Aktuelle Situation

Käfer gehen in Winterruhe - Sanierung startet durch

14.10.2026

Ob Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche oder Douglasie: Im Wald werden stellenweise immer mehr Nadelbäume rot. Dahinter steckt vor allem eines: Die extreme Hitze und Trockenheit des Sommers! Aber auch Borkenkäfer sind teilweise wieder beteiligt - vor allem an Fichte und Tanne zeigen sich volle Brutbilder unter der Rinde.  An anderen Baumarten wie der Douglasie zeigt sich Befall derzeit eher sekundär (dazu mehr im aktuellen Borkenkäfer Newsletter SüdWest).  

FANGZAHLEN

Die Schwärm- und Monitoringsaison ist nun vorbei. Ein paar Buchdrucker, Kupferstecher und Tannenborkenkäfer konnten die warmen Tage der letzten Wochen zwar nochmal zum Schwärmen motivieren,  zu Frischbefall kam es aber kaum noch. Nun gehen auch die letzten Käfer in die Winterruhe.

BRUTBÄUME

Die F2-Bruten in den Brutbeobachtungsstämmen entwickelten sich in diesem Jahr rasant schnell. In den Brutbildern waren Ende September neben Larven, Puppen und Jungkäfern auch Ausfluglöcher zu beobachten. Eine dritte Buchdrucker-Generation konnte bis ca. 800 m ü.NN ebenfalls noch angelegt werden, diese spielt aber keine allzu große Rolle. Der Großteil der Überwinterer im Bestand sind F2-Bruten und F2-Geschwisterbruten.

AUSBLICK

Es wird herbstlich und die Borkenkäfer gehen in die Winterruhe. In den kommenden Wochen werden jedoch verzögert weiterhin Käferlöcher sichtbar! Diese gilt es jetzt noch zu finden und zu sanieren, bevor die Käfer womöglich noch ausfliegen oder mit abfallender Rinde in die Bodenstreu verfrachtet werden. 

Mehr zur Überwinterung der Buchdrucker gibt es hier!

AKTUELLE BEFALLSDYNAMIK AN DER FICHTE

Derzeit tritt stellenweise plötzlich Befall zutage, da Befallsmerkmale erst jetzt erkennbar werden. Teils verfärben sich jetzt die Kronen, teils sind jedoch auch Fichten mit noch grüner Krone und weit entwickelten Brutbildern zu finden. Bei solch fortgeschrittenem Befall ist natürlich Eile geboten. Solange die Rinde jedoch noch fest am Stamm sitzt, bleibt eine Aufarbeitung und Abfuhr weiterhin wirksam und sinnvoll. 

Wie erkenne ich Befall?

Bohrmehl ist das erste sichere Befallsmerkmal, das mit der abnehmenden Borkenkäferaktivität jedoch weniger relevant wird. Es treten nun vor allem die späten Befallsmerkmale auf: Spechtabschläge, Kronenverfärbung und Nadelabfall. Fichten mit diesen Merkmalen, sollten möglichst noch im Herbst saniert werden, bevor die Rinde großflächig abfällt und die Borkenkäfer in der Bodenstreu landen.

An der Weißtanne können ab dem Spätsommer Harztropfen durch überwinternde Tannenborkenkäfer auftreten. Solange keine Kronenverfärbungen hinzukommen, sollten grüne, harzende Tannen stehen gelassen und beobachtet werden.  Erst bei roten Kronenanteilen ist eine Sanierung zu empfehlen. 

Was tun mit dem Käferholz?

Käferbäume sollten möglichst früh im Herbst saniert und abgefahren werden. Es geht nun darum, die Ausgangspopulation fürs nächste Jahr zu senken! Es ist aufgrund der abnehmenden Schwärmaktivität zwar nicht mehr ganz so viel Eile geboten, dennoch können die Jungkäfer auch im Herbst und Winter die Bäume nochmal aktiv oder passiv verlassen. Dem gilt es weiterhin zuvorzukommen. 
Erkanntes Käferholz sollte am besten direkt ins Sägewerk abgefahren werden! 

Weitere Informationen

  • Ein Rekordsommer und seine Folgen: Dazu mehr im aktuellen Borkenkäfer-Newsletter SüdWest 03/2026
  • Informationen zu den Modellen PHENIPS-Clim und IpsRisk finden sie in dieser Waldschutz-Info
  • Alles auf einem Blick zum Borkenkäfermanagement an Fichte gibt es im Flyer
  • Zu Besonderheiten von Borkenkäfern an Tanne informiert diese Waldschutz-Info
  • Allgemeines zu Borkenkäfern und Management finden Sie hier in der überarbeiteten 12. Auflage der FNR-Broschüre "Borkenkäfer an Nadelbäumen - erkennen, vorbeugen, bekämpfen", welche als pdf hier verfügbar ist.

     

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