Hänsel und Gretel verliefen sich…

Nachrichten aus der FVA

Die zwei auf den Namen Hänsel und Gretel getauften Wildkatzen, die Ende Mai in einem Waldstück in der Nähe von Bühl gefunden wurden, verliefen sich, nicht wie das Märchen besagt im Wald, sondern beim Menschen.

Nachdem die zwei im Wald gefunden wurden, hatte sich eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Bühl den zwei Katzen angenommen. Nach einiger Zeit wurde klar, dass das scheue und aggressive Verhalten der damals ca. fünf Wochen alten Kätzchen für Hauskatzenjungen ungewöhnlich war. Genetische Untersuchungen, die anhand von Blutproben durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg durchgeführt wurden, haben dann die Vermutungen bestätigt: bei Hänsel und Gretel handelt es sich um Wildkatzen.

Von diesem Zeitpunkt an übernahm die FVA die Verantwortung für die beiden Wildkatzen, da sie Teil eines Forschungsprojektes zur Wildkatze werden sollten. Hierzu gehörten die naturschutz-, tierschutz- und jagdrechtlichen Genehmigungen, die medizinische Behandlung und die durchgehende Betreuung. Die Wildkatzen wurden zunächst durch die FVA in ein Auswilderungsgehege in die Eifel gebracht. Die dortigen Spezialisten haben langjährige und gute Erfahrung mit der Aufzucht und Wiederauswilderung solcher Findlinge. Nachdem Hänsel und Gretel gut genährt (Hänsel wog Anfang Oktober 4,7 kg und Gretel 2,8 kg) und körperlich fit für den Winter waren, wurden sie zwei Wochen vor der Freilassung in ein Auswilderungsgehege nahe ihres Fundortes gebracht, um sich an die "neue" Umgebung zu gewöhnen. Die zwei Katzen sind Mitte Oktober 2009 ca. fünf Monate alt. Ein Alter, in dem sie sich auch unter natürlichen Umständen von ihrer Mutter getrennt hätten.

Am 10.10.2009 war dann der große Tag. Das Türchen in die Freiheit wurde durch Minister Peter Hauk geöffnet. Seitdem sind Hänsel und Gretel schon auf Entdeckungsreise gegangen. Die zwei Tiere zeigten vor ihrer neu gewonnenen Freiheit anfangs etwas Scheu und verließen den Schutz des Geheges zunächst nicht.

Dann tat Gretel den ersten mutigen Schritt in die Freiheit und schlich sich am 12.10.2009 durch das Türchen aus dem Gehege. Hänsel schaute ihr für eine Weile nach, traute sich aber noch nicht seiner Schwester zu folgen. Erst einen Tag später entschloss auch er sich die Welt außerhalb des Geheges zu erkunden. Sehen Sie hierzu die beiden Kurzfilme Hänsel und Gretel an.

Die zwei Tiere wurden vor ihrem Transport aus der Eifel in die Rheinauen mit einem GPS-Halsband versehen. Anhand dieses Halsbandes können die Wissenschaftler der FVA nach der Freilassung die genauen Wege der Wildkatzen nachverfolgen. Die Besenderung von Hänsel und Gretel ist Teil eines umfassenden Wildkatzenprojektes, in welchem in diesem Winter mit Hilfe der GPS-Technik das Raum-Zeit-Verhalten der Wildkatzen in den Rheinauen untersuchen werden soll. Am 21.10.2009 findet um 19:00 Uhr zu dem Forschungsprojekt eine Informationsveranstaltung in der Sporthalle in Oberbergen, Schulstraße 29, 79235 Vogtsburg-Oberbergen, statt.

Hänsel und Gretel werden nun regelmäßig geortet und die gespeicherten GPS-Daten werden ausgelesen. Die Auswertung dieser Daten hat bisher gezeigt, dass Gretel ihre neue Heimat fleißig erkundet. Bis zu 700 m hat sie sich von dem Gehege entfernt. Hänsel hingegen ist noch viel unsicherer und bevorzugt es bisher in unmittelbarer Nähe zum Gehege zu bleiben.

Mehr hierzu in den beiden Videos zu Hänsel und Gretel (im avi-Format, zum Abspielen benötigen Sie ein entsprechendes Multimedia-Programm,) oder im Artikel der Badischen Zeitung vom 15.10.2009.

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