Regulierungsmaßnahmen bei Waldmaikäfer

Veröffentlichung

Abschlussbericht des Projekts 1014

Evaluierung der Regulierungsmaßnahmen der Waldmaikäferpopulationen in der Nördlichen Oberrheinebene

Im Zeitraum von 1997 bis 2008 wurden in den Hardtwäldern der nordbadischen Oberrheinebene mehrere Maßnahmen zur Regulierung der Populationen des Waldmaikäfers (Melolontha hippocastani F.) durchgeführt.

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Zusammenfassung

Ziel der Evaluierung war zu analysieren und zu bewerten, ob durch Regulierungsmaßnahmen die waldbaulichen und multifunktionalen Zielsetzungen der Waldwirtschaft erreicht werden können.

Auf ausgewählten Referenzflächen wurde hierzu die Populationsentwicklung untersucht. Eine Reduktion der Maikäferpopulationen durch den Einsatz von Insektiziden konnte nachgewiesen werden. Für das Erreichen der genannten waldbaulichen Ziele kann der Faktor Maikäfereinfluss durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert werden. Daneben gilt es jedoch, weitere Faktoren wie andere Zielsetzungen oder die Ausbreitung konkurrenzstarker Neophyten, die Grundwasserproblematik und zum Teil unangepasste Wilddichten entsprechend zu berücksichtigen.

Aufgabe der Evaluierung war zudem die Prüfung der Gesundheitsgefährdung, der Beeinträchtigungen der Umwelt und der Auswirkungen auf die Biodiversität durch die Beeinträchtigung von Nichtzielorganismen-Populationen.

Die Gefährdung der Gesundheit von Waldbesuchern wird durch die Sperrung der Behandlungsgebiete während der Maßnahme sowie durch die minimale Konzentration der chemischen Pflanzenschutzmittel bei der Ausbringung, die aufgrund zahlreicher Versuche reduziert werden konnte, ausgeschlossen.

Durch die Berücksichtigung naturschutzrelevanter Tabuflächen und infolge verschiedener Restriktionen freiwillig von den Maßnahmen ausgenommenen Flächen wird das Risiko der Beeinträchtigung von Nichtzielorganismen deutlich verringert. In bisherigen Untersuchungen konnten zudem keine langfristigen Beeinträchtigungen von Nichtzielorganismen festgestellt werden. Die Betroffenheit von Einzelexemplaren seltener Arten lässt sich in ihrer Auswirkung auf die jeweiligen Populationen allerdings nicht abschließend bewerten, da langfristige Untersuchungen und ein regelmäßiges Monitoring zum Zustand der Arten fehlen. Vor allem mobile Arten besiedeln die behandelten Flächen zügig wieder. Die Avifauna (Höhlenbrüter) wie auch die Fledermauspopulationen zeigten bisher keine negativen Reaktionen in ihrer Habitatwahl auf die Regulierungsmaßnahmen.

In den umfassenden Ausführungen zu Pflanzenschutzmitteln wurden Alternativen überprüft und zusätzliche Maßnahmen in Betracht gezogen. Dabei haben sich chemische Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Dimethoat derzeit allein als wirksam und für eine Reduzierung der Maikäferpopulationen im Rahmen der integrierten Bekämpfungsstrategie als geeignet erwiesen.

Die absehbaren Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung der Waldflächen bei einem Verzicht bzw. beim Auslassen der Regulierungsmaßnahmen wurden vielfach aufgezeigt und bestehen in der fortschreitenden Vitalitätsminderung der Eichen-Bestände, verstärkten Absterbeerscheinungen bei den Laubholz- und Nadelholzbeständen, der drohenden Vergrasung der lückigen Altbestände sowie der Entmischung der Bestände und der Ausbreitung der konkurrenzstarken waldbaulich nicht erwünschten Spätblühenden Traubenkirsche. Durch die Wurzelschädigungen der Engerlinge erhöht sich zudem die Disposition der Waldbäume gegenüber weiteren biotischen und abiotischen Schadfaktoren.

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