Intensives forstliches Umweltmonitoring

Urtümliche Natur ist in Europa praktisch nicht mehr zu finden. Selbst auf Gebiete ohne menschliche Nutzung wie Nationalparks und die wenigen verbliebenen, europäischen Urwälder wirken sich der Klimawandel, Stoffeinträge und invasive Arten zunehmend aus.

Die Lebensbedingungen der Flora und Fauna befinden sich im Wandel. Umso wichtiger ist es, die Entwicklungen im Blick zu behalten. Wie hoch ist die Belastung durch Luftschadstoffe in Wäldern? Welche Auswirkungen haben Stoffeinträge auf die biologische Vielfalt? Drohen Ökosysteme zu kollabieren? Können Maßnahmen verabschiedet werden, um besonders kritische Entwicklungen zu stoppen?

Zu diesem Zweck wurden in Europa intensive Monitoringflächen eingerichtet – das Level-II-Messnetz. Diese Flächen werden methodisch konservativ nach einem gemeinsamen Standard angelegt und langfristig betrieben. Dadurch entstehen vergleichbare Datensätze, die einen einzigartigen Überblick über die Wälder Europas erlauben. Sie sollen helfen, Empfehlungen zur nachhaltigen Nutzung von Wäldern, zum Erhalt und zur Entwicklung von Funktionen und Leistungen von Waldgebieten abzuleiten.

Die Level-II-Dauerbeobachtungsflächen sind der intensiv beprobte Teil des forstlichen Umweltmonitoring, dem außerdem noch ein systematisches, europaweites Stichprobennetz zugeordnet werden (Level-I-Flächen). Diese werden in Deutschland für die Wald- und die Bodenzustandserhebung genutzt. In Baden-Württemberg werden alle diese Flächen von der FVA betreut.

Level-II-Flächen

Am europaweiten Waldmonitoring von ICP Forest sind inzwischen 42 Staaten beteiligt. Sie betreiben insgesamt über 500 Level-II-Flächen. Die FVA kooperiert mit allen am Level II-Programm beteiligten EU-Ländern und den anderen Forstlichen Versuchsanstalten der am Level II-Programm beteiligten Bundesländer.

Gemäß eines Forstchefbeschlusses von 2012 bilden 68 der Flächen in Deutschland die Grundlage für die nationalen Auswertungen, welche vom Thünen-Institut koordiniert werden.

Die 7 Standorte des Level-II-Messnetzes in Baden-Württemberg mit insgesamt 12 Intensivmessflächen sind eine Untermenge der Depositionsmessnetzstandorte und der Kronenzustands-Dauerbeobachtungsflächen der Abteilung Boden und Umwelt. An den Messorten Altensteig, Conventwald, Esslingen, Heidelberg, Möhringen (im Aufbau), Ochsenhausen und Rotenfels wird die Wirkung von atmogenen Stoffeinträgen auf Transportprozesse in der Bodenlösung untersucht (siehe Karte unter Ergebnisse).

Die Messorte repräsentieren Stoffflusstypen, welche sich durch die Hauptbodenart und Depositionsmerkmale (stoffliche Zusammensetzung, Belastungsintensität) definieren. Die Standorte Heidelberg und Esslingen werden im Rahmen des "Bodenintensivmessnetzes" mit der LUBW gemeinsam betrieben. Mit Ausnahme von Esslingen sind alle Standorte Level II-Flächen.

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