Überfahrener Luchs im Alb-Donau-Kreis

Forschung

Am Abend des ersten Januar 2007 wurde auf der A8 bei Laichingen ein Luchs von mehreren Autos erfasst und getötet. Der Autobahnpolizei gelang es zusammen mit dem Jagdpächter den Körper sicher zu stellen und das Tier als Luchs zu identifizieren.

Kadaver des überfahrenen Luchses

Die Untersuchung des Kadavers wurde durch Mitarbeiter des Arbeitsbereiches Wildökologie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) durchgeführt. Im Vordergrund steht zunächst die Frage, ob es sich bei dem Tier um dasselbe handelt, welches seit September 2005 wiederholt im Oberen Donautal nachgewiesen und fotografiert werden konnte. Aufgrund des schlechten Zustandes des Kadavers kann diese Frage jedoch nicht über den Vergleich der Fellzeichnung mit vorhandenen Fotoaufnahmen sicher beantwortet werden. Aufschluss darüber erhoffen sich die Wissenschaftler nun durch eine DNA-Analyse. Da von dem Luchs im Donautal im vergangenen Jahr anhand einer Kotprobe ein genetischer Fingerabdruck genommen werden konnte, soll ein Vergleich mit Gewebeproben des Kadavers diese Frage klären. Bis die Ergebnisse vorliegen ist die Herkunft des überfahrenen Luchses trotz widersprüchlicher Medienberichte ungeklärt.

In den letzten Jahren wurden der FVA vereinzelte Sichtbeobachtungen oder Spuren aus dem Alb-Donau-Kreis gemeldet. Von einer Luchs-Population in diesem Bereich kann jedoch nach Ansicht der Forscher nicht gesprochen werden. Dies gilt auch für alle anderen Regionen Baden-Württembergs. Vereinzelte sichere Nachweise sprechen jedoch dafür, dass Luchse zumindest sporadisch in Baden-Württemberg vorkommen. Als Erklärung kommen insbesondere Zuwanderungen aus benachbarten Populationen in der Schweiz oder den Vogesen in Frage, aber auch entlaufene oder illegal freigelassene Luchse sind nicht auszuschließen.

Der Fall des überfahrenen Luchses sowie die mehr als 20.000 Wildunfälle pro Jahr in Baden-Württemberg verdeutlichen die gravierenden Folgen der Landschaftszerschneidung, welche die natürliche Raumnutzung der Wildtiere in zunehmendem Maße behindert. Verluste durch den Straßenverkehr schränken darüber hinaus die Möglichkeiten einer Wiederbesiedlung verwaister Lebensräume durch natürliche Zuwanderung in hohem Maße ein.

Roter Punkt: Fundort des Kadavers


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