Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR)

Forschung

Die Europäische Kommission hat die Richtlinie zur Sortierung von Rohholz von 1969 aufgehoben. Damit läuft auch die für Deutschland gültige gesetzliche Handelsklassensortierung für Rohholz (Forst-HKS) Ende 2008 aus. Bis dahin soll eine Nachfolgeregelung in Form einer Handelsvereinbarung der Forst- und Holzbranche erarbeitet werden, die sich an den aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene orientiert.

Die Ära der nunmehr fast 40 Jahre existierenden Forst-HKS geht ihrem Ende entgegen. Aufgrund der Aufhebung der Richtlinie 68/89/EWG durch die Europäische Kommission ist der gesetzlichen Regelung für Deutschland der Boden entzogen worden.
Hierdurch ergibt sich die Notwendigkeit aber auch die einmalige Chance, die in weiten Teilen nicht mehr zeitgemäße und innerhalb Deutschlands zunehmend uneinheitlich weiterentwickelte HKS auf eine neue gemeinsame Basis zu stellen.
Ein hauptsächliches Ziel wird darin gesehen, ein bundesweit gültiges Regelwerk für den Rohholzhandel zu entwerfen, das die notwendigen Inhalte umfassend darstellt, gleichzeitig aber einfach und übersichtlich gehalten wird, damit es von der Praxis auch akzeptiert wird.

Die neue "Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland" (RVR) soll nach dem Baukastenprinzip die für die Waldsortierung wichtigen Inhalte abdecken. Folgende Module sind vorgesehen:
- Verrechnungsmaße für Rohholz und Umrechnungsfaktoren
- Dimensionsvermessung und Dimensionssortierung von Rohholz
- Qualitätssortierung von Rundholz
- Messung der Merkmale beim Rundholz
- Begriffsdefinitionen

Die zukünftige Regelung soll die Form einer (privatrechtlichen) Vereinbarung zwischen der Forst- und Holzseite erhalten. Darüber hat sich der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) im Vorfeld geeinigt. Vorteilhaft erscheint dabei die hohe Flexibilität und die Möglichkeit, zeitnah auf Änderungen reagieren zu können.

Das Projekt wird aus Mitteln des Holzabsatzfonds gefördert und ist der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) zur Durchführung und Koordinierung übertragen worden. Der Arbeitskreis Rohholzhandel (AK RH), bestehend aus 13 designierten Experten aus den Mitgliedsbetrieben des DFWR und des DHWR, übernimmt die Abstimmung der branchenspezifischen und regionalen Interessen auf Bundesebene und berät über den endgültigen Entwurf zur Vorlage bei den Entscheidungsträgern der Forst- und Holzbranche. In einem ersten Treffen am 16. Januar 2008 hat der AK RH seine Arbeit aufgenommen.
Das Vorhaben lebt nicht zuletzt von einer breiten Beteiligung der interessierten Fachwelt. Beiträge und Anregungen aus dem ganzen Bundesgebiet sollen in den Abstimmungsprozess mit einfließen. Fallweise wird auch die Notwendigkeit bestehen, gezielt Experten zur Klärung bestimmter Fragestellungen einzubinden. Die Arbeiten sollen Ende 2008 ihren Abschluss finden.
Eine Internetseite informiert über den laufenden Stand des Projekts und stellt den Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit unter www.rvr-deutschland.de her.


Ansprechpartner:

Dr. Udo Hans Sauter
Dr. Stephan Verhoff

Jörg Dehning (Projektbearbeiter und technische Umsetzung)
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg
Wonnhaldestraße 4
79100 Freiburg
Tel: 0761 / 4018 - 271
Joerg.dehning@forst.bwl.de


Links:

Werksvermessung
Sägeindustrie
Deutscher Holzwirtschaftsrat
Deutscher Forstwirtschaftsrat

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