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FVA-Meldung
Projekt liefert Untersuchung zu Wildtierfreundlichkeit
bennytrapp – stock.adobe.com
In zwei Projektphasen wurden auf insgesamt elf Weideflächen verschiedene Zauntypen und Szenarien analysiert. Die Datenerhebung erfolgte mittels Wildtierkameras, die das Querungsverhalten sowie die Anwesenheit von Wildtieren auf den Flächen dokumentierten.
Im Fokus standen insbesondere Reh-, Gams- und Rotwild.
Zentrale Ergebnisse:
- Wildtiere wie Reh-, Gams- und Rotwild können wolfsabweisende Zäune grundsätzlich überwinden.
- Die Anwesenheit von Nutztieren in Kombination mit Stromführung reduziert die Wildtieranwesenheit auf den Flächen.
- Das Abschalten des Stroms und das Öffnen vorhandener Tore in der beweidungsfreien Zeit erhöhen die Durchlässigkeit für Wildtiere.
- Die Gestaltung der Zäune (Leiteranzahl und -abstände) hat einen geringeren Einfluss auf die Barrierewirkung als erwartet.
- Kunststofflitzen als Leitermaterial können die mechanische Barrierewirkung zusätzlich verringern.
Empfehlungen zur Verbesserung der Wilddurchlässigkeit
Um die Wilddurchlässigkeit zu verbessern und gleichzeitig einen wolfsabweisenden Herdenschutz zu gewährleisten, wird daher empfohlen:
- Elektrozäune in der beweidungsfreien Zeit nicht zu bestromen,
- Tore in der beweidungsfreien Zeit offen zu lassen, um Querungen zu ermöglichen,
- und, wo möglich, Kunststofflitzen statt Stahldraht einzusetzen.
Das Projekt liefert damit wichtige Erkenntnisse zum Einfluss wolfsabweisender Zäune auf andere Wildtiere und zeigt, dass technisch Lösungen möglich sind, die das Verhalten der Tiere kaum einschränken.
Beauftragt und finanziert wurde das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM). Ebenfalls beteiligt war das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR).