Borkenkäfer-Monitoring

Fallenstandorte der Borkenkäferüberwachung in Rheinland-Pfalz
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Im Hochwald und im Pfälzer Wald wird die Flugaktivität des Buchdruckers (Ips typographus) mit einem Monitoringsystem beobachtet. Dazu wurden in beiden Bereichen jeweils drei Standorte auf unterschiedlichen Höhenlagen als Monitoringflächen ausgewählt und mit jeweils vier Theysohn-Schlitzfallen bestückt. Die Fallen wurden mit einem Mindestabstand von 100 Meter untereinander und zum nächsten Fichtenbestand nach Möglichkeit in einem Quadratverband aufgestellt. Dabei wurden je zwei Fallen in Nord-Süd- beziehungsweise in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Jede Falle wurde mit einer Pheroprax-Ampulle als Lockstoff ausgestattet. Als Fallenstandpunkte wurden Freiflächen oder besonnte Bestandeslücken in Laubholzbeständen, ohne störende, den Anflug der Käfer behindernde Verjüngung beziehungsweise Bodenvegetation, ausgewählt.

Aus Gründen der Praktikabilität wurde das Monitoringsystem auf den Buchdrucker beschränkt. Die Art kann auch als Indikatorart für den Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) dienen und ist auf Grund ihrer Individuengröße leichter zähl- und damit auswertbar.

Grundlage des Monitorings sind die Fangzahlen der Pheromonfallen. Mit ihnen kann die Schwärmflugaktivität als ein Parameter der Populationsdynamik von Ips typographus erfasst und damit die Generationsfolge sowie die Anzahl der Geschwisterbruten abgeschätzt werden. Gleichzeitig können auf dieser Grundlage in Kombination mit Untersuchungen zur Brutentwicklung effektive Bekämpfungszeitpunkte festgelegt werden. Die absolute Fangzahl dagegen ist kein Hinweis auf die aktuelle Populationsdichte der Käfer. Vielmehr bestimmt das Brutraumangebot und dessen höhere Attraktivität gegenüber der Falle die Fangzahlen wesentlich, daher wurden die Fallen auch nicht in unmittelbarer Nähe von Fichtenbeständen aufgestellt. Zur Einschätzung der Populationsdynamik und damit zur Prognose des Waldschutzrisikos müssen weitere Parameter berücksichtigt werden; dazu zählen neben den Witterungsverhältnissen auch der Umfang des Stehendbefalls, die Brutbilddichte, die Brutentwicklung und die Käferholzmenge. Entsprechende Angaben werden im Rahmen des Monitorings mit erhoben.

Fallenstandorte

Hochwald

 

 

Pfälzer Wald

 

 

Standort

Betreut durch

Höhe [ü. NN]

Standort

Betreut durch

Höhe [ü. NN]

Forstrevier Leisel

FA Birkenfeld

650

Forstrevier Mölschbach

FAWF

370

Forstrevier Niederwörresbach

FA Birkenfeld

380

Forstrevier Mühlenberg

FAWF

514

Forstrevier Nonnweiler-Eisen

SaarForst

615

Forstrevier Münchhof

FAWF

370

Die Fallen werden von Mitte März bis Ende September wöchentlich kontrolliert und die Fangzahl durch Auszählung oder qualifizierte Schätzung (mittels Messzylinder) ermittelt. Neben der Ermittlung des Fangergebnisses wird bei der Fallenkontrolle auch der Füllstand des Pheromondispensers und damit die Lockwirkung der Falle überprüft. Die Fallenkontrolle wird von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) bzw. vom Forstamt Birkenfeld durchgeführt. Zur besseren Vergleichbarkeit der Fangergebnisse wurden die Fangintervalle synchronisiert, so dass die Fallenkontrolle jeweils am gleichen Tag in beiden Gebieten erfolgt.

Die Terminierung effizienter Waldschutzmaßnahmen setzt Kenntnisse über die aktuelle Schwärmflugaktivität und den Brutfortschritt voraus, die nur durch ein repräsentatives Monitoring und örtliche Beobachtungen gewonnen werden können. Das Monitoring ist als langfristiges Überwachungsmodell konzipiert. Erst durch den Vergleich mehrerer Fangjahre können wichtige Informationen über die Populationsdynamik der Borkenkäfer und damit für den präventiven Waldschutz gewonnen werden.

Autor:

Abt. Waldschutz

Aktuelle Borkenkäfer-Flugzahlen

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