17.07.2020

Nun hat auch oberhalb 1.000 m ü.NN der F1-Schwarm eingesetzt. Die Anlage der zweiten Buchdrucker-Generation ist damit flächendeckend in vollem Gang, in tieferen temperaturbegünstigten Lagen finden bereits Geschwisterbrutanlagen der zweiten Generation statt. Mit dem Ausflug erster F2-Käfer kann höhen- und expositionsabhängig ab Anfang August gerechnet werden.

Die phänologische Entwicklung ist damit in diesem Jahr, vor allem bedingt durch den sehr frühen Schwärmbeginn im überdurchschnittlich warmen April, höhenübergreifend etwas weiter vorangeschritten als zum selben Vorjahreszeitpunkt.

 

Schlussfolgerungen für das Management:

Wie im Frühjahr ist auch im Sommer auf die Befallsmerkmale Harztropfen, abgeplatzte Rindenschuppen, Harztrichter sowie vor allem auf Bohrmehl an Rindenschuppen und am Stammfuß zu achten. Der Abfall von grünen Nadeln oder die Verfärbung der Krone kann im Laufe der Zeit dazukommen. Sommerliche Temperaturen führen verstärkt auch zu Neubefällen an schattigen Nordhängen bzw. im Bestandesinneren. Die Entwicklungszeit von Eiablage bis zum Ausflug fertig entwickelter Käfer kann sich bei optimalen Temperaturen (25-30°C) bis auf 5-6 Wochen reduzieren - daher ist ein zeitnahes Erkennen und Aufarbeiten insbesondere jetzt im Hochsommer essentiell.

Die zunehmende Durchmischung der Entwicklungsstadien unter der Rinde (auch innerhalb eines Baumes) macht Entrindungsmaßnahmen weniger wirkungsvoll, da braune Stadien und Altkäfer überleben können. Die Abfuhr und ggf. Lagerung außerhalb der Fichtenbestände (>500 m, besser 1.000 m Entfernung) ist daher die beste Maßnahme zur Präventation von Folgebefall.

 

Weiterführende Informationen finden Sie auch im aktuellen Borkenkäfer-Newsletter SüdWest.

Günterstal (450m)

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Fangzahlen Buchdrucker

wöchentliche Fangzahl

Fangzahlen Kupferstecher

wöchentliche Fangzahl (Mittelwert aus 2 Fallen)

Borkenkäfer-Monitoring wird von der FVA Baden-Württemberg bereits seit den frühen 1990-er Jahren mit zunehmender Intensität durchgeführt. Ab 2020 ändern sich nun einige methodische Details sowie die bisherigen Monitoring-Standorte.   

 

Ziel des Monitorings:

Überwachung der Phänologie der in Südwestdeutschland wichtigsten Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher, um dadurch zeitlich und räumlich differenziert geeignete Bekämpfungsmaßnahmen für die forstliche Praxis abzuleiten

 

Was, wie und wo wird beobachtet?

Die Schwärmaktivität wird für Buchdrucker und Kupferstecher mittels artspezifischen Pheromonfallen dokumentiert. Wir verwenden die Pheromone Pheroprax (Buchdrucker) sowie Chalcoprax (Kupferstecher) in Theysohn-Einzelfallen, welche wöchentlich dienstags geleert werden. Der Beobachtungszeitraum ist in der Regel April bis September, kann aber je nach Schwärmaktivität im März bzw. Oktober erweitert werden. Die Fallen stehen frei (Wildwiese, Freifläche; 1-2 Fallen pro Standort und Art) mit einem Mindestabstand von 30 m zur nächsten Fichte und auch von Falle zu Falle. Im Umkreis des Fallenstandortes gibt es befallsfähige Fichten. Wichtig: Im Rahmen des Fallenmonitorings wird die Populationsgröße nicht wesentlich reduziert, lediglich beobachtet! Eine direkte Ableitung des lokalen Befallsrisikos aus absoluten Fangzahlen kann stark fehlerbehaftet sein.

Der Entwicklungsfortschritt der Buchdrucker unter der Rinde wird mittels Brutbaum verfolgt. Hierzu wird eine befallsfähige Fichte ausgelegt und mit dem Pheromon beködert, sodass sich Käfer einbohren und die Brut anlegen. Wöchentlich werden Rindenfenster abgehoben und die Entwicklungsstadien dokumentiert. Um den Ausflug der fertig entwickelten Käfer zu verhindern, wird der Brutbaum im frühen Jungkäferstadium entrindet und unschädlich gemacht. Ein Brutbaum zeigt die Entwicklung jeweils einer Generation. Um die Generationenentwicklung im Jahresverlauf zu dokumentieren, müssen also mehrere Brutbäume zeitlich nacheinander ausgelegt werden. Der Brutbaum liegt frei und wird stärker besonnt als vergleichbar befallene Bäume im Bestandesinneren. Die Entwicklung im Brutbaum läuft aufgrund der erhöhten Temperatur demnach etwas schneller ab, und erlaubt eine um einige Tage vorfristige Aussage zum Entwicklungsstand der Käfer. Entwicklung und Generationenzahl können auch grob modellhaft abgebildet werden (Phenips).

Um die Borkenkäferphänologie mit der Witterung in Beziehung zu setzen, messen wir an ausgewählten Standorten auch Wetterdaten, wie z.B. Temperatur, Globalstrahlung und Niederschlag. Die Wetterstation steht frei in unmittelbarer Nähe zur Falle bzw. dem Brutbaum; Temperaturfühler messen die Rindentemperatur am Brutbaum.

Die FVA-Monitoringstandorte liegen entlang eines Höhengradienten im Südschwarzwald (300-1400 m ü.NN), welcher auf wenigen Kilometern von Freiburg bis hinauf zum Feldberg reicht. In Erweiterung wird derzeit an der Umsetzung eines landesweiten Borkenkäfer-Monitorings gearbeitet, welches repräsentative Standorte in ganz Baden-Württemberg umfasst und die oben beschriebenen Methoden gleichermaßen anwendet.

In Rheinland-Pfalz wird von den dortigen Landesforsten, fachlich unterstützt von der FVA Baden-Württemberg, ein eigenes Buchdrucker-Monitoring im Pfälzerwald und im Hunsrück-Hochwald durchgeführt (370-650 m ü.NN), jedoch mit z.T. etwas veränderter Methodik. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg werden 4 Einzelfallen pro Standort verwendet und montags statt dienstags geleert. Die Fallenstandorte sind nicht standardisiert bzgl. Freistand und Fichtenanteil. Die Daten sowie ein wöchentlich erstellter Newsletter sind auch auf www.wald-rlp.de abrufbar.

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Weitere Entwicklung des Eschentriebsterbens

siehe überarbeitete Neuausgabe: Eschentriebsterben 2009/4

Stand: 20.07.2009

Neuauflage des WALDSCHUTZ-INFOs 2/2005

2005

Informationen zur Ökotoxikologie der Insektizide, die bei der Borkenkäferbekämpfung eingesetzt werden

Schriftenreihen  WALDSCHUTZ-INFO 

(Physokermes hemicryphus, Physokermes piceae)

Wurzelhalsfäule durch Phytophthora alni

2. Auflage, Februar 2006

Kleiner Buchenborkenkäfer Buchenprachtkäfer

mit ergänzenden Hinweisen des Regierungspräsidiums Stuttgart, Abteilung Landesgesundheitsamt zur gesundheitlichen Gefährdung für Menschen 2. Auflage, April 2005

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