FVA-Meldung

Schutz fürs Auerhuhn: Wissenschaft und Praxis im Schulterschluss beim Prädatorenmanagement

Mehrere Küken sitzen in einem Nest Markus Varesvuo

Die Erfolgskontrolle des Prädatorenmanagements bildet einen zentralen Baustein sowohl des Maßnahmenplans 2023–2028 als auch des übergeordneten Aktionsplans Auerhuhn im Schwarzwald. Ziel ist es, die Wirksamkeit der Maßnahmen im Handlungsfeld Prädatorenmanagement systematisch zu überprüfen – und Strategien kontinuierlich an die Bedürfnisse des stark bedrohten Auerhuhns anzupassen.

Prädatoren können Bruterfolg des Auerhuhns gefährden

Der Prädationsdruck durch Beutegreifer wie Fuchs, Dachs und Marderartige ist entscheidend für den Bruterfolg des Auerhuhns. Besonders während Brutzeit und Aufzucht junger Küken können Verluste schnell zur Bestandsgefährdung führen. Daher ist eine gezielte Reduktion der Prädatoren ein wichtiger Hebel, um die Auerhuhnpopulation im Schwarzwald langfristig zu stabilisieren.

Austausch zwischen Forschung und Praxis

Seit Mai begleitet Dr. Janina Diehl aus dem FVA-Wildtierinstitut, Arbeitsbereich Wildtiere und Menschen, das Handlungsfeld wissenschaftlich und erhebt systematisch Daten. Damit wird der direkte Austausch zwischen Forschung und Praxis gestärkt: Gemeinsam mit dem Landesjagdverband, dem Verein Auerhuhn im Schwarzwald e.V.  sowie zahlreichen Akteurinnen und Akteuren vor Ort schafft die FVA so eine enge Zusammenarbeit. Nur so lassen sich Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der ergriffenen Maßnahmen fundiert bewerten und weiterentwickeln. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse fließen mit den Praxiserfahrungen der Jägerschaft eng zusammen und schaffen die Basis für wirksame, anpassungsfähige Schutzmaßnahmen.

Projekt mit interdisziplinärem Ansatz

Im Fokus des Projekts stehen dabei:

  • Analyse der Streckenentwicklung: Vergangene sowie aktuelle Raubwildstrecken im Schwarzwald werden umfassend ausgewertet.
  • Bewertung der Jagdmethoden: Verschiedene Vorgehensweisen werden hinsichtlich Aufwand und Effizienz wissenschaftlich untersucht.
  • Genetische Untersuchungen im Teilgebiet: Mittels DNA-Analysen wird der Erfolg des Prädatorenmanagements gezielt überprüft. Dabei werden Strukturen wie Alter, Geschlecht und Standortbindung der erfassten Raubwildarten sowie der in diesem Revier gelegten Strecke im Detail untersucht.

Dieser interdisziplinäre Ansatz eröffnet neue Erkenntnisse und trägt dazu bei, das Prädatorenmanagement im Revier zukunftsfähig zu gestalten – für einen wirksamen Schutz des Auerhuhns im Schwarzwald.

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