FVA im Gremium vertreten
Dr. Jörg Kleinschmit aus der Abteilung Waldnaturschutz ist Mitglied des WBBGR und bringt damit auch waldbezogene Expertise in den fachlichen Austausch ein.
Schwerpunkt Landwirtschaft – mit Relevanz für den Wald
Der Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf der Landwirtschaft: So betonen WBBGR und SRU, die Wiederherstellung der Biodiversität und der an sie gekoppelten Ökosystemfunktionen und -leistungen sei für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft unerlässlich. Auch wenn der Fokus damit klar auf dem Agrarsektor liegt, bestehen inhaltliche Überschneidungen mit forstlichen Themen – etwa bei Fragen der Biodiversität, der Ökosystemleistungen und der Wiederherstellung von Lebensräumen, die Wald und Landwirtschaft gleichermaßen betreffen. Die Stellungnahme ist daher auch für die forstliche Praxis von Interesse.
Hier folgt ein Auszug aus der offiziellen Stellungnahme: Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft: Gemeinsame Agrarpolitik und Wiederherstellungsverordnung zusammen denken
Anlass zur Stellungnahme
Der Klimawandel, der Verlust der biologischen Vielfalt und die nicht nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen sind eng miteinander verbundene Krisen und zählen zu den größten Herausforderungen für die Gesellschaften und Wirtschaften weltweit (IPBES 2019, 2024, 2026). Der Rückgang der biologischen Vielfalt gefährdet auch die Stabilität von Agrarökosystemen und damit die Sicherheit der Ernährungssysteme.
Zwölf Kernbotschaften
- Bei der Umsetzung der W-VO sollten möglichst viele Synergien und Chancen der Mitwirkung proaktiv genutzt werden.
- Die GAP 2028 - 2034 sollte als Chance für die W-VO verstanden und genutzt werden.
- Eine agrarräumlich angepasste Förderung innerhalb der GAP, z. B. durch regionalisierte Prämienhöhen, eine Ergebnishonorierung und kooperative Ansätze, kann einen richtungsweisenden Beitrag leisten, um die Ziele der W-VO zu erreichen.
- Die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sollte weiterentwickelt und gezielt um Maßnahmen zur Wiederherstellung auf landwirtschaftlichen Flächen und auf Randflächen wie Feld- und Wegrainen ergänzt werden, um Synergieeffekte bei der Finanzierung zu erzeugen.
- Viele Maßnahmen(-kombinationen) erzielen erst dann eine Wirkung, wenn sie auf Landschaftsebene unter Berücksichtigung regionaler Flächenkulissen konzipiert und für längerfristige Zeiträume umgesetzt werden.
- Wiederherstellungsmaßnahmen in pflanzlichen Anbausystemen sollten i) die Diversifizierung der angebauten Kulturpflanzen, ii) die strukturelle Bereicherung der Agrarlandschaften, iii) die Reduktion der stofflichen Inputs (Pflanzenschutz- und Düngemittel) und iv) die Erhaltung der Bodenfunktionen und -leistungen im Fokus haben.
- Den unterschiedlichen Treibern des Verlustes von Biodiversität im Grünland sollte durch regional und standörtlich spezifisch angepasste Maßnahmen entgegengewirkt werden.
- Die Moorwiedervernässung sollte als wirksame Biodiversitäts- und Klimaschutzmaßnahme im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) konsequent fortgeführt werden.
- Biodiversitätsaspekte sollten in der landwirtschaftlichen Beratung und Ausbildung gestärkt werden.
- Die komplexe Bürokratie der Agrarumweltförderung sollte zielorientiert reduziert werden.
- . Reallabore und Experimentierklauseln können dabei helfen, Lösungsansätze für die Umsetzung der W-VO zu entwickeln. Zur forschungsseitigen Unterstützung einer strategischen Transformation der Agrarpolitik ist es empfehlenswert, Reallabore zu fördern und Experimentierklauseln anzuwenden, wie sie auch im KoaV zur Stärkung der Innovationskraft und der Gestaltungsmöglichkeiten verankert sind. Themenfelder, für welche besseres Praxiswissen.
- Für eine zielgerichtete Umsetzung der W-VO bedarf es einer weiteren Verbesserung des Monitorings. Monitoring ist eine der Grundvoraussetzungen zur Prüfung der verbindlichen Zielerreichung.
FVA BW/Pontuali