FVA-Meldung

Wie geht es dem Wald?

Ein Mensch blickt mit Fernglas hinauf in die Baumkronen FVA BW/Richard

Zustandserhebung in den Wäldern Baden-Württembergs

Kleine Gruppen, die mit Ferngläsern gebannt in Baumkronen schauen – wenn dieser Tage eine solche Begegnung im Wald bei Ihnen Fragen aufgeworfen hat, gibt es nun die Antwort: Der Zustand der Wälder in Baden-Württemberg wird seit einigen Wochen erhoben.

Blattverlust, auffällige Verfärbungen, Schäden durch Krankheit, Insektenbefall, Sturm und Frost: Diese Merkmale haben aktuell Aufnahmeteams im Blick, wenn sie den Zustand der Wälder im Land erheben. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) schult die Teams und wertet die gesammelten Daten in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Büro für Umweltüberwachung aus.

Seit einem Monat sind die Aufnahmeteams bereits unterwegs, diese Woche wird die Erhebung abgeschlossen. "Die gesammelten Daten über den Kronenzustand der Bäume erlauben uns einen Überblick über den Zustand der Wälder im Land", erklärt Simon Schmidt, Wissenschaftler in der Abteilung Boden und Umwelt der FVA.

Daten müssen vergleichbar sein

Dank der gezielten Schulungen der Teams sei es möglich, den Kronenzustand der Waldbäume einheitlich zu bewerten und so Entwicklungen über die Jahre hinweg zu verfolgen. "Gerade, weil diese Aufnahmen auf Bundes- und Landesebene stattfinden, müssen wir eine hohe Aufnahmequalität sicherstellen, um die Daten untereinander vergleichen zu können", so Schmidt. Über ein Drittel der Landesfläche Baden-Württembergs ist mit Wald bedeckt – wie läuft eine solche Erhebung also ab?

Baden-Württemberg als Raster

"Wir nutzen ein systematisch angelegtes Stichprobennetz für die Zustandserhebung", sagt Stefan Meining vom Büro für Umweltüberwachung. Dafür wird über die gesamte Landesfläche ein Raster aus acht mal acht Kilometern gelegt. Sobald ein solcher Rasterschnittpunkt auf Wald trifft, wird hier ein Aufnahmepunkt für die Waldzustandserhebung angelegt. "An diesem Punkt nehmen die Teams dann 24 ausgewählte Probebäume auf. Auf diese Art erheben wir in diesem Jahr an 328 Standorten über 7.500 Bäume."

Untersuchungen seit über 40 Jahren

Mit Beginn der Waldzustandserhebung standen in den 1980er-Jahren zunächst noch die starke Versauerung der Waldböden und immissionsbedingte Waldschäden im Fokus der Untersuchungen. Heute werden dagegen mit jedem Jahr die Folgen des Klimawandels in den Wäldern sichtbarer, erklärt Simon Schmidt. "Die extremen Hitze- und Dürreperioden im Sommer haben in Kombination mit verschiedenen Schadorganismen in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Waldschäden im Land geführt."

Ergebnisse Ende des Jahres

Der jährlich erscheinende Waldzustandsbericht bündelt die Untersuchungsergebnisse. Am Ende jeden Jahres wird er durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) vorgestellt.

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