Aktuelle Situation

Borkenkäfer in der Winterruhe 

Die Schwärmzeit der Borkenkäfer ist für dieses Jahr beendet.  Mit den kürzer werdenden Tagen und den herbstlichen Temperaturen gehen die Buchdrucker nun in die Winterruhe über. Die Entwicklung unter der Rinde setzt sich zwar fort, aber stark verlangsamt. Ein Teil der Population stirbt im Winter ab, der überlebende Teil bildet die Ausgangspopulation für 2026.  Auch das Management der Überwinterungsbäume trägt maßgeblich dazu bei, diese Ausgangspopulation zu minimieren. 

Was passiert mit Käfern und Bruten im Winter?

Buchdrucker besitzen eine Art „Frostschutzmechanismus“, der sie auf den Winter vorbereitet. Sobald sinkende Temperaturen und kürzere Tage den Winter ankündigen, lagern die Käfer Zucker und Zuckeralkohole in ihrer Körperflüssigkeit ein. Diese Stoffe verhindern die Bildung von Eiskristallen, die für die Tiere tödlich wäre. Gleichzeitig stellen die Käfer ihre Fraßaktivität ein, damit auch der Darminhalt nicht gefrieren kann. Zudem meiden sie zunehmend feuchtere Rindenschichten und ziehen sich in die trockeneren, äußeren Bereiche der Rinde zurück, um einer Eiskristallbildung auszuweichen. Dank dieser Anpassungen können adulte Käfer auch strengen Frost ( vereinzelt sogar Temperaturen bis zu –32 °C) ertragen.

Weiße Stadien (Larven/Puppen) jedoch sind gegenüber Minustemperaturen empfindlicher; hier können bereits Temperaturen um die - 5 °C  zum Absterben führen. Wer aktuell weiße Stadien in seinen Käferbäumen findet, sollte jedoch nicht auf die Wintermortalität spekulieren. Denn weiße Stadien können sich bei Temperaturen > 8 °C noch weiterentwickeln und somit noch vor dem Winter das Jungkäferstadium erreichen.

Was ist zu tun?

Befallskontrollen können nun in reduzierter Intensität durchgeführt werden, um Überwinterungsbäume noch ausfindig zu machen und möglichst noch im Herbst zu sanieren. 

Wie erkenne ich Befall?

Bohrmehl spielt nun keine Rolle mehr bei der Befallserkennung. Käferbäume können derzeit an Spechtabschlägen, Nadelabfall und Kronenverfärbung erkannt werden. 

Was tun mit dem Käferholz?

Erkanntes Käferholz sollte am besten direkt ins Sägewerk abgefahren werden! Auch wenn nicht mehr ganz so viel Eile geboten ist, gilt es zu beachten, dass ein Teil der Borkenkäfer im Verlauf des Winters die Käferbäume verlassen wird. Je früher also die Abfuhr, desto besser. 

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Einen Überblick über die Borkenkäfer-Situation gibt´s im aktuellen Borkenkäfer-Newsletter SüdWest 03/2025

Mehr zur Überwinterung des Buchdruckers gibt es in der Waldschutz-Info 02/2024

Informationen zu den Modellen PHENIPS-Clim und IpsRisk finden sie in dieser Waldschutz-Info !

Alles auf einem Blick zum Borkenkäfermanagement an Fichte gibt es im Flyer

Zu Besonderheiten von Borkenkäfern an Tanne informiert diese Waldschutz-Info !

Allgemeines zu Borkenkäfern und Management finden Sie hier in der überarbeiteten 12. Auflage der FNR-Broschüre "Borkenkäfer an Nadelbäumen - erkennen, vorbeugen, bekämpfen", welche als pdf hier verfügbar ist.

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