FVA-Meldung

Forschung zum Erhalt der Esche geht in die zweite Runde

Viele kleine Bäumchen in Töpfen in einem Gewächshaus. FVA BW/Körtels

Eschen-Pfropflinge im Gewächshaus der FVA

Biodiversität und widerstandsfähige Bäume im Fokus der FVA Baden-Württemberg / Kick-off-Meeting in Göttingen
Viele Eschen in Deutschland fallen dem Eschentriebsterben zum Opfer, das sich seit 2002 bundesweit ausbreitet. Um die Esche als Baumart in unseren Wäldern zu sichern, geht ein Verbundprojekt nun in die zweite Runde. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) richtet ihren Blick dabei auf das Thema Biodiversität und die Sicherung von Bäumen, die der Krankheit standhalten.

"Die Esche ist eine wichtige heimische Baumart", erklärt Felix Rentschler, Wissenschaftler an der FVA in Freiburg. "Sie ist klimawandelrobust, produziert hochwertiges Holz und spielt für die Biodiversität in unseren Wäldern eine besondere Rolle. Dank ihrer lichten Baumkrone sorgt sie für eine hohe Artenvielfalt auf dem Waldboden. Davon profitieren unterschiedlichste Artengruppen."

Ein Pilz bedroht die Esche

Doch die Baumart ist durch einen invasiven Schlauchpilz – das Falschen Weißen Stängelbecherchen – in ihrer Existenz bedroht. "Und das betrifft nicht nur die Esche selbst, sondern birgt die Gefahr eines Kaskadeneffekts: Arten, die an die Baumart gebunden sind, verlieren ihren Lebensraum und könnten langfristig ebenfalls verschwinden", sagt Rentschler. "Der Pilz hat seit der Jahrtausendwende bereits zu einem massiven Rückgang der Esche in Deutschland geführt."

Mit seinen Sporen infiziere er die Blätter der Eschen und wachse in die neuen Triebe hinein. Dadurch verkümmerten sie und mit jedem Jahr gehe die Krone des Baumes immer weiter zurück – bis der Baum vollständig absterbe. Aber damit noch nicht genug: Die Pilzinfektion fördert zudem auch sekundäre Schad­erreger, die zu Absterbeerscheinungen am Stammfuß führen und damit zum Standsicherheitsproblem werden", sagt Rentschler.

Forschung macht Hoffnung: Widerstandsfähige Eschen?

Das Vorgängerprojekt "FraxForFuture" hatte bereits gezeigt: Nicht alle Eschen sind gleichermaßen von der Krankheit betroffen. Gesund erscheinende und stark befallene Bäume sind in direkter Nachbarschaft zu finden. Daher ruht die Hoffnung auf genau diesen vitalen Bäumen – können sie künftig die Grundlage für widerstandsfähige Eschen bilden?

FraxRecovery: Verbundprojekt FraxForFuture geht in die zweite Runde

Mit einem zweitägigen Kick-off-Meeting an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen ist das Folgeprojekt "FraxRecovery" erfolgreich gestartet. Rund 35 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Forstpraxis aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und Schweden sind zusammengekommen, um den gemeinsamen Projektauftakt zu gestalten und die Weichen für die kommende Forschungsphase zu stellen. In den nächsten drei Jahren werden sie in zehn Teilvorhaben zur Esche forschen.

Die FVA-Abteilung Waldnaturschutz untersucht den Zusammenhang zwischen Eschen und der Insektenvielfalt in betroffenen Wäldern und verfolgt eine Wiedereinbringungsstrategie der Baumart mit ausgewählten widerstandsfähigen Bäumen. Die Abteilung Forstökonomie und Management evaluiert darüber hinaus die jüngst veröffentlichten Handlungsempfehlungen zum Eschentriebsterben und trägt mit Schulungskonzepten zu einem erfolgreichen Transfer des erarbeiteten Wissens in die Praxis bei.

Hintergrund

Aufbauend auf den Erkenntnissen des von 2020 bis 2024 geförderten Projekts "FraxForFuture" widmet sich "FraxForFuture 2 (FraxRecovery)" dem langfristigen Erhalt der Esche. Erfolgversprechende Methoden zur Wiedereinbringung der Baumart sollen hier weiterentwickelt und praxisnah umgesetzt werden. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms "Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen" gefördert.

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