Erhaltung der ökologischen Vielfalt der Rheinwälder
Vogelwelt und Waldstruktur in den Rheinauen

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Vogelwelt 

Die Anwesenheit der Vögel in den bearbeiteten Probekreisen wurde nach der Punkt-Stop-Methode festgestellt. Dabei führten die Bearbeiter in jedem Probekreise zwei Erfassungsgänge durch. Sie dauerten jeweils 15 Minuten und fanden jeweils im ersten und im letzten Drittel der Brutzeit statt. Während dieser beiden Perioden wurden alle beobachteten und verhörten Vögel registriert und in eine Tabelle eingetragen. Die Auswertung der Tabelle erfolgte nach der in Frankreich für die Indices Ponctuels d´Abondance (IPA) festgelegten Methode. 

Dadurch wurden Stetigkeiten und relative Registrierungshäufigkeiten für die beobachteten Vogelarten ermittelt. Die Mittelwerte der Anzahl der Vogelarten pro Probekreis waren in Deutschland und Frankreich sehr ähnlich. In Deutschland wurden auf 91 Probekreisen 70 Vogelarten, in Frankreich auf 56 Probekreisen 60 Vogelarten registriert. Da die Artenzahl mit der Anzahl bearbeiteter Kreise ansteigt kann von einer ähnlichen Gesamtartenzahl in beiden Ländern ausgegangen werden. Aus den untersuchten Brutvogelarten die häufiger registriert wurden entstanden drei Vogelgilden. Diese waren durch Arten gekennzeichnet deren Vorkommensschwerpunkte in bestimmten Lebensräumen lagen. Die Gilde der Vögel der Sträucher und Waldränder beinhaltete 13 Vogelarten die in offenen strauchreichen Bereichen am häufigsten registriert wurden. Bis auf eine Art wurden sie alle in Frankreich häufiger regist-riert als in Deutschland. Die zweite Vogelgilde beinhaltete 22 waldbewohnende Vogelarten. Sie war zweigeteilt. Die eine Hälfte der Arten wurde häufiger in Deutschland die andere Hälf-te der Arten häufiger in Frankreich registriert. Die dritte Vogelgilde bestand aus 12 Vogelar-ten die an und auf Gewässern am häufigsten registriert wurden. Alle Arten dieser Gilde wur-den in Deutschland häufiger registriert als in Frankreich. 

Ein Beispiel aus jeder Gilde kann die Zusammenhänge zu den jeweiligen Strukturen verdeutlichen:


  1. Relative Häufigkeiten der Heckenbraunelle für drei Klassen von Deckungsgraden der Baumschicht in den Probekreisen (n=147).

    Die Häufigkeit der Heckenbraunelle aus der Gilde der Vögel der Sträucher und Waldränder nimmt zu je kleiner der Deckungsgrad der Bäume. Bei geringen Deckungsgraden der Baumschicht und hohen Deckungsgraden der Strauchschicht ist auch die Häufigkeit der Heckenbraunelle am größten. Probekreise mit derartigen Habitatstrukturen waren in Frankreich häufiger als in Deutschland. Dementsprechend wurde die Heckenbraunelle in Frankreich häufiger registriert als in Deutschland.

  2. Relative Häufigkeiten des Kernbeißers für drei Klassen von Deckungsgraden der Baumschicht in den Probekreisen (n=147). 

    Die Häufigkeit des Kernbeißers aus der Gilde der waldbewohnenden Vögel nimmt mit dem Deckungsgrad der Bäume zu. Er bevorzugt dichte, geschlossene Bestände als Lebensraum. Probekreise mit dichten, geschlossenen Altbeständen waren in Deutschland häufiger. Dementsprechend wurden Kernbeißer in Deutschland häufiger registriert als in Frankreich.

  3. Relative Häufigkeiten des Höckerschwans für drei Klassen von Gewässeranteilen in den Probekreisen (n=147). 

    Der Höckerschwan aus der Gilde der gewässerbewohnenden Vögel bevorzugt offene Gewässer als Lebensraum. Da es in Deutschland in den Probekreisen mehr offene Wasserflächen gab als in Frankreich wurde der Höckerschwan dort häufiger nachgewiesen.

Der Anteil von Starkholz an den untersuchten Waldbeständen war für die relativen Häufigkeiten einiger Vogelarten ...
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Artikel-Datum: 01.03.2004

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