FVA-Meldung

Röntgenblick ins Eichenholz – CT-Analysen zu Käferbefall

Auf dem Bild sieht man Fraßgänge und einen Kernkäfer FVA BW/Brandt

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg untersucht gemeinsam mit der FAWF Rheinland-Pfalz die Folgen von Käferbefall für die spätere Holznutzung. Mithilfe eines speziell entwickelten Computertomografen werden Fraßgänge im Holz sichtbar gemacht und über längere Zeiträume analysiert.

Seit 2023 häufen sich in Südwestdeutschland Meldungen über einen Befall von Eichen durch den Zweipunktigen Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus). Der Larvenfraß im Kambium schwächt die Bäume erheblich und kann zum Absterben führen. Absterbende oder frisch abgestorbene Eichen bieten zudem ideale Brutbedingungen für Holzschädlinge wie den Eichenkernkäfer (Platypus cylindrus), was zu deutlichen Wertverlusten beim Holzverkauf führt.

Zur langfristigen Erhaltung von Eichenbeständen werden bei frühzeitiger Befallserkennung des Eichenprachtkäfers Sanierungsmaßnahmen empfohlen. Maßgeblich ist dabei der Gesundheitszustand des einzelnen Baumes: Kann der Larvenfraß erfolgreich abgewehrt werden und eine Revitalisierung erfolgen, oder verstärkt die Brutanlage die Vorschädigung so stark, dass ein Absterben des Baumes sehr wahrscheinlich ist? Eine wichtige Orientierung bietet die Vitalitätsbeurteilung der Krone im Spätsommer: Fehlen mehr als 80 % der Blattmasse, ist ein Absterben des Baumes sehr wahrscheinlich.

Unklar bleibt, welche Folgen Larvenfraßgänge des Eichenprachtkäfers für die spätere Holznutzung haben und wie eine zusätzliche Entwertung durch den Eichenkernkäfer vermieden werden kann. Dies untersucht die FVA Baden-Württemberg gemeinsam mit der FAWF Rheinland-Pfalz. Mithilfe von Computertomografie sollen Zeitreihenuntersuchungen zeigen, wie schnell und in welchem Umfang Stammholz durch beide Käferarten beeinträchtigt wird.

Zwei Versuchsansätze stehen im Fokus:

  • Eichenprachtkäfer: Analyse von seit Jahrzehnten beobachteten Bäumen aus dem Bienwald, um die langfristigen Auswirkungen von Fraßschäden auf Schnittholzqualität zu bewerten.
  • Eichenkernkäfer: Untersuchung, ob gezielte Trockenlagerung den Befallsprozess im Kernholz beeinflussen und die Entwertung verzögern kann.

Die ersten Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Frühjahr 2026 erwartet.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel (PDF 380 KB)

Diese Newsmeldung ist ein Auszug aus dem Artikel "Röntgenblick ins Eichenholz Schäden durch Käferfraß mithilfe von CT-Scans analysieren und bewerten" erschienen auf proWALD, Ausgabe November 2025 mit Themenschwerpunkt Eiche

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