FVA-Meldung

Rotbuche trifft Orientbuche – kontrollierte Kreuzung erfolgreich durchgeführt

Weißes Schild mit der Aufschrift "2029", an einem Ast befestigt, zwischen grünen Baumkronen vor bewölktem Himmel FVA BW/Kunert

Abb. 1: Isolierte weibliche Blüten in der Baumkrone.

Der Arbeitsbereich Waldgenetik und forstliches Vermehrungsgut blickt auf einen ereignisreichen Frühling zurück: Im Rahmen des Verbundprojektes „Orient-Buche" konnte eine kontrollierte Kreuzung zwischen Rotbuche (Fagus sylvatica) und Orientbuche (Fagus orientalis) erfolgreich durchgeführt werden.

Warum Hybridisierung?

Ein zentrales Ziel des Projektes ist es, zu untersuchen, in welchem Ausmaß die beiden Buchenarten hybridisieren und wo die Grenzen liegen. Die Ergebnisse sollen künftige Herkunfts- und Verwendungsempfehlungen unterstützen und zur Einschätzung möglicher naturschutzfachlicher Risiken beitragen, die durch Genfluss aus der Orientbuche in Naturvorkommen der Rotbuche entstehen könnten.  Allerdings können im Zuge einer Hybridisierung auch klimarelevante Anpassungsprozesse gefördert werden.

30 Meter hoch in der Baumkrone

Dank einer diesjährig vollen Blüte konnten die Forschenden in luftigen 30 Metern Höhe mit Hilfe einer Hubarbeitsbühne weibliche Blüten isolieren und mit Pollen ausgewählter Bäume der jeweils anderen Art bestäuben. Ein aufwändiges, aber notwendiges Verfahren, um gezielte Kreuzungen unter kontrollierten Bedingungen zu ermöglichen. Der untersuchte Altbestand und dessen Naturverjüngung wird ergänzend molekulargenetisch analysiert

Wie geht es weiter?

Jetzt heißt es abwarten: Im Herbst sollen die Eckern geerntet und im Frühjahr 2027 zum Keimen gebracht werden. Die genetische Analyse der Nachkommen wird dann Antworten auf folgende Fragen liefern:

  • Wie stark hybridisieren die beiden Arten unter freier Abblüte im Vergleich zur kontrollierten Kreuzung?
  • Gibt es Unterschiede im Keimverhalten des Saatgutes?
  • Welche reproduktiven Barrieren beeinflussen Grad und Richtung der Hybridisierung?

Die Ergebnisse sollen zudem dazu beitragen, das naturschutzfachliche Risiko durch Genfluss besser einzuschätzen und konkrete Grundlagen für den Einsatz als Alternativbaumart in der Praxis liefern.

Weitere Informationen

Ein Verbundprojekt mit:

  • Universität Göttingen (UGOE)
  • Bayerisches Amt für Waldgenetik (AWG)
  • Thünen-Institut für Forstgenetik (Thünen)
  • Technische Universität Dresden (TU Dresden)

Dieses Projekt wird gefördert durch:

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Förderprogramm „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ (FPNR); Förderkennzeichen: 2223NR082C

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