FVA-Meldung

Ein höherer Laubbaumanteil und strukturreiche Wälder fördern Brutvögel und ihre Insektenbeute

Schwarzspecht (Dryocopus martius)

Schwarzspecht (Dryocopus martius) (Foto: FVA BW/Cordeiro-Pereira)

Welche Waldstrukturen sind wichtig für die Waldvögel und welche für ihre Insektenbeute? Sind es die gleichen? Und werden sie durch das Waldmanagement beeinflusst?

ine neue Studie im Rahmen des Graduiertenkollegs ConFoBi, an dem die FVA (Abteilung Waldnaturschutz, Arbeitsbereich Waldschutzgebiete und Biodiversität) beteiligt war, untersuchte, wie sich eine gezielte biodiversitätsfreundliche Waldbewirtschaftung auf Brutvögel und ihre wirbellosen Beutetiere auswirkt. Grundlage waren Biodiversitätsdaten aus 135 Waldflächen im Südschwarzwald.

Die Ergebnisse zeigen: Ein höherer Laubbaumanteil und vielfältigere Waldstrukturen (z. B. mehr Kronenlücken) fördern sowohl viele Brutvogelarten als auch ihre Nahrungsgrundlage. Besonders deutlich profitierten höhlenbrütende Arten wie der Schwarzspecht (Dryocopus martius) und die Hohltaube (Columba oenas; in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste eingestuft). Dagegen hatten Maßnahmen zur Förderung von Habitatbäumen und Totholz insgesamt geringere Effekte. Die Forschenden vermuten, dass sich diese Strukturen erst über längere Zeit entwickeln und ihre Wirkung deshalb noch nicht vollständig entfalten konnten.

Gleichzeitig reagierten die verschiedenen Vogelarten und Wirbellosengruppen unterschiedlich auf einzelne Waldmerkmale. Dies unterstreicht, dass keine einzelne Maßnahme ausreicht, um allen Arten gleichermaßen zu helfen.

Die Studie zeigt, dass eine vielfältige Waldbewirtschaftung mit mehr Laubbäumen und abwechslungsreichen Waldstrukturen die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig die Lebensbedingungen für Brutvögel durch ein besseres Nahrungsangebot verbessern kann.

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