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Wer balzt denn da? – Ergebnisse der landesweiten Waldschnepfenkartierung 2021 liegen vor

Eine Waldschnepfe im verscheiten Wald, auf dem Waldboden sitzend

Foto: SerkanMutan – stock.adobe.com

Im Frühjahr hat die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) erneut zur ehrenamtlichen Waldschnepfen-Kartierung aufgerufen. Zahlreiche Helferinnen und Helfer beobachteten die Waldschnepfen-Balz daraufhin an insgesamt 324 Standorten. Das Ergebnis: Während der Balz- und Brutzeit kommt die Waldschnepfe auf 60 Prozent der untersuchten Flächen vor. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Was jedoch unklar ist: Handelt es sich dabei um eine natürliche Schwankung, oder nimmt der Bestand langfristig ab?

    "Wir nutzen diese Kartierung, um Methoden zu testen, mit denen wir in Zukunft diese und andere Fragen beantworten können", erklärt Philip Holderried, Wissenschaftler am FVA-Wildtierinstitut.

    Die Ergebnisse in Kürze

    • Auf 60,2 Prozent der insgesamt 324 Flächen konnten in diesem Jahr Waldschnepfen nachgewiesen werden. Somit gelten 194 Flächen als von Waldschnepfen besetzt. 128 Flächen (39,8 Prozent) blieben ohne Nachweis. Im vergangenen Jahr konnten bei der Kartierung auf 67 Prozent der Flächen Waldschnepfen nachgewiesen werden.
    • In diesem Jahr ist die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer erneut angestiegen: von 186 Freiwilligen (2020) auf 210 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
    • Insgesamt konnten so 324 Kartierungen in insgesamt 41 Landkreisen durchgeführt werden – das deckt nahezu alle Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs ab.
    • Der Höchstwert der an einem Abend erfassten Überflüge lag bei 26 und wurde in der Nähe von Schwäbisch Hall notiert. Durchschnittlich registrierten die Teilnehmenden fünf Überflüge je Zählung. Insgesamt kam es zu 1.730 Einzelbeobachtungen.

    "Wir sind dankbar dafür, dass die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auch in diesem Jahr angestiegen ist", erklärt Holderried. Und das, obwohl dieses Jahr schwierigere Startvoraussetzungen mit sich brachte: "Vor Beginn der Kartierungen sorgten Änderungen der Corona-Schutzverordnung für Unsicherheiten, dann spielten Regen und Wind im Mai und Juni nicht richtig mit." Daher wurden vor allem Anfang und Mitte Juni verstärkt für die Kartierung genutzt.

    Kartierung für optimalen Monitoringansatz in der Zukunft

    "Natürlich erlauben die Daten, die wir nun in zwei Kartierungen gesammelt haben, noch keinen tiefergehenden Einblick in die Waldschnepfenpopulation Baden-Württembergs", gibt Philip Holderried zu bedenken. Aber sie trage dazu bei, die zu erwartende Datenqualität die Aussagekraft der Erfassungen einschätzen zu können. So wird ein Rückschluss auf den Mehrwert künftiger Kartierungen ermöglicht: "Die ersten Ergebnisse sind schon sehr vielversprechend", sagt Holderried. "Im Zusammenspiel mit weiteren Methoden kann die ehrenamtliche Kartierung tolle Einblicke liefern."

    Hintergrund

    Seit Ende 2019 läuft an der FVA das Projekt "Methodenentwicklung für das Waldschnepfen-Monitoring". Es ist auf drei Jahre angelegt und erfasst die Waldschnepfenbalz im Frühjahr. Bei diesen Kartierungen werden Erfassungsmethoden erprobt und weiterentwickelt. So entsteht ein Konzept, das die Grundlage für ein langfristiges Monitoring liefern kann.

    Die nächste Kartierung startet im Mai 2022. Die Anmeldung dafür ist ab März 2022 möglich. Die Teilnahme steht wie immer allen Interessierten offen.

    Weitere Informationen

    PDF-Download der Pressemitteilung

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