FVA-Meldung

Mensch-Wald-Monitor: Wie blicken die Menschen in Baden-Württemberg auf den Wald?

Frau mit Hund an der Leine geht auf einem Waldweg, während ein Radfahrer in Fahrradausrüstung den Weg in entgegengesetzter Richtung befährt Frank S. Fischer

Was verbindet die Menschen mit dem Wald? Welche Veränderungen und Entwicklungen nehmen sie dort wahr? Ein Team der Stabsstelle Gesellschaftlicher Wandel (SGW) untersucht im Rahmen des “Mensch-Wald-Monitors” (MWM), diese umfassende Beziehung zwischen Menschen und Wald. Der Mensch-Wald-Monitor schafft damit eine wichtige Grundlage, um gesellschaftliche Perspektiven in Forschung, Forstpraxis und Politik einzubeziehen. Durch die regelmäßige Wiederholung der Befragung können Veränderungen in der Wahrnehmung des Waldes sowie neue gesellschaftliche Trends frühzeitig erkannt werden. 

Die aktuellen Ergebnisse zeigen eine hohe Bedeutung des Waldes für die Bevölkerung – sowie den Wunsch nach mehr Informationen.

Der Mensch-Wald-Monitor erfasst gesellschaftliche Perspektiven

Der Mensch-Wald-Monitor verbindet quantitative und qualitative Forschungsmethoden, um die gesellschaftlichen Entwicklungen rund um den Wald zu verstehen. Neben repräsentativen Bevölkerungsbefragungen im Abstand von drei Jahren werden ausgewählte Themen in Vertiefungsprojekten näher untersucht.

Die erste Erhebungsrunde des quantitativen Teils fand im September und Oktober 2025 statt. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurden jeweils rund 2.000 Personen anhand einer Online-Umfrage befragt. Die aus dem Forsa-Panel gezogene Stichprobe ermöglicht hierbei repräsentative und belastbare Aussagen über die Bevölkerung der beiden Bundesländer. 

VIELE WEGE FÜHREN IN DEN WALD

Die Ergebnisse für Baden-Württemberg zeigen: Der Wald ist für viele Menschen fest im Alltag verankert und meist gut erreichbar. 

  • 43 % der Befragten erreichen ihren meistbesuchten Wald in höchstens zehn Minuten, rund 80 % innerhalb von 30 Minuten.
  • 50 % gelangen zu Fuß dorthin, knapp ein Drittel mit dem Auto, 15 % mit dem Fahrrad und lediglich 2 % mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Mehr als ein Drittel besucht den Wald mindestens einmal pro Woche, weitere 30 % mehrmals im Monat.
  • Die meisten von ihnen verbringen dabei bis zu einer Stunde im Wald.

WALDBESUCH: Naturerleben steht im Mittelpunkt

Als wichtigste Gründe für einen Waldbesuch nennen die Befragten das Genießen von Natur und guter Luft, das Draußensein, sowie die Suche nach Ruhe und Erholung. Zu den regelmäßigen Aktivitäten zählen vor allem Spazierengehen, Wandern, das Beobachten von Tieren und der Besuch des Waldes mit dem Hund. 

Der Wald hat damit für viele Menschen eine hohe Bedeutung als Erholungs- und Freizeitraum.

MEHR ALS FREIZEIT – ÜBER DEN WALD INFORMIERT

Viele Menschen möchten den Wald jedoch nicht nur erleben, sondern auch mehr über ihn erfahren. 

  • 75 % der Befragten interessieren sich für den Wald, rund zwei Drittel wünschen sich zusätzliche Informationen. Besonders gefragt sind Themen rund um die Waldgesundheit, die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald sowie grundlegendes Wissen über das Waldökosystem. 
  • Als wichtigste Informationsquellen nennen die Befragten eigene Beobachtungen (51 %) und Medienberichte aus Fernsehen (47 %) und Internet (38 %). Rund jede sechste Person informiert sich zudem über Gespräche mit Försterinnen und Förstern.

Gemischtes Bild bei der Waldgesundheit

Bei der Einschätzung der Waldgesundheit zeigt sich ein gemischtes Bild:

  • 30 % der Befragten bewerten den Zustand der Wälder als eher oder sehr schlecht.
  • 43 % der Befragten ordnen ihn der Kategorie “teils/teils” zu.
  • Etwa 18% schätzen die Waldgesundheit hingegen als eher oder sehr gut ein.
  • 9 % geben an, die Waldgesundheit nicht beurteilen zu können.

Deutlich klarer ist das Meinungsbild hinsichtlich der Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren:

  • Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) ist der Auffassung, dass sich die Waldgesundheit in diesem Zeitraum verschlechtert hat.
  • Nur 15 % nehmen eine Verbesserung und 14 % keine Veränderung wahr.
  • Auffällig ist bei beiden Fragen zur Waldgesundheit der relativ hohe Anteil an Personen, die mit “weiß nicht” antworten. Dies könnte darauf hindeuten, dass ein Teil der Bevölkerung die Waldgesundheit und deren Entwicklung nur schwer einschätzen kann.

Vertrauen in das Forstpersonal besonders hoch

Bei der Frage, welche Akteurinnen und Akteure künftig Einfluss auf Entscheidungen rund um den Wald haben sollten, genießen Försterinnen und Förster das größte Vertrauen der Befragten. Ebenfalls hohe Zustimmungswerte erhalten die Forstverwaltung sowie die Naturschutzbehörden. 

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