Ab Ende April bis Anfang Juli ist in Baden-Württemberg "Schwammspinner-Saison". Dann sind die Raupen des Falters vor allem in Eichenwäldern unterwegs. Die Art neigt zu extremen Massenvermehrungen – vor allem nach warmen Jahren. Eichen und andere Laubbäume leiden unter den sehr gefräßigen Raupen. Viele befallene Bäume können nach Kahlfraß auf bestimmten Standorten absterben; vor allem dort, wo aufgrund dieser Schwächung später noch andere Krankheiten und Schädlinge hinzukommen, oder die Eichen unter Trockenheit zu leiden haben.
Fallen und Zählungen sagen die Vermehrung voraus
Die Abteilung Waldschutz der FVA nutzt zwei Methoden, um eine Prognose für die Entwicklung des Schwammspinners zu erstellen:
- Pheromone locken männliche Falter in die Fallen, in denen sie kleben bleiben und anschließend gezählt werden. So können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Aussage über einen Anstieg der Populationsdichte treffen.
- Zusätzlich werden im Herbst und Winter in ausgewählten Beständen die Eigelege am Stamm systematisch gezählt. Die Gelege sind gut getarnt und enthalten bis zu tausend einzelne Eier.
Dieses Vorgehen ermöglicht es, eine Vorhersage darüber zu treffen, wo und in welchem Ausmaß grundsätzlich mit dem Fraß des Schwammspinners zu rechnen ist. Um bei einer Gefahrenlage die Fraßintensität für einzelne Eichenbestände genau flächenscharf einzuschätzen, müssen dort dann gezielt weitere Eigelegezählungen erfolgen.
FVA berät die Forstpraxis vor Ort
Die FVA begleitet und dokumentiert die Entwicklung der Art vor Ort und berät die Waldbesitzerinnen und -besitzer. "Der enge Austausch mit der Forstpraxis auf der Fläche liefert wichtige Informationen und ist deshalb sehr bedeutend", sagt Dr. Horst Delb, Leiter der Abteilung Waldschutz.
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FVA BW/Delb