Borkenkäferwarnung

Waldschutz

Seit dem Eintreten der sommerlichen Temperaturen ab der 23. Kalenderwoche ist eine verstärkte Schwärmaktivität des Buchdruckers zu beobachten. Die stabile trocken-heiße Witterung in den letzten sechs Wochen sorgte zudem für optimale Entwicklungsbedingungen für die Brut. Folgerichtig wurden in den Tieflagen in der letzten Juniwoche und ab der ersten Juliwoche in den höheren Lagen die ersten gefangenen Jungkäfer gemeldet. Die Entwicklungsverzögerungen durch das kalte Frühjahr scheinen somit wieder aufgeholt zu sein.

Sollte das Hochsommerwetter anhalten, droht die Gefahr einer starken Vermehrung der Buchdrucker durch ihre schnelle und vitale Brutentwicklung der zweiten Generation.

Neben den günstigen Brutbedingungen für Borkenkäfer könnte die Wasserversorgung der Fichten bei weiterhin ausbleibenden Niederschlägen knapp werden und damit deren Disposition für Befall steigen. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren und besonders aus 2003 zeigen, dass der frische Sommerbefall sehr überraschend erst ab Ende Juli bis Mitte August deutlich bemerkbar wird. Die Höhe der Fangzahlen in den Pheromonfallen bildet im Sommer oftmals das Geschehen in den Beständen nicht mehr repräsentativ ab: natürliche Duftquellen aus frisch befallenen Bäumen können die Fangzahlen scheinbar absinken lassen, während das Befallsgeschehen in vollem Gange ist und die Käferholzmenge ansteigt.

Das intensive Bestandesmonitoring auf Frischbefall muss daher jetzt höchste Priorität genießen. Befall muss sofort aufgearbeitet und unschädlich gemacht werden. Befallenes Holz sollte schnell abgefahren oder wirksam entseucht werden.

Das Entrinden ohne Verbrennen ist nur bei ausschließlich weißen Stadien wirksam, während mit Fortschreiten des Sommers oft alle Stadien nebeneinander in den Stämmen zu finden sind und so der Erfolg des Entrindens eingeschränkt ist, wenn die Rinde nicht verbrannt, beseitigt oder mit Insektizid behandelt wird.

Ansonsten hilft nur ein Insektizideinsatz (Vorausflugspritzung) um ein Ausfliegen der Jungkäfer aus geschlagenem berindetem Käferholz zu vermeiden. Da die im Sommer geschlagenen Käferbäume meist bereits adulte Käfer enthalten, muss die Spritzung unmittelbar nach dem Einschlag erfolgen.

Eventuell auftretende Dürrgipfel an älteren Bäumen sind entweder reinen Trockenschäden oder einem Befall mit Kupferstechern oder einer Kombination aus beidem zuzuschreiben. Ein Teil dieser wipfeldürren Bäume kann sich wieder erholen, zum Teil können sich in diesen jedoch später zusätzlich Buchdrucker einfinden. Daher müssen diese Bestände ebenfalls beobachtet werden.

Falls jüngere Fichtenbestände (Dickungen, Stangenhölzer) vom Kupferstecher befallen werden, gilt die Aufarbeitungspriorität den älteren Beständen mit Buchdruckerbefall und erst danach den jüngeren Beständen.

Aktuelle Borkenkäferflugzahlen
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