FVA BW/Hebermehl
Bei der Exkursion am Rohrhardsberg kamen die Mitglieder des Dialogforums nicht nur zum digitalen Besuchermanagement, sondern darüber hinaus auch zu den vielfältigen Aspekten des Waldmanagements in den Austausch.
Diesem Thema hat sich die Sommersitzung des Dialogforums "Miteinander Wald Erleben – Erholung, Freizeit und Sport in Baden-Württemberg" gewidmet. Das Dialogforum ist eine Beteiligungsplattform im Rahmen der Waldstrategie des Landes Baden-Württemberg, in der sich Interessensgruppen und Verwaltungsakteurinnen und -akteure rund um den Wald kontinuierlich austauschen. 43 Personen aus 22 Organisationen waren dieses Jahr dabei.
Die Sommersitzung führte auf den Rohrhardsberg bei Schonach im Schwarzwald und zum fachlichen Austausch ins Kulturdenkmal "Ochsenhof". Der Rohrhardsberg ist eine Modellregion im Projekt "WaldWegweiser". Hier erprobt der Staatsforstbetrieb des Landes Baden-Württemberg (ForstBW) in Kooperation mit dem Deutschen Wanderverband (DWV), wie gesicherte Daten über Waldwege und Regeln des Waldbesuchs in Open-Data-Plattformen eingespeist und breitgestellt werden können. Im Zuge der Exkursion bot sich den Mitgliedern des Dialogforums die Möglichkeit, über aktuelle Entwicklungen des digitalen Besuchermanagements und das Projekt des DWV ins Gespräch zu kommen. Johannes von Stemm (ForstBW) zeigte die Arbeit vor Ort und ließ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion in gemischten Teams ihren Idealwald bauen, was für unterhaltsame Diskussionen sorgte.
Anschließende Vorträge und eine Fishbowl-Diskussion zeigten: Die digitale Besucherlenkung im Wald erfordert ein tiefgreifendes Umdenken. Verwaltung und Verbände sind hier technisch noch nicht gut genug aufgestellt – aber auch in den Köpfen muss der Wandel noch ankommen. Neben dem Rohrhardsberg gehen auch andere Regionen mit Modellprojekten voran – einen Überblick gaben Hanne Hermann und Michael Neugaertner vom Deutschen Wanderverband. Die Organisation Digitize the Planet, auf der Sommersitzung vertreten durch Sebastian Sarx, hat bereits viele Erfahrungen im Naturschutzbereich und unterstützt Verwaltungen bei der technischen Umsetzung digitaler Information. Durch eine gute Vernetzung und Abstimmung kann es gelingen, voneinander zu lernen – digitale Lösungen müssen übergreifend gedacht werden.
Das Dialogforum "Miteinander Wald Erleben" unter dem Dach der landeseigenen Waldstrategie vernetzt Akteursgruppen rund um den Wald aus 58 Organisationen in Baden-Württemberg, damit sie miteinander in den Austausch kommen und gemeinsam lernen. Die Diskussionen konnten zu diesem Zweck an kleinen Thementischen vertieft werden: Es ging um Digitalisierung, um Mountainbike-Trails, und um die Frage, wie es gelingt, Debatten um Wald wertschätzend und konstruktiv zu führen. Die anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten am Ende, dass das Dialogforum in dieser Form einmalig ist und Baden-Württemberg hier einen besonderen, kooperativen Weg eingeschlagen hat. Die Zusammenarbeit passiert auch kontinuierlich in Arbeitsgruppen. In Kürze präsentiert die "AG Gesundheitsangebote im Wald" einen umfangreichen Leitfaden zur Umsetzung von Kur- und Heilwäldern in Baden-Württemberg.
Wiebke Hebermehl