Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2019
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Lage

18.9.2019

Trotz der einsetzenden Diapause, welche durch die abnehmende Tageslänge ab Ende August signalisiert wird, erreichten die Fangzahlen vor allem Anfang und z.T. auch noch Mitte September ungewöhnlich hohe Werte, d.h. >500 Käfer / Woche. Grund hierfür sind die hohen Temperaturen (sowohl Tagesmaxima >20°C, als auch Nacht-Minima mit >10°C), die in Kombination mit den insgesamt hohen Populationsdichten, für eine relativ hohe Schwärmaktivität sorgen. Diese wird allerdings in den kommenden Tagen, an denen tiefe Nachtemperaturen vorhergesagt sind, weiter abnehmen und voraussichtlich gegen Ende des Monats gänzlich zum Erliegen kommen.

Jetzt noch ausfliegende Käfer legen keine neue Bruten mehr an, sie suchen aufgrund von Nahrungskonkurrenz im alten Brutbaum nach neuen, geeigneteren Überwinterungsbäumen. In Frage kommen dafür liegende Bäume oder stehende, bereits befallene Fichten. Neubefall wird aufgrund der im September mangelnden Aggregationsfähigkeit der Buchdrucker nicht mehr stattfinden.


In Rheinland-Pfalz wurde lediglich unterhalb einer Meereshöhe von unter ca. 400 m eine 3. Generation angelegt, welche sich größtenteils aktuell in den braunen, überwinterungsfähigen Stadien befindet. In höheren Lagen geht die Population zum großen Teil mit der fertig entwickelten F2 in den Winter.



In Baden-Württemberg wurde lediglich unterhalb einer Meeresh?he von unter ca. 400 m eine 3. Generation angelegt, welche sich größtenteils aktuell in den braunen, überwinterungsfähigen Stadien befindet. In höheren Lagen oberhalb, geht die Population zum großen Teil mit der fertig entwickelten F2 in den Winter. In den Gipfellagen >1000 m wurde zwar vielerorts eine F2 angelegt, diese wird sich voraussichtlich jedoch nicht winterhart entwickeln.

Folgerungen für die Praxis

Trotz der nun gegen null sinkenden Befallsaktivität muss die Suche nach frischen Befallsbäumen unbedingt weiterhin fortgesetzt werden! Oft zeichnen die im August befallenen Fichten erst mit Verzögerung, z.B. durch herabrieselnde grüne Nadeln, eine sich färbende Krone, oder durch Spechtabschläge abgeplatzte Rinde. Auch Bohrmehl zählt weiterhin zu den erkennbaren Befallssymptomen, da die Käfer unter der Rinde z.T. noch weiter aktiv sind. Insbesondere muss das direkte räumliche Umfeld vorheriger und bereits sanierter Befallsnester intensiv auf Neubefall kontrolliert werden, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dort Folgebefall entstanden, welcher eventuell bisher noch übersehen wurde. Jeder ab jetzt erkannte und rechtzeitig unschädlich gemachte frische Befallsbaum, reduziert das Überwinterungspotential und somit die Ausgangspopulation für das kommende Jahr. In diesem Sinne sind auch noch im Fichtenbestand gelagerte Holzpolter unverzüglich abzutransportieren, um jeglichen noch möglichen Ausflug zu unterbinden.

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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