Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Rheinland-Pfalz im Jahr 2020
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Lage

07.04.2020

In den vergangenen Wochen waren die kalten Nächte (teilweise unter 0°C) und die Tageshöchsttemperaturen von vorwiegend <16°C dafür verantwortlich, dass bisher kaum Borkenkäfer ausschwärmten. Allerdings sind die Käfer aufgrund des milden Winters ausflugsfertig entwickelt und stehen in den Startlöchern.
Die warmen Temperaturen in den kommenden zwei Wochen werden vielerorts den Schwärmbeginn der überwinterten Elternkäfer zur Anlage der F1-Bruten erlauben. Ausgenommen sind voraussichtlich nur Hochlagen oberhalb 600 m ü. NN, wo die Temperaturen noch nicht auf schwärmtaugliche Werte ansteigen. Die Schwärm- und Befallsaktivität wird sich im April vorwiegend auf temperaturbegünstigte Standorte beschränken, d.h. sonnige offene Bestände, Bestandesränder und südexponierte Hänge.

Folgerungen für die Praxis

Die weiterhin hohen Populationsdichten der Borkenkäfer verbunden mit den im Februar entstandenen Sturmschäden (Sturmtief Sabine) ergeben eine besondere Gefährdungslage hinsichtlich Buchdrucker- und Kupferstecherbefall im Frühjahr/Sommer 2020. Aufgrund des zu erwartenden frühen Schwärmbeginns in diesem Jahr ist eine zeitliche und räumliche Priorisierung der Management-Maßnahmen dringend geraten.

1. Die Sanierung der Überwinterungsbäume sollte aktuell weitgehend abgeschlossen sein, letzte lagernde Bäume müssen schnellstmöglich aus dem Wald gebracht werden. Eine Sanierung von Bäumen, aus dem die Käfer zum Großteil bereits ausgeflogen sind bzw. die Rinde großflächig abgefallen ist, ist im Sinne des Käfermanagements nicht sinnvoll.

2. Sturmschäden sind mit folgenden Prioritäten aufzuarbeiten:
- Tiefere Lagen vor höheren Lagen, süd- vor nordexponiert
- Fichte vor Tanne, anschließend andere Nadel- und Laubhölzer
- Einzelwürfe/-brüche und kleine Schadflächen vor großen Schadflächen
- Bäume mit stärkeren Durchmessern (>20 cm) vor schwächeren
Befallenes Sturmholz sollte je nach Höhenlage und Exposition spätestens bis Ende Mai (Tieflagen) bzw. Mitte Juni (mittlere und höhere Lagen) unschädlich gemacht werden (z.B. Abfuhr, Hackung, Entrindung), da es sonst zum Ausflug der F1-Generation kommt.

3. Nach Einsetzen des Hauptschwarms der Käfer sind regelmäßige Befallskontrollen erforderlich – Priorität liegt hier zunächst im Umfeld von Vorjahresbefall, sowie an Bestandesrändern und in südexponierten Lagen. Frühsommer-Kontrollen (April-Juni) sollten besondere Priorität bekommen, da das Management während der 1. Generation im Jahresverlauf am effektivsten ist.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie in der aktuellen FVA-Waldschutz-Info 1/2020.

 Fangzahlen Hochwald, 380-650 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im submontanen bis montanen Gebiet. Summe von 3 Fallenstandorten von 380-650m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
(Zum Vergößern bitte klicken)



 Fangzahlen Pfälzer Wald, 370-510m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet. Summe von 3 Fallenstandorten von 370-510m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
(Zum Vergößern bitte klicken)



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