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Waldbäche – Rauschende Lebensadern

Volker Brosius – stock.adobe.com

Artenvielfalt, Hochwasserschutz, Wasserqualität – der Wald selbst und viele andere profitieren von ökologischen Waldbächen.

Der Zustand von Waldbächen ist nur oftmals nicht befriedigend, dabei können schon minimale Eingriffe lange Bachabschnitte ökologisch aufwerten. Wo liegt das größte Potenzial für solche Eingriffe? Ein Projekt an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) findet genau das heraus.

„Potenzialkarte“ als Basis von Maßnahmen zur Renaturierung

„Gesunde Waldbäche schaffen eine gute Wasserversorgung, Schutz vor Hochwasser, intakte Ökosysteme, gesunde Wälder und nicht zuletzt ein wertvolles Naturerlebnis.“, begründet Lisa Anhäuser, Projektmitarbeiterin an der Abteilung Waldnaturschutz der FVA, ihre große Motivation für die Gewässer.

Eine Forschungsgruppe an der FVA arbeitet intensiv daran, landesweit die Waldbäche wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, Gewässer und ihre Uferzonen wieder in naturnahe Lebensräume zu verwandeln und die Qualitätsziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) von 2000 umzusetzen.

Die Forschenden wollen herausfinden, wo sich die größten Potenziale einer Renaturierung der Waldbäche im Land befinden. Eine „Potenzialkarte“ hilft künftig, besonders renaturie-rungsbedürftige Gewässerabschnitte auf einen Blick zu erkennen.

„Mit unseren sogenannten Geodaten wollen wir ein Verfahren entwickelt, das berechnet, an welchen Fließgewässern Defizite und Verbesserungspotenziale zu finden sind.“, erklärt Anhäuser. Es soll dann gemeinsam mit interessierten Kommunen, Forst- und Privatwaldbetrieben auf Praxistauglichkeit geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Im Anschluss können Verbesserungsmaßnahmen entlang der Gewässer geplant und begleitet werden.

Ergebnisse

Die FVA hat eine dreistufige Potenzialkarte entwickelt, mit der es einfach gelingt einen Überblick über die Situation der Waldbäche in den verschiedenen Forstbezirken zu bekommen.

Verschiedene Geodaten wie z. B. die Bestockung des Gewässerrandstreifens, geschützte Tier- und Pflanzenarten oder typische Problemstellen fließen dort ein. Überlagern sich mehrere Faktoren, erhöht sich das Renaturierungspotenzial. In der Praxis ist genau zu prüfen, wo Eingriffe sinnvoll umgesetzt werden können. Kultur- bzw. Naturdenkmale oder heimische Krebsvorkommen beispielsweise erfordern eine besonders umsichtige Renaturierung. Auch das ist Gegenstand der Potenzialanalyse.
Mit geringem Aufwand und überschaubaren Kosten lässt sich ein sehr gutes Ergebnis für Natur- und Artenschutz erzielen. Für naturschutzinteressierte Forstleute sind Schulungen zu konkreten Tipps für die Aufwertung der Bäche und zur Finanzierung der Maßnahmen geplant.

Wie profitieren Waldbesitzende?

Die Potenzialkarte der FVA soll das gesamte Potenzial darstellen. Damit können sich Waldbesitzende einen Überblick über gute Ansatzpunkte für die Renaturierung am Bach verschaffen. Nach genauer Prüfung, wo die Mängel liegen, lassen sich Maßnahmen planen.

Weitere Informationen

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