FVA-Meldung
Artenvielfalt im Mittelwald
FVA BW/Wevell von Krüger
Der Arbeitsbereich "Waldschutzgebiete und Biodiversität" zu Besuch im Mittelwald Trinkhau in Nattheim.
Kontakt
Dr. Maria Georgi
Dr. Katarzyna Zielewska-Büttner
Idealer Lebensraum für lichtliebende bedrohte Arten
Der Mittelwald eignet sich hervorragend zur Förderung der Vielfalt lichtliebender bedrohter Arten. Bei dieser Waldbewirtschaftungsart werden in einem rollierenden System Flächen von circa einem Hektar geerntet und dadurch für lichtliebende Arten geöffnet. Im Forstbezirk Östliche Alb besuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FVA die Mittelwälder Trinkhau und Hardt – beides Flächen, die ursprünglich aus Hochwald bestanden. Sie wurden seit 2019 von ForstBW sehr erfolgreich für die Förderung stark gefährdeter Schmetterlingsarten wie Wald-Wiesenvögelchen und Platterbsen-Widderchen sowie viele weitere Rote-Liste-Arten mit jährlichen Hieben aufgelichtet.
links: Das Kleine Fünffleck-Widderchen (Zygaena viciae) ist ein Nachtfalter.
Tausendjährige Eichen-Mittelwälder
Der zweite Exkursionstag führte das Team nach Bad Windsheim in Bayern. Dort konnten die Forscherinnen und Forscher die "echten" Eichen-Mittelwälder im Stadtwald bestaunen. Mit einer Größe von mehreren hundert Hektar und einer Tradition von über tausend Jahren sind sie ein Musterbeispiel für diesen Waldtyp.
In den letzten Jahren wurden hier mehr als 600 xylobionte (holzbewohnende) Käferarten nachgewiesen, und seltene Schmetterlingsarten wie Gelbringfalter, Maivogel und Heckenwollafter sind hier beheimatet. Zahlreiche Schmetterlinge waren während der Exkursion zu finden, was die Bedeutung der Mittelwälder als Arche für bedrohte lichtliebende Arten im Wald deutlich sichtbar machte.
rechts: Der Mittelwald in Bad Winsheim in Bayern.