Orientierungshilfe für die Praxis
Die Potenzialkarte wurde als Orientierungshilfe für die forstliche und naturschutzfachliche Praxis entwickelt, um diejenigen Waldbachabschnitte schnell und gezielt identifizieren zu können, an denen vermutlich sowohl Bedarf, als auch Potenzial für ökologische Aufwertungsmaßnahmen besteht. Dazu zählen etwa
- die Beseitigung von künstlichen Begradigungen und Wanderungshindernissen
- Baumartenwechsel
- Wegeverlegungen
Die Karte basiert auf einer aufwändigen Verschneidung von verschiedenen Datenbeständen zu Biotopen, Artfundpunkten, Waldzusammensetzung, Bauwerken und Wegen im Wald. Dabei bildet sie auch die oft vergessenen Bachoberläufe ab. Spezielle Planungshinweise helfen dabei, typische Zielkonflikte mit dem Schutz gefährdeter einheimischer Krebsarten und dem Erhalt der zahlreichen Kulturdenkmäler im Wald schon vor weitergehenden Planungen zu erkennen und aufzulösen. Zudem kann die Karte helfen, Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserrückhalts im Wald durch zusätzliche ökologische Verbesserungen zu optimieren.
Potenzialkarte ersetzt nicht den Begang im Wald
Die Karte ist landesweit verfügbar, gilt aber nur im Wald. Sie kann wegen der heterogenen Qualität und dem Aktualitätsstand der verwendeten Eingangsdaten stellenweise von der derzeitigen Realität draußen abweichen. Insbesondere Wald- oder Artbestände entwickeln oder verändern sich stetig weiter. Die Karte kann daher unterstützen, jedoch nicht den Geländebegang, die Abstimmung mit Fachbehörden und eine fachgerechte Planung für Aufwertemaßnahmen ersetzen.
Potenzialkarten nach Landkreisen im Geodatenportal der FVA
Im Waldnaturschutz-Informationssystem steht die Potenzialkarte zusätzlich mit anderen waldnaturschutzfachlichen Informationen zur Ansicht bereit.
FVA BW/Anhäuser