das Alter von Nadelbäumen begrenzt werden.

Es zeigte sich jedoch auch, dass Mortalitätsmodelle verbessert werden müssen, um den kausalen Zusammenhang zwischen Mortalitätsursache und Klimawandel treffender abbilden zu können.

Download des Papers

Das vollständige Paper "Ninety‑five years of observed disturbance‑based tree mortality modeled with climate‑sensitive accelerated failure time models" können Sie (auf englisch) hier herunterladen:

Paper im European Journal of Forest Research; PDF 1,2 MB

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