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Waldwachstum im Klimawandel: Anbauversuche mit Alternativbaumarten

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Eine Versuchsfläche mit vielen jungen Atlaszedern
Atlaszedern / Foto: Andreas Ehring

Der Klimawandel stellt die einheimische Forstwirtschaft vor große Herausforderungen. Aufgrund der Langlebigkeit von Bäumen muss bereits heute die Frage nach der Baumartenwahl für zukünftige Waldbestände beantwortet werden. Mögliche Alternativbaumarten, die durch bestimmte Eigenschaften wie zum Beispiel Trockenstresstoleranz, Anspruchslosigkeit an den Boden und hohe Widerstandsfähigkeit gegen biotische und abiotische Schäden besser an die zu erwartenden Klimaverhältnisse angepasst sind, gelten als sinnvolle Ergänzung zu den heimischen Baumarten.

Die FVA hat in einer Versuchsreihe insgesamt sechs Versuchsanlagen in Baden-Württemberg eingerichtet, zwei davon im Landkreis Rastatt. Die Flächen werden über das gesamte Baumleben hinweg wissenschaftlich betreut.

PDF-Download der Infotafel (1,3 MB)

 

Die Weißtanne hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Deutschland im Schwarzwald und im Schwäbisch-Fränkischen Wald. Im Vergleich zur Fichte hat sie eine bessere Tiefendurchwurzelung, ist stabiler gegenüber Stürmen und zeigt eine geringere Anfälligkeit gegenüber rindenbrütenden Schädlingen. Insbesondere aufgrund der besseren Tiefendurchwurzelung wird sie mutmaßlich besser mit dem Klimawandel zurechtkommen als die Fichte.

  • Standortansprüche: Die Weißtanne gedeiht auf Böden aus Kalk wie Silikatgestein, schließt schwere Böden gut auf
  • Holzverwendung: Bauholz, Möbel, Schiffsbau (Holländertannen)

Die Douglasie ist in unseren Wäldern weit verbreitet und hat bereits eine jahrhundertalte Tradition. In ihrem Herkunftsgebiet im Westen Nordamerikas herrschen teilweise lange Trockenperioden in den Sommermonaten. Die Douglasie zeigt bei uns im Vergleich zu Fichte und Tanne ein überlegenes Wachstum bei geringerer Anfälligkeit gegenüber Trockenperioden und Hitze.  Zusätzlich produziert sie hochwertiges und gesuchtes Holz. Diese Tatsache ermutigt, den Douglasienanteil im Schwarzwald und Baden-Württemberg zu erhöhen.

  • Standortansprüche: wintermilde Lagen der unteren Bergstufe, intolerant gegenüber alkalischen Böden (Kalkchlorose) 
  • Holzverwendung: Böden, Möbel, Dachstühle

Die Atlaszeder, Libanonzeder und Türkische Tanne (Bornmüllers Tanne) ertragen in ihren Herkunftsgebieten längere Trocken- und Hitzeperioden, ihr Holz ist wertvoll und kann für mehrere Verwendungsbereiche eingesetzt werden. Sollten sich die Zedern oder die Türkische Tanne im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchungen als geeignet erweisen, können diese auf fundierter Grundlage genau dort angepflanzt werden, wo unsere heimischen Baumarten aufgrund des Klimawandels Probleme haben werden.

Atlaszeder

  • Natürliche Verbreitung: Atlas­gebirge in Marokko und Algerien
  • Standortansprüche: Hitze- und Kältetoleranz, kalkhaltige und silikatische Böden
  • Holzverwendung: Möbel, Schiffsbau, Zellstoffgewinnung

Libanonzeder

  • Natürliche Verbreitung: Türkei (Taurusgebirge), Libanon, Syrien
  • Standortansprüche: hohe Hitze- und Kältetoleranz, kalkhaltige und silikatische Böden
  • Holzverwendung: Möbel, Schiffsbau, Zellstoffgewinnung

Türkische Tanne

  • Natürliche Verbreitung: Türkei im westlichen Pontus-Gebirge
  • Standortansprüche: Trockenheits­toleranz, tiefgründige, gut drainierte Böden
  • Holzverwendung: Möbel, Zellstoffgewinnung, Weihnachts­bäume

  

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