Einführung
Vereinfachte Standortsinformation
Standortsinformationen sind essenziell für die konkrete Planung waldbaulicher Maßnahmen. Die reguläre Standortskartierung erfolgt in Baden-Württemberg derzeit jährlich auf einer Waldfläche von 8.000 bis 10.000 ha. Eine vollständige Bearbeitung des Kleinprivatwaldes in Baden-Württemberg, der bislang erst zu knapp 50 % standortskartiert ist, kann damit erst in einigen Jahrzehnten erreicht werden kann.
Um auch auf bisher noch nicht standortskartierten Flächen zeitnah eine waldbauliche Beratung auf standörtlicher Grundlage zu ermöglichen, wurde an der FVA das Verfahren der Vereinfachten Standortsinformation entwickelt. Dafür werden digital verfügbare, standortsbezogene Informationen (geologische und bodenkundliche Karten, Geländemodell sowie Klimadaten) aufbereitet und weiterverwendet, um modellgestützt Substratprognosen zu erstellen. Diese müssen mit einem einfachen, im Gelände anzuwendenden Kartierschlüssel kombiniert werden, um im Ergebnis Aussagen über die relevanten Standortseigenschaften einer bestimmten Waldfläche treffen zu können. Die Vereinfachte Standortsinformation ist ein Werkzeug für das forstliche Fachpersonal an den Unteren Forstbehörden und ermöglicht es diesem, auch im nicht-kartierten Wald Empfehlungen zur Baumarteneignung zu geben.
Dank der Vereinfachten Standortsinformation können zeitnah auf die praktische forstliche Anwendung zugeschnittene Informationen über den Standort bereitgestellt und somit die Zeit bis zu der regulären Geländekartierung überbrückt werden.